BASF-Aktie & Wintershall: Russland-Auswirkungen mit 5,9 % Dividendenrendite eingepreist?

Die BASF-Aktie (WKN: BASF11) leidet mit ihrer Beteiligung an Wintershall unter den aktuellen Marktbedingungen. Insbesondere die Causa rund um Nord Stream 2 ist ein heißes Thema für das Unternehmen. Wobei die hohen Energie- und Ölpreise zugegebenermaßen in gewisser Weise kompensatorisch wirken können.
Wie auch immer: Jetzt gibt es erste Äußerungen zur Einordnung der Schäden. Das Management der BASF-Tochtergesellschaft Wintershall hat sich jetzt zu den Auswirkungen zu Wort gemeldet. Die Kernfrage ist, ob das die Aktie der Muttergesellschaft wohl bereits eingepreist hat.
BASF-Aktie: Wintershall mit Abschreibung!
Das Management von Wintershall spricht davon, dass man die Beteiligung an Nord Stream 2 in Höhe von einer Milliarde Euro abschreibe. Gleichzeitig habe man beschlossen, keinerlei Projekte zur Förderung von Öl und Erdgas in Richtung Russland mehr zu erschließen. Kein Geld fließe mehr in russische Richtung, wie es weiter heißt. Damit schlägt Wintershall den gleichen Tenor ein, den zuvor bereits andere Öl- und Erdgaskonzerne eingeschlagen haben.
Auch die BASF-Aktie, die zu ca. zwei Dritteln an Wintershall beteiligt ist, dürfte das entsprechend spüren. Allerdings ist eine andere Frage, wie sich die hohen Ölpreise von zwischenzeitlich 110 US-Dollar je Barrel Brent auswirken. Das könnte operativ ein wenig kompensieren. Wobei die andere, entscheidendere Frage ist, ob das nicht in die Muttergesellschaft längst eingepreist ist.
Immerhin hat die BASF-Aktie zuletzt bis auf 57,29 Euro nachgegeben. Noch vor einem Monat kratzten die Anteilsscheine an die Marke von 70 Euro. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von momentan 9,5 und einer Dividendenrendite von ca. 5,93 % ist die fundamentale Bewertung jedenfalls vergleichsweise preiswert. Die Auswirkungen auf die Tochtergesellschaft und selbst die Abschreibung in Höhe von einer Milliarde Euro auf Nord Stream 2 könnte beim Gesamtkonzern BASF daher womöglich eingepreist sein.
Ein merkwürdiges Marktumfeld
Die BASF-Aktie ist in der Causa Wintershall ein weiterer Akteur, der ein merkwürdiges Marktumfeld offenbart. Wobei wir eine gewisse Skepsis auf die allgemeine Unsicherheit schieben können. Trotzdem hat der DAX-Chemiekonzern mit seinem zuletzt präsentierten Zahlenwerk gezeigt, dass der Konzern operativ in Top-Form ist. Wintershall befindet sich momentan in einer politisch schwierigen, aber aufgrund der Marktverhältnisse eigentlich in Teilen komfortablen Situation.
Wie sich das alles auswirkt, das werden wir mit Sicherheit erfahren, wenn es neue Zahlen zum ersten Quartal gibt. In der Zwischenzeit ist die Frage relevanter, ob der DAX-Zykliker mit seiner günstigen Bewertung und seiner hohen Dividendenrendite attraktiv erscheint. Oder aber, ob man in Anbetracht der Unsicherheiten lieber die Finger von der Aktie lassen möchte.
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Vincent besitzt Aktien von BASF. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.
