Fundmentalanalyse zur u-blox-Aktie: Das Hässliche liegt im Rückspiegel

Eine Platine von u-blox
Foto: u-blox Holding AG

Wohl ein letztes Mal liefert CEO Stephan Zizala ein – unter dem Strich – übles Zahlenwerk für die u-blox-Aktie (WKN: A0M2K9) ab. Seit er 2023 das Ruder übernommen hatte, fokussiert er das Schweizer Halbleiter-Unternehmen radikal auf seine Stärken.

Inzwischen dreht sich fast alles um Chips und Services zur exakten Positionierung sowie komplementäre Module für die Nahbereichskommunikation. Denn mehrere Geschäftsbereiche, denen das Management nicht mehr so viel zutraut, wurden aufgegeben oder verkauft. Stattdessen haben die Ingenieure jetzt mehr Zeit, um sich auf das Ausschöpfen der Potenziale des Locate-Segments zu konzentrieren.

Am Ende einer kräftezehrenden Reise

Der ganze Umbau war ein Kraftakt, der auch in der Bilanz zunächst tiefe Spuren hinterlassen hat. Allein im ersten Halbjahr ist wieder ein Verlust von 46 Mio. Schweizer Franken (CHF) angefallen, was -6,20 CHF je u-blox-Aktie entspricht. Die Bilanz erscheint nicht mehr so grundsolide wie einst, bei einem auf 289 Mio. CHF geschrumpften Eigenkapital.

Aber immerhin bleibt u-blox weitgehend schuldenfrei und hat keinen Barmittelabfluss. Denn der Hauptgrund für die Verluste liegt in Bewertungsanpassungen im Zuge des Verkaufs der Geschäftsbereiche Cellular-Satellite Communications und Cellular.

Bei einer reinen Betrachtung der fortgeführten Geschäfte schaut es schon wesentlich freundlicher aus. Dort konnte der Nettoverlust im ersten Halbjahrs auf 7 Mio. CHF reduziert werden (Vorjahr: 15 Mio. CHF). Das gut skalierbare Geschäft erzielt dank der Technologie- und Marktführerschaft starke Bruttomargen von rund 60 %. Und das Management rechnet vor, dass bei steigendem Geschäftsvolumen recht schnell operative Renditen von 10 bis 30 % erzielbar sind.

Aktienwelt360 Aktienkompass

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Benchmark

+74,81%

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Geht die Erholung der u-blox-Aktie weiter?

Mit den erheblich vereinfachten Organisationsstrukturen und der viel niedrigeren Kostenbasis soll nun mächtig Dynamik ins Geschäft kommen. Zahlreiche Kunden entwickeln Lösungen rund um autonome Fahrzeuge, mobile Roboter, Asset Tracking usw. – und immer ist dabei u-blox-Technik tief integriert. u-blox kann damit auf Jahre hinaus am Erfolg solcher Produkte partizipieren.

CEO Zizala möchte diese Chancen ergreifen, sowohl mit gezielten Investitionen in die eigene Technologie, als auch mit passenden Akquisitionen. Im Moment wächst das Geschäft mit einer Rate von 34 %. Allein von Q1 zu Q2 war ein Plus von 11 % zu verzeichnen, im laufenden Q3 sollen weitere 6 % hinzukommen. Vor allem asiatische Autobauer (+57 %) scheinen sich im Moment förmlich um diese Chips zu streiten.

Dennoch bleibt das Management vorsichtig, was den Ausblick für die zweite Jahreshälfte angeht, und spricht wenig konkret von zweistelligem Wachstum in den beiden fortgeführten Segmenten. Man wolle Kostendisziplin wahren, bis sich die allgemeinen Unsicherheiten im Markt auflösen.

So sehen wir die u-blox-Aktie jetzt

Wie müssen wir also über die u-blox-Aktie denken? Alles Hässliche scheint nun im Rückspiegel zu liegen, während das Gute noch ganz am Anfang steht. In den kommenden Quartalen ist wieder mit geringfügigen Gewinnen zu rechnen, mit steigender Dynamik. Bis 2027 könnte der Umsatz wieder in Richtung 350 Mio. CHF steigen. Wenn wir dann, entsprechend der Angaben des Managements, mit operativen Margen von über 20 % rechnen, dann sprechen wir von rund 70 Mio. CHF Betriebsgewinn.

So gesehen wirkt die derzeitige Marktkapitalisierung der u-blox-Aktie von gut 830 Mio. CHF wie ein echtes Schnäppchen. Schließlich handelt es sich um eine langfristige Wachstumsstory, die sich auch 2027 noch im frühen Stadium befinden wird. Mit der eigenen Technologie ist man gut positioniert, um an Megatrends wie Mobilität, portable Medizintechnik und Industrie 4.0 zu partizipieren.

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