Alphabet: Berkshire Hathaways „problematische“ Aktie!

Ein Google Pixel Smartphone mit dem Logo des Browsers Chrome
Foto: Deepanker Verma via Pexels

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) investiert in Alphabet (WKN: A14Y6F). Das US-amerikanische Konglomerat, jetzt unter der Leitung von Greg Abel, hat eine signifikante Beteiligung aufgebaut. Per Privatplatzierung sind nun weitere 10 Mrd. US-Dollar in die Aktie geflossen. Es laufen bereits Spekulationen, dass es sich hierbei zukünftig um eine der Top-5-Positionen handeln könnte.

Alphabet ist an sich nicht problematisch. Das Tech-Schwergewicht bedient mit Google einen großen Anteil des tagtäglichen Internetkonsums der meisten Verbraucher. Mit einem Marktanteil von etwa 90 % sehen wir das, was Warren Buffett bereits früher suchte: echte Wettbewerbsvorteile. Cloud, Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren bilden neue Wachstumsmärkte, die das Fundament abrunden. Wobei es so viel zu erwähnen gäbe. Beispielsweise auch Android, das das führende Betriebssystem von Smartphones ist.

Trotzdem hat die Beteiligung von Berkshire Hathaway an Alphabet ein wenig Geschmäckle. Es könnte sogar zu einer problematischen Aktie werden. Smarte Investoren sollten deshalb genau hinschauen, in welche Richtung sich die Investition entwickelt.

Alphabet: Das Problem für Berkshire Hathaway

Um das Fazit vorwegzunehmen: Alphabet ist keine typische Beteiligung für Berkshire Hathaway. Greg Abel soll maßgeblich hieran beteiligt sein. Es ist einerseits begrüßenswert, dass er einen teilweise neuen Ansatz mit einem techlastigen Circle of Competence umsetzt. Der Zeitpunkt scheint aber ein größeres Problem zu sein.

Denn Alphabet entspricht weder von der Bewertung, noch vom Zeitpunkt her der klassischen Investition von Berkshire Hathaway. Die Aktie hat in den letzten 12 Monaten fast 120 % an Wert zugelegt. Damit erscheint sie weder preiswert, noch günstig, noch klassisch opportunistisch, wie es früher bei Berkshire Hathaway häufig der Fall bei solchen Investitionen gewesen ist.

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Aktienkurs von Alphabet in den letzten 12 Monaten

Alphabet-Aktie

Quelle: aktien.guide.

Die Alphabet-Aktie ist momentan mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 29 bewertet. Für einen Konzern mit einer Marktkapitalisierung von 4,5 Billionen US-Dollar ist das alles andere als wenig. Berkshire Hathaway geht daher eine gut gelaufene Wette zu einem späten Zeitpunkt ein. Ob Greg Abel den Segen von Warren Buffett hat, oder nicht: Es ist in jedem Falle untypisch und mit Risiken verbunden.

Es war anders bei Apple

Typischer war die Beteiligung von Berkshire Hathaway bei Apple. Anders als bei Alphabet investierte Warren Buffett vor rund zehn Jahren zu einem Zeitpunkt, der eher geeignet oder klassisch erschien. Apple war damals mit einem KGV von 10 bis 12 (in den Anfängen) bewertet. Die Aktie hatte damals das vermeintliche Problem, dass der Hardware-Markt allmählich reif erschien. Die Software-Sparte besaß noch nicht das große Schwergewicht, das sie heute hat. Damals sagte Buffett, dass Produkte wie das iPhone für ihn ein Konsumgut seien. Wir können hier analog zu Google eine Parallele ziehen, denn die Suchmaschine ist ähnlich stark etabliert. Wenn auch mit einem anderen Produkt-Fokus.

Der Unterschied liegt jedoch klar in der Bewertung und der Sicht des Marktes. Berkshire Hathaway investiert bei Alphabet in ein qualitatives Ökosystem, das derzeit jeder haben will. Apple war damals ein führender Techkonzern, dessen Aktie der breite Markt eher mied. Das ist durchaus problematisch. Denn es kann die Renditeerwartungen begrenzen.

Alphabet: Für Berkshire Hathaway ein systemisches Risiko?!

Alphabet ist untypisch für Berkshire Hathaway. In vielerlei Hinsicht. Besonders besorgniserregend finde ich es jedoch, dass Greg Abel die offensichtliche Aktie zu einem nicht günstigen Zeitpunkt auswählt. Wird das ein systemisches Risiko? Hat der neue CEO das Bedürfnis, der Beteiligungsgesellschaft seinen Stempel aufzudrücken? Das ist jetzt jedenfalls sehr, sehr wichtig.

Es kann natürlich auch sein, dass Abel mehr sieht. Beispielsweise, dass Alphabet durch Künstliche Intelligenz ein derart überproportionales Wachstum erzielt, dass es noch nicht eingepreist ist. Selbst in diesem Fall hätte Warren Buffett vermutlich auf seine günstige Chance gewartet, um maximal überproportional zu profitieren.

Mein Fazit ist daher durchaus durchwachsen. Alphabet könnte sich für Berkshire Hathaway zu einer Mentalitätsfrage entwickeln. Greg Abel sollte besser wissen, was er da gerade macht.

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Vincent besitzt Aktien von Alphabet und Berkshire Hathaway. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Alphabet, Apple und Berkshire Hathaway.



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