Berkshire Hathaway verkauft Kraft Heinz: Mit 7 % Dividende ein Kauf?!

Ein Dollar-Geldschein brennt und steht in Flammen
Foto: Foto-Rabe via Pixabay

Kaum ist Warren Buffett gute drei Wochen aus dem Amt als CEO von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2), erfolgt die erste große Meldung: Demnächst erwägt das Management den fast vollständigen Verkauf der Position von Kraft Heinz (WKN: A14TU4). Einer Aktie, bei der das Orakel von Omaha massiv an der Zusammenlegung der früheren Konzerne mitgewirkt hat. Aber die These ist nie so recht aufgegangen und war ein Verlustgeschäft.

Über die Gründe dafür wird Greg Abel vermutlich auf der diesjährigen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway berichten. Wichtiger ist jetzt jedoch, was das für Kraft Heinz bedeutet. Die Aktie hat nach der Ankündigung jedenfalls erneut kräftig korrigiert. Sie bietet aktuell über 7 % Dividendenrendite. Für Einkommensinvestoren könnte das interessant sein. Wobei die Perspektive nicht wirklich klar ist, ob diese Dividende leistbar bleibt.

Sehen wir uns Kraft Heinz daher etwas intensiver an: die Dividende, die zukünftigen Aussichten und auch, ob sich ein Kauf lohnen könnte. Leider kann ich nicht versprechen, dass wir in Anbetracht der jetzigen Ausgangslage zu einem eindeutigen Fazit kommen.

Kraft Heinz: Die Bewertung, die Dividende und aktuelle Zahlen

Fangen wir vielleicht mit den Basics an: Kraft Heinz bleibt der Lebensmittelkonzern, der Heinz-Ketchup und viele Kraft-Fertigprodukte verkauft. Eigentlich als markenstarker Konzern gestartet, bringt die aktuell schlechte Stimmung bei den Konsumenten den Lebensmittelkonzern ein wenig aus dem Tritt. Wir sehen das erneut in den Zahlen: In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025 sank der Umsatz um 4,5 % auf 13,88 Mrd. US-Dollar. Mit einem Nettoergebnis in Höhe von 613 Mio. US-Dollar schrieb der Konzern zwar schwarze Zahlen. Da es im Vorjahr jedoch einen Sondereffekt und einen Verlust gab, können wir hier kaum einen Vergleich anstellen. Bereinigt brach das Ergebnis je Aktie jedoch von 2,22 US-Dollar auf 1,93 US-Dollar ein. Wir sehen daher, dass es der Konzern nicht leicht hat.

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Um fair zu sein: Die Dividende von Kraft Heinz ist damit weiterhin nachhaltig. Das Management zahlt derzeit 0,40 US-Dollar je Vierteljahr an die Investoren aus. Das entspricht bei einer Gesamtausschüttung je Aktie von 1,20 US-Dollar für die ersten drei Quartale einem Ausschüttungsverhältnis von etwa 62,2 %. Da die Dividende von Kraft Heinz auf diesem Niveau schon einige Jahre stagniert, scheint dieses Level nachhaltig zu bleiben. Bei einem Aktienkurs von 22,40 US-Dollar kämen wir auf eine Dividendenrendite in Höhe von 7,14 %. Das ist Wahnsinn! Wir sprechen hier schließlich von einem Lebensmittelkonzern.

Auch die Bewertung erscheint eher preiswert. Denn wenn wir das Ergebnis je Aktie einfach auf ein Gesamtjahr hochrechnen, erhalten wir einen Wert von über 2,50 US-Dollar. Damit bekommen wir aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 9. Ob das fair für Kraft Heinz bleibt? Für einen schrumpfenden Konzern schon. Die Frage ist, ob der US-Lebensmittelkonzern ewig schrumpfen wird. Oder eher nicht.

Die weiteren Aussichten

Auf diese Frage bekommen wir aber womöglich gar keine Antwort mehr. Denn der US-amerikanische Lebensmittelkonzern splittet sich voraussichtlich zum Ende dieses Jahres in zwei separate Konzerne auf. Eines dieser Unternehmen trägt den Namen North American Grocery Co. und betreut die Snacksparte aus Nordamerika. Dazu zählen insbesondere Lunchables oder Oscar Mayer. Daneben wird es Global Taste Elevation Co. geben. Hier finden wir zukünftig Aufstriche und das restliche Geschäft. Vor allem die Marke Philadelphia dürfte hier zukünftig enthalten sein. Aber auch der Heinz-Ketchup wird von diesem Unternehmen gehalten.

Die große Preisfrage bleibt für mich, wie sich der Gesamtkonzern bilanzseitig teilt. Kraft Heinz besitzt derzeit 19 Mrd. US-Dollar an langfristigen Verbindlichkeiten. Daneben gibt es in der Bilanz noch immer einen Goodwill-Anteil in Höhe von 22 Mrd. US-Dollar, der in den vergangenen Jahren bereits durch Abschreibungen eingestampft worden ist. Es bleibt daher spannend, welches Unternehmen welchen Goodwill- und Schuldenanteil erhalten wird.

Daneben ist für mich vollkommen unklar, wie es mit der Dividende von Kraft Heinz weitergeht. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Berkshire Hathaway die Reißleine zieht. Die Aussichten sind jedenfalls ungewisser denn je. Wobei die Werte eigentlich die gleichen bleiben. Nur eben voneinander abgespalten.

Kraft Heinz: Jetzt mit 7 % Dividende ein Kauf?!

Mein persönliches Fazit lautet daher: Ich würde aktuell Kraft Heinz nicht mit 7 % Dividende kaufen. Die Bewertung erscheint zwar preiswert. Aber wir erhalten in Zukunft zwei andere Konzerne, zu denen wir bisher nicht viel wissen. Der Substanzwert mag höher sein. Vielleicht. Für Einkommensinvestoren gibt es jedoch keine klare Perspektive. Momentan bleibt nicht mehr als die Hoffnung auf Besserung. Das ist aber keine gute Investitionsthese, wenn du mich fragst.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.



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