Besser als ASML? Diese europäische KI-Aktie ist noch nicht zu teuer

Bunte Schmetterlinge entweichen aus der Silhouette eines Kopfes, neben dem AI steht.
Foto: Tara Winstead via Pexels

STMicroelectronics (WKN: 893438) ist ein europäischer Halbleiter-Gigant, dessen Stärke auf der Marktführerschaft bei Leistungshalbleitern und Mikrocontrollern für die Automobil- und Industriebranche fußt, mittlerweile massiv befeuert durch eine neue Wachstumsdynamik in der KI-Infrastruktur.

Die aktuellen Zahlen für das vierte Quartal 2025 lieferten ein gemischtes Bild, das Du aber präzise genau verstehen solltest: Der Nettoumsatz belief sich auf 3,33 Mrd. US-Dollar. Damit lag das Unternehmen über der eigenen Prognose, was wir als erstes starkes Signal werten. Besonders die Bruttomarge – also das, was nach den direkten Produktionskosten übrig bleibt – überraschte mit 35 % positiv. Doch Vorsicht ist beim Blick auf den operativen Gewinn geboten, denn dieser schrumpfte nach US-GAAP-Vorgaben auf magere 125 Mio. US-Dollar. Dies entspricht einer operativen Marge von nur 3,75 %, was auf den ersten Blick erschreckend wirkt, aber durch massive Einmalbelastungen für den Umbau der Fabriken in Höhe von 141 Mio. US-Dollar erklärbar ist.

STMicro-Aktie: Der schmerzhafte Umbau

Wenn wir tiefer in die Segmente eintauchen, sehen wir eine Zerreißprobe innerhalb des Geschäftsmodells. Das Segment Power and Discrete Products (P&D) erlebte einen dramatischen Umsatzeinbruch von fast 32 %, was die direkte Folge der Schwäche im Elektroauto-Sektor bei Kunden wie Tesla oder Hyundai ist. Hier zeigt sich die Schattenseite der engen Verzahnung mit der Automobilindustrie. Doch während die alten Verbrenner- und frühen E-Auto-Konzepte schwächeln, brummt es an anderer Stelle gewaltig.

Das Segment RF & Optical Communications wuchs um beeindruckende 22,9 %. Hier profitiert STMicro massiv vom KI-Boom, da man die essenziellen Power-Lösungen für moderne Rechenzentren liefert. In der letzten Analystenkonferenz wurde das Management hier sehr konkret und prognostizierte für diesen Bereich bereits 500 Mio. US-Dollar Umsatz für das Jahr 2026. Das ist eine Zukunftsfantasie, die weit über das Image eines reinen Autozulieferers hinausgeht.

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Strategische Kennzahlen und das Leerstands-Problem

Um die langfristigen Chancen realistisch einschätzen zu können, müssen wir uns ungewöhnliche Kennzahlen wie die Unused Capacity Charges ansehen. Das sind Kosten für Fabriken, die zwar bereitstehen, aber nicht voll ausgelastet sind – ein Phänomen, das die Bruttomarge auch im ersten Quartal 2026 belasten wird. STMicroelectronics verfolgt im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern keine Asset-Light-Strategie, sondern produziert rund 80 % seiner Chips in eigenen Werken. Das bedeutet bei Nachfrageeinbrüchen hohe Fixkosten, aber bei einem Aufschwung einen gewaltigen operativen Hebel.

Wir sehen diesen Hebel in der EBIT-Marge, die nach einem Absturz im Frühjahr 2025 zum Jahresende wieder auf 7,8 % kletterte. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die finanzielle Kraft des Unternehmens: Mit einer Verschuldungsquote von nur 11,7 % steht STMicroelectronics auf einem sicheren Fundament und hat eine Netto-Cash-Position von 2,79 Mrd. US-Dollar.

Die Vision von Robotern und Satelliten

Was uns besonders optimistisch stimmt, ist die technologische Tiefe, die in der Analystenkonferenz abermals deutlich wurde. CEO Jean-Marc Chery verriet dort, dass man im Bereich der humanoiden Robotik bereits mit führenden Herstellern zusammenarbeitet und pro Robotersystem einen Wertanteil von etwa 600 US-Dollar anpeilt. Kombiniere das mit der zehnjährigen Partnerschaft mit SpaceX, bei der STMicroelectronics die Chips für über 10.000 Starlink-Satelliten liefert, und Du erkennst ein Unternehmen, das technologisch am Puls der Zeit operiert.

Die vierte Generation der Siliziumkarbid-MOSFETs (SiC), die für 800-Volt-Systeme in Elektroautos optimiert wurde, ist ein 5 Mrd. Euro schwerer Einsatz für die Zukunft der Mobilität. Wenn das neue Werk in Catania 2026 voll anläuft, wird das Unternehmen eine Kostenführerschaft erreichen, die für Konkurrenten schwer einzuholen ist.

Unser Fazit zur STMicro-Aktie

Wir halten an unserer Empfehlung fest, weil die Feder extrem gespannt ist. Wir erwarten, dass STMicroelectronics ab der zweiten Jahreshälfte 2026 durch die Normalisierung der Lagerbestände und die Kosteneinsparungen aus dem Restrukturierungsprogramm massives Gewinnpotenzial freisetzt. Du investierst hier letztlich in einen Marathonläufer. Geduld ist die wichtigste Währung für dieses Investment, doch die Kombination aus KI-Rückenwind, Robotik-Fantasie und einer grundsoliden Bilanz macht die STMicro-Aktie zu einem spannenden Titel.

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