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Fresenius, BASF und MTU: Sind die drei schlechtesten DAX-Aktien zukünftig die Top-Performer?

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Foto: Getty Images

In regelmäßigen Abständen schaue ich mir die schlechtesten Aktien aus dem DAX an. Der Hintergrund ist simpel: Ich möchte ein Gefühl dafür bekommen, welche Aktien ausverkauft wurden und damit vielleicht günstig sein könnten. 

Besonders bei zyklischen Werten könnte man mit dieser Methode ab und an auf eine interessante Aktie aufmerksam werden.

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Heute möchte ich einmal die drei schlechtesten Aktien aus dem DAX auch vorstellen. Dies sind aktuell Fresenius (WKN: 578560), BASF (WKN: BASF11) und MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT).

Seit Jahresbeginn 2020 sind die drei Aktien jeweils um mehr als 20 % gefallen. Das Schlusslicht bildet MTU mit einer Kursperformance von fast -40 % (Stand: 13.08.2020).  Lasst uns mal schauen, ob es bei einer der drei schlechtesten Aktien aus dem DAX langfristig wieder Hoffnung gibt.

Die schlechtesten Aktien aus dem DAX 2020

1. Fresenius Aktie

Die Aktie des Bad Homburger Gesundheitskonzerns kämpft schon seit Mitte 2017 mit einem rückläufigen Aktienkurs. Und auch die Coronapandemie, die eigentlich für manch ein Unternehmen des Gesundheitssektors ein zusätzliches Geschäft sein könnte, brachte bisher keine Wende.

Eine Erklärung könnte sein, dass das Coronavirus dem Konzern doch mehr zu schaffen macht, als es zusätzlichen Umsatz bringt. Das erste Halbjahr 2020 konnte nur mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 2 % abgeschlossen werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verharrte auf dem Niveau des Vorjahres, während das Konzernergebnis um 13 % sank. 

Für das Gesamtjahr 2020 wurde die Prognose zuletzt ein wenig zurückgenommen. Erwartet wird nun für 2020 ein währungsbereinigter Anstieg des Konzernumsatzes von 3 bis 6 %. Das währungsbereinigte Konzernergebnis soll sich in einer Spanne zwischen -4 und +1 % entwickeln.

2. BASF Aktie

Auch der Chemie-Riese aus Ludwigshafen hatte es im ersten Halbjahr 2020 nicht einfach. Der Umsatz sank um 2 %, das EBIT vor Sondereinflüssen um 32 %. 

Besonders schlimm entwickelte sich das zweite Quartal 2020, in dem der Umsatz sich um 12 % und das EBIT vor Sondereinflüssen um 77 % verringerte. An diesen Zahlen merkt man schon deutlich die Konjunktursensibilität des Chemieunternehmens.

Da die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kunden von BASF einen massiven Einfluss hatten, wurde die bisherige Prognose für das Gesamtjahr 2020 vom 29. April 2020 zurückgenommen. Eine neue Prognose wurde aufgrund der anhaltend hohen Unsicherheiten nicht mehr herausgegeben.

3. MTU Aero Engines Aktie

Auch die dritte der schlechtesten Aktien aus dem DAX spürte im ersten Halbjahr 2020 die Auswirkungen der Coronakrise deutlich. So sank der Umsatz des Münchner Triebwerksherstellers im ersten Quartal um 8,7 %. Das bereinigte EBIT verringerte sich um 38,6 %. 

Brutal war auch hier das zweite Quartal 2020, in dem der Umsatz um 30,2 % auf 776 Mio. Euro einbrach. Das bereinigte EBIT lag mit 42 Mio. Euro sogar um 76 % unter dem Vorjahreswert von 178 Mio. Euro.

Entsprechend wurde die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 angepasst. Erwartet werden nun Umsatzerlöse zwischen 4,0 und 4,4 Mrd. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll immerhin zwischen 9 und 10 % liegen. Dieser Wert liegt nur leicht unterhalb des Wertes aus dem Halbjahr 2020, jedoch deutlich über dem des zweiten Quartals 2020 von 5,5 %.

Ausgewählte Finanzkennzahlen der schlechtesten DAX-Aktien

Unternehmen Dividenden-rendite Rendite erwartet Dividenden- Coverage Dividenden-wachstum 1 Jahr KGV aktuell KGV erwartet
BASF 6,41 5,76 2,07 3,13 27,50 15,70
MTU AERO ENGINES HLDG. 2,17 1,28 6,62 -98,60 29,40 22,80
FRESENIUS 2,13 2,23 5,72 5,00 12,00 10,70
Quelle: Eigene Darstellung; Thomson Reuters Eikon

Fazit

Gemessen an der Dividende sticht die BASF-Aktie mit einer erwarteten Rendite von fast sechs Prozent hervor. Damit gehört die Aktie zu den aktuell höchsten Dividendenzahlern im DAX.

Die letzte Dividendenerhöhung auf 3,30 Euro wurde trotz beginnender Unsicherheiten durch das Coronavirus nicht gestrichen. Ob dies aufgrund der schwachen Zahlen des zweiten Quartals sowie der bestehenden Unsicherheiten auch weiterhin der Fall sein wird, bleibt eine interessante Fragestellung.

Bisher nicht gekürzt wurde auch die Dividende von Fresenius, deren Dividendenrendite sich aktuell auf etwas über 2 % beläuft. Gemessen an dem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwas über 10 erscheint die Fresenius-Aktie optisch günstig.

Ob die Bad Homburger ihren Dividenden-Aristokraten-Status im nächsten Jahr weiter erhalten, bleibt jedoch aufgrund der hohen Verschuldung eine ebenso interessante Fragestellung. Diese gibt es bei MTU nicht mehr zu beantworten, denn das Unternehmen hatte bereits im aktuellen Jahr die Dividende nahezu eingestampft.

Die Frage, ob eine der drei schlechtesten Aktien des Dax eine günstige Einstiegsgelegenheit ist, könnte am Ende eine Frage des zukünftigen Wachstums sein.

Bei BASF und MTU handelt es sich um Zykliker. Eine Erholung der Wirtschaft sowie die mögliche Überwindung der Pandemie könnten diese Aktien stärker durch Aufholeffekte profitieren lassen. 

Am Ende sollte aber jeder Investor selbst entscheiden, ob und welche Aktien für ihn das größte Potenzial haben.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von BASF und Fresenius.

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