Nintendo-Aktie: Jetzt ein Kauf?!

Nahaufnahme von Figuren der Nintendo-Charaktere Luigi, Yoshi und Mario
Foto: Pixabay via Pexels

Die Nintendo-Aktie (WKN: 864009) ließ zuletzt mächtig Federn. Trotz der Switch 2. Trotz 20 Mio. verkaufter Einheiten. Und trotz einer Bewertung, die inzwischen ordentlich in Richtung Value driftet. Seit ihren Hochs bei 14.250 Yen im September des Jahres 2025 haben die Anteilsscheine bei einem aktuellen Aktienkurs von 6.850 Yen über 50 % ihres Börsenwertes eingebüßt.

Ich habe die Nintendo-Aktie aktuell in meinem Depot. Sie ist sogar noch leicht im Plus, dank eines ebenfalls günstigen Kaufs. Aber würde ich die Aktie erneut kaufen?

Eine Frage, die ich mir durchaus stelle. Auch im Hinblick auf die bestehende Position. Blicken wir auf Zahlen, die Bewertung, Auslöser für die momentane Schwächephase und eine zumindest mittelfristige Einordnung des japanischen Videospielekonzerns.

Nintendo-Aktie: Die aktuelle Ausgangslage

Bei der Nintendo-Aktie läuft es zumindest bei den Switch-2-Verkäufen eigentlich sehr rund. Im ersten Jahr konnten fast 20 Mio. Einheiten verkauft werden. Die eigenen Prognosen rechnen im zweiten Jahr mit Verkäufen von 16,5 Mio. Einheiten. Wobei das dem japanischen Konzern bereits negativ angekreidet wird: Der Rückgang sei ungewöhnlich. Für eine Konsole im zweiten Zyklusjahr sollte es eigentlich steigende Verkäufe geben. Der Kontext ist aber ebenfalls sehr eindeutig. Nintendo erhöhte zuletzt den eigenen Preis für die Switch aufgrund der Handelszölle. Bei anvisierten 100 US-Dollar mehr je Einheit reagiert der Markt natürlich verschnupft auf eine solche Preisanpassung.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2026 spürte Nintendo noch das starke Wachstum. Die hohe Anzahl verkaufter Switch-2-Einheiten ließ den Umsatz um 98 % auf 2,31 Bio. Yen steigen. Beim operativen Ergebnis hat es ein Wachstum von 27,5 % auf 360 Mrd. Yen gegeben. Unterm Strich verdiente Nintendo mit 424 Mrd. Yen rund 52 % mehr, als im Jahr vor der Veröffentlichung der Switch 2. Zahlen, die Wachstum zeigen. Aber auch unterstreichen, dass die Konsolen in Zeiten des Handelskonflikts zunächst ein Mengenwachstum, nicht aber das größte profitable Wachstum gebracht haben.

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Für das neue Geschäftsjahr 2027, das bis März des folgenden Kalenderjahres geht, plant Nintendo mit einem Umsatz von 2,05 Bio. Yen. Das würde einen Rückgang von rund 11 % implizieren. Beim Nettogewinn rechnet Nintendo konservativ mit 310 Mrd. Yen. Auch hier sehen wir ein weiteres Rückschlagspotenzial. Sind die goldenen Zeiten daher vorbei?

Die fundamentale Bewertung im Blick

Fest steht jedenfalls: Die Nintendo-Aktie ist nun vergleichsweise günstig. Bei einem Aktienkurs von 6.850 Yen und einem 2026er Gewinn je Aktie von 364 Yen läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 18,8. Der Wert dürfte jedoch leicht zurückgehen. Der japanische Videospielkonzern schüttete zudem 219 Yen je Aktie als Dividende aus. Das würde aktuell eine Dividendenrendite von 3,2 % implizieren. Wobei das Management auch hier bereits prognostiziert hat, dass die Dividende je Aktie auf 162 Yen zurückgehen dürfte.

Entscheidend ist daher vor allem, dass Nintendo zu einem stärkeren Wachstum zurückfindet. Das halte ich durchaus für möglich. Wenn Nintendo per Ende 2026 (kalendarisch) rund 30 Mio. verkaufte Switch-2-Einheiten vorweisen kann, werden die Spieleverkäufe immer wichtiger. Sie sorgen für höhere Margen und könnten im danach folgenden Geschäftsjahr 2028 zu einem überproportional wachsenden Nettoergebnis führen.

Auch für dieses Jahr sind von Nintendo Highlights angekündigt. Besonders Retro-Fans freuen sich bereits über die Veröffentlichung von Lylat Wars (mit Fox) sowie auf das Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Für 2027 gibt es Gerüchte über ein neues Mario-Spiel. Außerdem dürfte das Pokémon-Franchise mit neuen Titeln aufwarten. Konsolenfutter gibt es daher noch reichlich, das Nintendo mit höheren Margen nach dem Release verkaufen kann.

Nintendo-Aktie: Würde ich jetzt erneut kaufen?!

Um daher zu einem Fazit zu kommen: Ein wenig mehr habe ich mir, ehrlich gesagt, von der Nintendo-Aktie mit der Switch 2 schon erhofft. Die Handelszölle sind das große Thema und der Belastungsfaktor. Das Timing ist ungünstig. Aber es ist, wie es ist. Die Konsole verkauft sich jedenfalls solide, und jetzt geht es darum, mit mehr Spielen noch größere Anreize für den Kauf der Konsole zu schaffen.

Das Marktumfeld kann sich fast nur verbessern. Nintendo selbst schafft jedenfalls genügend Anreize, damit die eigene Konsole für Zockerfans attraktiv bleibt. Ich würde im laufenden Konsolenzyklus daher nicht gegen den japanischen Videospielekonzern wetten und halte die momentane Bewertung durchaus für attraktiv.

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