„Dumb Money“, FoMo & The Greater Fool

Eine Frau macht ein albernes Gesicht mit herausgestreckter Zunge
Foto: Andrea Piacquadio via Pexels

Schnell, was haben „Dumb Money“, die Fear of Missing out (FoMo) und The Greater Fool Theorie gemeinsam? Meiner Meinung nach: Dass sie gerade wieder aktueller denn je sind.

Ein US-amerikanischer angeblicher Finanzanalyst, der nach eigenen Aussagen weder Anlageempfehlungen noch Investitionsentscheidungen mit seinen Followern teilt, jubelt die Aktie einer US-amerikanischen Einzelhandelskette in die Höhe. In der Folge steigen die Anteilsscheine um zwischenzeitlich 100 % innerhalb weniger Tage.

Dumb Money, also dummes Geld? Für mich insbesondere bei den letzteren Käufen auf jeden Fall. Schon Warren Buffett sagte schließlich, dass der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen der ist, weil sie steigt. Aber es ist auch eine lehrreiche Lektion: FoMo, also die Angst etwas zu verpassen. Und die Greater-Fool-Theorie.

Mehr als Dumb Money: FoMo & The Greater Fool Theory

Dumb Money ist etwas, das insbesondere US-amerikanische Medien und Kritiker den Investoren nachsagen. Wir können es sehen, wie wir wollen. Ich möchte das jedoch nicht weiter verurteilen, sondern auf andere Theorien im Markt eingehen. Nämlich die Angst, etwas zu verpassen (FoMo) und die besagte Greater Fool Theory.

Hinter der Angst, etwas zu verpassen, steckt ein evolutionärer Trieb. Wir folgen der Herde. Wenn sich der Markt bewegt, wollen wir dabei sein. Es ist so, als würde auf der anderen Seite der Straße eine Party stattfinden. Natürlich wollen wir dahin. Es wäre möglicherweise anders, wenn der letzte die Rechnung für die gesamte Party bezahlen muss. Das blenden wir als Investoren jedoch zumindest kurzfristig gerne aus. Die Angst, etwas zu verpassen, ist jedoch geboren. FoMo ist ein Trieb, den einige Investoren und insbesondere Spekulanten nur sehr schwierig in den Griff bekommen.

Die Greater Fool Theory ist hingegen genau das Prinzip, dass der letzte plötzlich für die Party bezahlt. Wenn das Happening vorbei ist, ziehen sich die ersten Investoren aus den jeweiligen Aktien zurück. Sie verkaufen ihre Anteilsscheine, der Kurs fällt. Diejenigen, die lediglich zuletzt aufgesprungen sind, sind plötzlich der „greater fool“. Oder: Der große Dummkopf, der am Ende zu einem deutlich zu hohen Preis gekauft hat. Er bezahlt die Rendite, die andere eingefahren haben.

Niemand möchte „Dumb Money“ sein. Auch möchte niemand der greater fool sein. Das Problem ist jedoch: Gerade bei solchen starken Kursanstiegen wird irgendjemand derjenige sein, der letztlich in die Röhre schaut. Vor allem, wenn das Geschäftsmodell des zugrundeliegenden Unternehmens bestenfalls mittelmäßig ist.

Zeit, vorsichtig zu sein!

Es ist leider inzwischen so manches Mal der Fall, dass der Entertaining-Faktor wichtiger wird, als wirklich gute Analysen. Investoren springen auf Fancy-Videos von langhaarigen Spekulanten auf, die vermeintlich freundlich mit ihren großen Augen in die Kamera gucken. Hauptsache dabei sein. Hauptsache mitmachen. Die Börse: Ein großes Casino. Die Angst etwas zu verpassen, also FoMo spielt mit. Genauso dumb money, das einfach blind dem Herdentrieb folgt.

Ich kann dich nur dazu ermutigen, rationale Investitionsentscheidungen an der Börse zu treffen. Ansonsten könntest du irgendwann wie ein Dummkopf übrig bleiben und die Rechnung für andere bezahlen. Es liegt an dir, was du willst. Aber betrachte vielleicht den Chartverlauf der hochgejubelten Aktien in den vergangenen Jahren. Kleiner Spoiler: Als die Party vorbei gewesen ist, ist dort auch plötzlich nicht mehr viel passiert.

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