Dürr-Aktie: Der Maschinenbauer senkt die Jahresprognose – langfristige Ziele in Gefahr?

Ein Auto wird im EcoProBooth von Dürr cyanblau lackiert
Foto: Dürr AG

Das Maschinenbauunternehmen Dürr (WKN: 556520) hat seine Prognose für das laufende Jahr gesenkt. Zumindest der Auftragseingang wird demnach die eigenen Ziele deutlich verfehlen. Bisher wurde ein Auftragseingang von 4,3 bis 4,7 Mrd. Euro erwartet. Nach einem schwachen zweiten Quartal geht man nun davon aus, dass man nur 3,8 bis 4,1 Mrd. Euro erreichen wird. Als Ursache nennt das Unternehmen die geopolitischen Turbulenzen und die Zollkonflikte. Als Folge daraus halten sich zahlreiche Kunden mit ihren Bestellungen neuer Maschinen zurück.

Auf das Ergebnis des laufenden Jahres wird das aber keinen großen Einfluss haben. Die Umsatzprognose von 4,2 bis 4,6 Mrd. Euro bleibt bestehen. Jedoch geht man nun davon aus, im unteren Bereich der Spanne zu liegen. Gleichzeitig hat das Unternehmen bekanntgegeben, dass man im zweiten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang um 8 % verbucht hat, der unter anderem auf Projektverzögerungen in der Automobilindustrie zurückzuführen ist.

Dürr-Aktie: So beurteilen wir die Prognosesenkung

Das Unternehmen treibt angesichts dieser Entwicklung seinen Umbau weiter voran. Nachdem im letzten Jahr bereits die Kosten im Bereich Woodworking gesenkt wurden und in diesem Jahr das Umweltgeschäft verkauft wurde, wird nun die Verwaltung verschlankt. Das soll ab 2027 zu jährlichen Einsparungen von 50 Mio. Euro führen – positiv für die Marge, die Gewinnentwicklung und somit auch die Investoren der Dürr-Aktie.

Insgesamt ist die Prognosesenkung ein deutlicher Rückschlag auf dem Weg zur nachhaltigen Erholung. Zwar kommt Dürr in der ersten Jahreshälfte auf eine nur leicht gesunkene EBIT-Rendite von 4,0 %. Bis 2030 will man die Rendite aber auf mehr als 8 % steigern. Der schwache Auftragseingang in diesem Jahr dürfte das Erreichen der Ziele nun aber erschweren. Denn die Auswirkungen auf den Umsatz dürften erst im kommenden Jahr deutlich sichtbar werden und damit auch die Rendite belasten. Hier bleibt also abzuwarten, wie das Management die mittelfristigen Aussichten einschätzt. Prognoseanpassungen sind wohl auch dort zu erwarten.

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Die Details zum Verkauf des Umwelttechnikgeschäfts

Der Anlagenbauer will seine Strukturen vereinfachen und verkauft deshalb die Bereiche Abluftreinigungstechnik und Schalldämmungssysteme – zusammengefasst in der Division Clean Technology Systems Environmental – an Stellex Capital Management. Durch die Transaktion und die Zusammenlegung des Automobilgeschäfts reduziert sich die Anzahl der Divisionen von fünf auf drei (Application Technology, Industrial Automation Systems und Woodworking Machinery and Systems). Das Unternehmen fokussiert sich nun konsequent auf sein Kerngeschäft. Dabei handelt es sich um automatisierte und nachhaltige Produktionstechnologien.

Stellex zahlt rund das Einfache des Umsatzes, was für ein sehr projektlastiges Geschäft ein guter (hoher) Preis ist.

Der Wert des Umwelttechnikgeschäfts beträgt dadurch rund 385 Mio. Euro, aber da Dürr eine Rückbeteiligung von 25 % eingeht und weitere transaktionsbedingte Kosten hat, liegt der Nettoverkaufserlös bei rund 250 Mio. Euro. Das entspricht 16,5 % der aktuellen Dürr- Marktkapitalisierung und soll zur Tilgung verwendet werden. Der Vollzug der Transaktion wird von den Behörden noch geprüft und soll im vierten Quartal 2025 abgeschlossen sein.

13+1 | RisikoReich

Insgesamt ist das ein guter Deal für Dürr, und der Verkaufserlös sollte das Unternehmen langfristig stärken. Wenn die Nachfrage im Holzbereich wieder anzieht, sollte sich auch der Dürr-Aktienkurs langfristig erholen.

Chancen und Risiken beim Anlagenbauer Dürr

Als größte Chance für die Dürr-Aktie sehen wir, dass das Unternehmen stark in der Automobilindustrie vertreten ist. Dort hat man noch viel Spielraum für die Expansion in weitere Bereiche. Ein Beispiel ist die Expansion in die Batterieherstellung. Dürr bietet inzwischen Maschinen für die Beschichtung von Batterieelektroden an. Dadurch eröffnet sich ein neuer und voraussichtlich riesiger Markt. Darüber hinaus bietet auch der Bereich der Fertigungsautomatisierung ein riesiges Wachstumspotenzial.

Auf der Gegenseite ist die Abhängigkeit von der Automobilindustrie und anderen zyklischen Branchen ein potenzielles Risiko. Wie die aktuelle Entwicklung bei der Tochter HOMAG zeigt, kann eine nachlassende Nachfrage den Gewinn stark belasten und die Konzernziele in Frage stellen. Noch dazu ist die Automobilbranche extrem wettbewerbsintensiv und darauf angewiesen, die Kosten niedrig zu halten. Sollte die Nachfrage aus der Automobilindustrie nachlassen, könnten die Gewinne bei Dürr stark unter Druck geraten.

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