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Achtung: Der Nel-Aktienkurs hat weiterhin Crash-Potenzial

Wasserstoff
Foto: Getty Images

Die Nel-Aktie (WKN: A0B733) hat sich nach ihrem Crash offenbar auf einem neuen Niveau stabilisiert. Seit mehr als zwei Monaten schwankt sie nun zwischen 1,60 Euro und 2 Euro hin und her (Stand aller Angaben: Schlusskurs vom 14. Juli 2021). Investoren scheinen nicht so recht zu wissen, in welche Richtung es nun mit der Nel-Aktie weitergehen soll. Der Hype ist vorerst vorbei.

Ein Blick auf die Bewertung offenbart jedoch, dass sich die Nel-Aktie auf gefährlichem Territorium bewegt. Ein weiterer Crash beim Nel-Aktienkurs ist alles andere als ausgeschlossen.

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Die Nel-Aktie ist dramatisch überteuert

Um herauszufinden, ob die Nel-Aktie überteuert ist, werde ich überprüfen, ob sie vom heutigen Niveau aus noch eine gute Rendite liefern kann.

Nel ist ein Wachstumsunternehmen in einer sich entwickelnden Branche und bringt daher ordentlich Risiko mit sich. Investoren der Nel-Aktie erwarten daher wahrscheinlich eine Rendite über dem Marktniveau.

Ich werde hier 10 % ansetzen. Schreibt man diese Rendite bis Ende 2040 fort, müsste die Marktkapitalisierung der Nel-Aktie von heute 2,74 Mrd. Euro auf 17,6 Mrd. steigen.

Warum gerade 2040? Es gibt einen viel zitierten Bericht von AuroraResearch zum Wasserstoffmarkt, der Prognosen bis 2040 macht. Daher bietet es sich an, mit diesem Jahr zu rechnen. Der Bericht erwartet in 2040 eine weltweite Elektrolyseurkapazität von 213,5 Gigawatt. Dabei handelt es sich um die kumulierte installierte Leistung. In 2040 allein sollten natürlich deutlich weniger installiert werden. Ich rechne hier mit 30 Gigawatt.

Wenn wir einen Marktanteil von Nel von 20 % annehmen und mit den Preisen rechnen, die Nikola (WKN: A2P4A9) letztes Jahr mit Nel aushandeln konnte, könnte Nel 2040 einen Umsatz von 2,1 Mrd. Euro erzielen. Bei einer angenommenen Umsatzrendite von 7 % – dies ist ein typischer Wert für Industrieunternehmen – würde ein Gewinn von 147 Mio. Euro herausspringen. Runden wir, um auch das Geschäftssegment Wasserstoff-Tankstellen zu berücksichtigen, auf 200 Mio. Euro auf. Dann müsste die Nel-Aktie in 2040 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 88 aufweisen, um die gewünschte Rendite zu erzielen.

Das wäre ein extrem hohes KGV für ein Unternehmen in diesem Wachstumsstadium. Es zeigt, wie viel erwartetes Wachstum bei der Nel-Aktie eingepreist ist. Aus meiner Sicht sogar zu viel. Zumal meine Rechnungen hier definitiv nicht von Pessimismus geprägt sind.

Auch bei anderen Wasserstoff-Aktien sieht es nicht besser aus

Die anderen beliebten Wasserstoff-Aktien Ballard Power Systems (WKN: A0RENB) und Plug Power (WKN: A1JA81) sind mit knapp vier beziehungsweise fast 13 Mrd. Euro Marktkapitalisierung ebenfalls nicht günstig im Verhältnis zu ihrem Marktpotenzial. Die Nel-Aktie ist mit ihrer Überbewertung also in bester Gesellschaft.

Als jemand, der regelmäßig die hohen Bewertungen der Tesla-Aktie (WKN: A1CX3T) verteidigt, bin ich mit Bewertungsaufschlägen für zukünftiges Wachstum mehr als vertraut. Bei der Nel-Aktie jedoch scheinen wenige tatsächlich nachgerechnet zu haben, ob der derzeitige Marktwert überhaupt vertretbar ist. Meiner Ansicht nach ist er das nicht. Daher bleibe ich dieser Wasserstoff-Aktie weiterhin fern.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.



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