Paycom-Aktie: Was du bekommst, wenn du jetzt 2.000 Euro in den Nebenwert investierst

Zahltag: Eine Person zählt Geldscheine, daneben liegt ein Kalender
Foto: Karolina Grabowska via Pexels

Die Aktie von Paycom Software (WKN: A1XFVG) reagierte mit einem Kurseinbruch von fast 15 % auf ein neues 52-Wochen-Tief auf die jüngsten Quartalsergebnisse. Natürlich kann man immer ein Haar in der Suppe finden und die Zahlen mögen auch nicht perfekt gewesen sein. Ein solcher Kurseinbruch erscheint jedoch übertrieben. Immerhin erholte sich die Paycom-Aktie wieder und beendete den Handel deutlich über dem Tagestief.

Mit dem Kursrückgang am 6. November sind die Bewertungen dieser Nebenwerte-Aktie auf einen Stand gefallen, den wir seit vielen Jahren so niedrig nicht mehr gesehen haben.

Ist die Paycom-Aktie jetzt unterbewertet?

Fangen wir ganz oben mit dem Umsatz an. Die Einnahmen aus der Personalsoftware stiegen um 10,6 % auf 466,5 Mio. US-Dollar. Dagegen gingen die vereinnahmten Zinsen für Gelder, die Paycom für seine Kunden hält, um 11 % auf 27 Mio. US-Dollar zurück. Hieran war das gesunkene Zinsniveau schuld. Insgesamt stieg der Umsatz um 9,1 % auf 493,3 Mio. US-Dollar und lag damit sogar noch leicht über den Markterwartungen. Im dritten Quartal wurde Paycoms befehlsgesteuerte KI-Anwendung IWant an alle Kunden ausgerollt – das hat das Wachstum angekurbelt.

Paycom arbeitet weiterhin daran, die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken. Das gelang auch im dritten Quartal sehr gut, denn die direkten Umsatzkosten konnten trotz der Umsatzsteigerung um 3,4 % auf 85,4 Mio. US-Dollar gesenkt werden. Die Verwaltungskosten stiegen dagegen um 14 %. Insgesamt erzielte Paycom ein operatives Ergebnis von 112,6 Mio. US-Dollar, das um 7,3 % und damit etwas weniger als der Umsatz stieg.

So sieht es mit den Gewinnen aus

Dank „anderer Einnahmen“, die nicht näher aufgeschlüsselt wurden, konnte Paycom den Nettogewinn um 51 % auf 110,7 Mio. US-Dollar oder 1,96 US-Dollar je verwässerter Paycom-Aktie steigern. Der um nicht zahlungswirksame Ausgaben für aktienbasierte Vergütungen bereinigte Nettogewinn (Non-GAAP) stieg um 17,3 % auf 109,6 Mio. US-Dollar oder 1,94 US-Dollar pro verwässerter Aktie. Die Rentabilität wuchs im dritten Quartal mit einem bereinigten EBITDA von 194,3 Mio. US-Dollar, was einem Anstieg von 13,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht, ebenfalls deutlich.

Paycom erzielt weiterhin einen hohen Cashflow und beendete das Quartal mit einem Bestand an Cash von 375 Mio. US-Dollar gegenüber 532,2 Mio. US-Dollar drei Monate zuvor. Während des Quartals zahlte Paycom 21,1 Mio. US-Dollar an Dividenden aus und kaufte etwas mehr als 1 Mio. eigene Aktien für 223,4 Mio. US-Dollar oder rund 218 US-Dollar pro Paycom-Aktie zurück.

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Beim Thema Aktienrückkäufe müssen wir allerdings kritisch anmerken, dass die Zahl der ausstehenden Aktien in diesem Jahr trotz der Rückkäufe nur um rund 0,6 Mio. gesunken ist. Der größte Teil wird also dafür genutzt, um aktienbasierte Vergütungen zu bedienen, und nicht, um die Aktienzahl zu senken.

Was sind die operativen Highlights?

Operativ war das schon genannte Ausrollen von IWant an alle Kunden das Highlight des Quartals. CEO Chad Richison berichtete im Analystencall, IWant habe „bereits Millionen von Anfragen von Mitarbeitern, Managern und Vorständen erfolgreich beantwortet und damit die Leistungsfähigkeit unserer vollständigen Lösungsautomatisierung erweitert.“

Besonders betonte er, dass er sehr positives Feedback von anderen Vorständen bekomme: „Traditionell sind Vorstände keine täglichen Nutzer von Personalsoftware. Mit IWant beziehen bereits Tausende von ihnen Daten und Erkenntnisse direkt aus dem Paycom-System, und das Feedback ist phänomenal. Ich bin überzeugt, dass kommandogesteuerte Funktionen die Zukunft für alle Softwareprodukte sind. Beti ist ein weiteres Beispiel für Automatisierung, die einen erheblichen Ertrag liefert und neue Umsätze generiert.“

Im Call nannte er auch zwei Beispiele für Kunden, die Paycom verlassen hätten und durch die Einführung von Beti zu Paycom zurückgekehrt seien.

13+1 | RisikoReich

Um die Einführung von IWant und zukünftige AI-Entwicklungen zu unterstützen, investierte Paycom rund 100 Mio. US-Dollar in die Erweiterung der Rechenzentrumskapazität. Das Management bezeichnete dies als eine vorgezogene und weitgehend einmalige Investition, die skalierbare Kapazitäten für aktuelle und zukünftige Automatisierungsinitiativen bereitstellt.

Die Prognose für die Paycom-Aktie!

Paycom bestätigte die Prognose eines Umsatzes zwischen 2,045 und 2,055 Mrd. US-Dollar für das gesamte Jahr 2025. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 872 und 882 Mio. US-Dollar liegen.

Für uns klingt das alles nach einem ordentlichen Quartal, das keinen Kurseinbruch von 15 % rechtfertigt. Wie häufig in solchen Fällen gleicht das Suchen nach der Ursache dem berühmten Stochern im Nebel. Vielleicht war das Umsatzwachstum von gut 9 % zu wenig für ein Unternehmen, das jahrelang zweistellig gewachsen ist. Paycom hat im Quartal die Markterwartungen beim bereinigten Gewinn pro Paycom-Aktie um 2 Cent oder umgerechnet 1 % verfehlt.

Oder einige Marktteilnehmer waren enttäuscht, weil die Guidance „nur“ bestätigt und nicht angehoben wurde. Möglicherweise besteht auch weiterhin die Angst, dass der Einsatz der KI-Lösungen von Paycom die klassischen Programme kannibalisieren könnte, wie es in der Vergangenheit schon der Fall war.

Uns gefallen die mittelfristigen Aussichten und das Fintech bleibt für uns weiterhin eine attraktive Aktie. Wir sehen Chancen aufgrund von Wachstum durch neue Produkte, die sich vom Wettbewerb abheben und generell durch eine weitere Durchdringung des Marktes. Dazu kommt die angestrebte Internationalisierung. Was wir nicht sehen, ist ein guter Grund, weshalb die Bewertungskennzahlen der Paycom-Aktie nun so niedrig sind wie lange nicht mehr.

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