IBM-Aktie nach dem Crash: Mit Dividende & günstiger Bewertung ein Kauf?!

Illustration mit Zahnrädern und Sechsecken, die für Technologien wie Blockchain steht
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Die IBM-Aktie (WKN: 851399) hat im Laufe der letzten Woche einen deutlichen Crash erlebt. Am Dienstag ging es mit den Anteilsscheinen um mehr als 25 % bergab. Sie verloren über 73 US-Dollar je Aktie an Wert. Übrig bleibt ein Aktienkurs von 217 US-Dollar. Das ist zwar immer noch nicht wenig: IBM hat damit in den letzten fünf Jahren immer noch um 63 % an Wert zugelegt.

Aber der Crash kratzt ein wenig am Image von Big Blue. Der Tech-Konzern war gerade erst dabei, sich von einem stagnierenden Unternehmen, das den Anschluss verloren zu haben schien, zu einem innovativen Wachstumswert zu entwickeln. Dank Quantencomputing und der Cloud schien der Turnaround zum Greifen nahe.

Nun aber gerät er ins Wackeln. Ist die IBM-Aktie aber gerade jetzt für weitsichtige Investoren vielleicht ein Kauf? Blicken wir auf die Bewertung und die Wachstumsmöglichkeiten. Es könnte wieder in Richtung Value-Chance gehen.

IBM-Aktie: Das Dilemma mit dem Wachstum

Grundsätzlich hat IBM seinen Wachstumskurs voraussichtlich im zweiten Quartal wieder ein wenig verlassen. Das Management präsentierte vorläufige Zahlen zum letzten Jahresviertel. Demnach dürfte der Umsatz zwar um 1 % auf 17,2 Mrd. US-Dollar klettern. Beim Ergebnis je Aktie rechnet Big Blue allerdings mit einem Rückgang von 2 % auf 2,23 US-Dollar je Aktie.

Der Blick ins Detail zeigt, dass die Software-Erlöse, in denen auch das Cloud-Segment enthalten ist, gemäß der vorläufigen Zahlen voraussichtlich um 5 %  gewachsen sind. Im Bereich der Infrastruktur, wo das Management unter anderem auf KI-Technologie setzt, scheint es allerdings einen Rückgang von 7 % gegeben zu haben. Verliert Big Blue nun sein Mojo? Das Management verweist jedenfalls darauf, dass die eigenen Kunden sich in den letzten Wochen anders orientiert hätten. Anstatt bei IBM einzukaufen, hätten sie das Geld in Server, Arbeitsspeicher und andere Hardware investiert. Demnach wollten sie Preiserhöhungen vorgreifen.

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Der Kontrast fällt besonders auf, wenn wir die IBM-Aktie im ersten Quartal vergleichen. Hier legte der Umsatz noch um 9 % auf 15,9 Mrd. US-Dollar zu. Besonders fiel das Cloud-Wachstum mit 13 % auf, wobei Software hier mit 11 % Wachstum auf 7,1 Mrd. US-Dollar überzeugte. Auch beim Nettoergebnis konnte IBM hier noch von 1,05 Mrd. US-Dollar auf 1,21 Mrd. US-Dollar zulegen.

Dividende, Bewertung & Co.!

Blicken wir nun also auf die Dividende und die Bewertung der IBM-Aktie. Big Blue zahlt inzwischen seit dem Jahre 1916 eine Dividende an die eigenen Investoren aus. Sie stieg in den letzten 31 Jahren mindestens einmal pro Jahr, womit der US-Konzern zum Kreis der Dividendenaristokraten zählt. Derzeit gibt es 1,69 US-Dollar je Aktie und Vierteljahr, wodurch sich die Dividendenrendite auf einen Wert von 3,1 % beläuft. Das Management zahlt dafür rund 50 % des freien Cashflows aus, beziehungsweise rund 59,5 % des 2025er Ergebnisses je Aktie. Eigentlich eine attraktive Dividende, wobei das Wachstum mit jeweils einem Cent pro Jahr und Quartal eher moderat ausfällt.

Bei einem Aktienkurs von 217 US-Dollar und einem Ergebnis je Aktie von 11,36 US-Dollar für das Geschäftsjahr 2025 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aktuell bei 19,1. Das wirkt wenig ambitioniert. Kann IBM seinen Gewinn je Aktie um etwa 6 % pro Jahr steigern, so wäre die jetzige Bewertung historisch preiswert.

Dafür ist es aber wichtig, dass das Management der IBM-Aktie den Turnaround wieder meistert. Das zweite Quartal sollte einen einmaligen Effekt, nicht das Ende der Wachstumsgeschichte markieren. Exakt das ist der Casus knacksus. Denn Big Blue galt in der Vergangenheit als ein Konzern, der durchaus so manches Mal die wichtigsten Trends der Zeit verpasst hat. Das sollte jetzt nicht erneut passieren.

Würde ich die IBM-Aktie heute kaufen?!

Um daher nun zu einem Fazit zu kommen: Die IBM-Aktie wirkt heute nicht unattraktiv. Besonders das KGV von 19 mit einer Dividendenrendite von 3 % macht etwas her. Wir als Investoren haben die Chance, von einem Tech-Konzern im Bereich Cloud, Software und auch Infrastruktur zu profitieren. On top gibt es eine spannende Wette auf den Bereich Quantencomputing dazu, wo Big Blue ebenfalls als vielversprechender Akteur gilt.

Die Kehrseite ist: Das Cloud-Wachstum hat sich nicht verfestigt, im zweiten Quartal gab es Rückschritte. Möglicherweise ist das der Beginn eines Wendepunktes. Künstliche Intelligenz gilt zum Teil auch als Bedrohung für die Software von IBM. Ich würde, wenn, daher zunächst einen Fuß in die Tür stellen. Als die Aktie noch über 5 % Dividendenrendite besaß, hatte sie die deutlich größere Sicherheitsmarge. Vielleicht können wir sie ja noch einmal mit über 4 % Dividende abstauben. Das wäre für mich tendenziell eher ein attraktiver Kauf.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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