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Solltest du jetzt die 5 am schlechtesten abschneidenden Blue-Chip-Aktien des Jahres 2021 kaufen?

Ein Mann sieht lauter Fragezeichen. Er bleibt aber ruhig.
Foto: Peter Roegner

In 3 Sätzen

  • Steigende Kosten, die die Unternehmensgewinne schmälern, sind möglicherweise nicht so „vorübergehend“, wie viele Anleger glauben.
  • Mehrere robuste Unternehmen haben auch zugelassen, dass Konkurrenten in ihr Revier eindringen.
  • Es könnte Jahre dauern, bis die Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt ist und die Maßnahmen zur Kostendämpfung greifen.

Wer bereits auf der Suche nach Schnäppchen ist, die man ins neue Jahr mitnehmen kann, findet sicherlich einige überzeugende Möglichkeiten. Während der S&P 500 auf dem besten Weg ist, das Jahr 2021 mit einem Gewinn in der Größenordnung von 22 % zu beenden, haben Blue-Chip-Aktien wie AT&T (WKN: A0HL9Z), Clorox (WKN: 856678) und FedEx (WKN: 912029) in diesem Jahr bisher 22, 18 bzw. 12 % ihres Wertes verloren. Das ist nicht die Art von Performance, die man von den größten Unternehmen des Marktes erwarten würde. Besonders dann nicht, wenn sich die Wirtschaft von den Störungen durch die Pandemie erholt.

Bevor man jedoch anfängt, wahllos Geld auszugeben, sollte man einen Schritt zurücktreten und das Gesamtbild betrachten.

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Größtenteils selbst verschuldet

Clorox, FedEx und AT&T befinden sich übrigens in seltsam guter Gesellschaft. Die Aktien von Walt Disney (WKN: 855686) sind im bisherigen Jahresverlauf um 21 % gefallen. Die Aktien von Mastercard (WKN: A0F602) sind um 14 % gefallen. Und das ist nur die Liste der bekannten Namen, die in diesem Jahr zu großen Verlierern wurden. Andere, etwas weniger schillernde (aber dennoch gesunde Unternehmen) sind noch stärker gefallen.

Woran liegt das?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Die Disney-Aktien fielen wohl aufgrund eines grandiosen Anstiegs im letzten Jahr. In diesem Jahr haben die Anleger dann erkannt, dass sich Horden neuer Kunden nicht automatisch bei Disney+ anmelden. AT&T-Aktien sind gefallen, weil die Trennung von der WarnerMedia-Sparte eine chaotische kostspielige Angelegenheit ist. FedEx-Aktien sind vor allem wegen des enttäuschenden Wachstums nach der Pandemie und der hohen Treibstoffkosten gefallen. MasterCard muss einsehen, dass der Name nicht mehr den gleichen Stellenwert hat wie früher – und dass junge Kunden oft andere Anbieter bevorzugen. Clorox weiß jetzt, dass es innovativ sein muss, wenn es seine Kunden an sich binden will.

Kurz, die Rückgänge sind hier in jedem Fall gut begründet.

Und genau hier liegt der Haken für Anleger, die diese Aktien ins Auge fassen: Allein die Tatsache, dass es sich um einen Blue Chip handelt, ist kein ausreichender Grund mehr, um sie – oder andere Blue Chips – blindlings zu kaufen. Diese Unternehmen müssen immer noch einiges leisten. Viele davon schaffen das nicht mehr so wie früher.

Das gilt heute vielleicht noch mehr als noch vor ein paar Monaten. Zum Beispiel FedEx. Anfang des Jahres wurde der Inflationsdruck, der die Kraftstoffpreise in die Höhe treibt, als vorübergehend bezeichnet. In jüngster Zeit hat der Vorsitzende der US-Notenbank Jerome Powell vorgeschlagen, das Wort zur Beschreibung der globalen Preisdynamik nicht mehr zu verwenden, da es irreführend sei. Wie sich herausstellte, war mit vorübergehend nur gemeint, dass höhere Preise keine bleibenden Spuren in der Wirtschaft hinterlassen würden, nicht aber, dass die Inflation zwangsläufig von kurzer Dauer wäre. Derweil hat der E-Commerce-Gigant Amazon bestätigt, dass er auf dem besten Weg ist, im kommenden Jahr der größte Lieferdienst in den USA zu werden. FedEx wird also weiter verdrängt.

AT&T ist ein weiteres Beispiel für ein einst solides Unternehmen, das unerwartet ins Straucheln gerät. Durch die Veräußerung des größten Teils von DirecTV und die baldige Trennung von WarnerMedia wird AT&T zwar vollständig aus dem Unterhaltungsgeschäft aussteigen, in das es von vornherein nicht hätte einsteigen sollen. Doch nun wird es noch tiefer verschuldet sein. Der aktien- und schuldenfinanzierte 85-Mrd.-Dollar-Deal zur Übernahme von Time Warner im Jahr 2018 beispielsweise wird jetzt für etwa die Hälfte dieses Betrags abgewickelt. AT&T kann das verkraften, aber die Bedienung der relativ hohen Schulden bedeutet, dass das Unternehmen möglicherweise andere Projekte und Initiativen zurückstellen muss.

Auch die anderen bereits genannten großen Namen haben eigene Probleme, die sich nicht so leicht oder schnell abschütteln lassen werden.

Auf der Hut sein

Aber wie kommen diese etablierten Unternehmen überhaupt in solche Situationen?

Die beste Antwort ist eine philosophische. Die meisten dieser Unternehmen (und viele ihrer Kollegen) sind nämlich davon ausgegangen, dass das, was noch vor zehn Jahren funktioniert hat, auch heute noch funktioniert. Und das stimmt eben nicht.

Es ist auch ein wenig Selbstüberschätzung im Spiel.

Ein Beispiel: Hätte AT&T vor sechs Jahren vor der Übernahme von DirecTV die Unterhaltungslandschaft richtig eingeschätzt, wäre dem Unternehmen vielleicht aufgefallen, dass das Kabelfernsehgeschäft bereits damals im Sterben lag. Vielleicht hätte es auch WarnerMedia mit einem klareren Plan im Hinterkopf gekauft; das Studio ist eigentlich ein gutes Studio. FedEx hätte wohl erkennen müssen, dass ein Unternehmen von der Größe Amazons irgendwann so groß sein würde, dass der Aufbau eines eigenen Liefernetzwerks unvermeidlich war. Mastercard ermöglichte es PayPal, der führende Name im Bereich der Peer-to-Peer-Zahlungen zu werden. MasterCard hätte PayPal vor nur fünf Jahren in einem selbstfinanzierten Geschäft, das in der Größenordnung von 50 Mrd. US-Dollar gelegen hätte, vollständig übernehmen können. Unterdessen konnte PayPal die Zahl der jährlichen Transaktionen sogar verdoppeln.

Es handelt sich dabei um die Art von Fehltritten, die in der zweiten Hälfte von Hausse-Märkten in Verbindung mit Wachstumszyklen zu beobachten sind. Die Unternehmen werden mit der Zeit nicht nur selbstgefällig, ihnen gehen auch einfach die guten Ideen und Wachstumsaussichten aus. Oft braucht es leider auch eine Baisse, um sprichwörtlich den Reset-Knopf zu drücken.

Und deshalb sollten man es nicht unbedingt eilig haben, alle Blue-Chip-Aktien zu kaufen, nur weil sie seit Ende 2020 ein wenig an Boden verloren haben. Wir befinden uns in der sogenannte „Stockpicker“-Phase des Bullenmarktes. Das bedeutet, dass man jedes Investment von Fall zu Fall und nicht nur nach dem Ruf auswählen sollte. Die Schwäche einiger hochkarätiger Werte könnte tatsächlich ein subtiler Hinweis des Marktes sein.

Und wer glaubt, dass Blue Chips einen wirklichen Schutz vor einem großen Abrutsch bieten, der vielleicht schon überfällig ist, der irrt sich. Denn diese Titel werden bei Rückschlägen genauso wie alle anderen Werte unter Beschuss genommen.

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James Brumley besitzt Aktien von AT&T. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon, FedEx, Mastercard, PayPal Holdings und Walt Disney.. Dieser Artikel erschien am 5.12.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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