„Schwarze Schwäne“ möglich: 3 Gründe, warum der nächste Crash näher sein könnte, als dir lieb ist!

Eine bunte Seifenblase die vor einem schwarzen Hintergrund in verschiedenen Farben schimmert.
Foto: Alexas_Fotos via Pixabay

Ein Crash geht häufig mit einem sogenannten „Schwarzen Schwan“ einher. Damit bezeichnet man ein Ereignis, das den Aktienmarkt vollkommen unvorbereitet trifft. Man kennt womöglich das Thema, aber nicht die Tragweite. Ergibt sich daraus ein Problem, stürzt der Aktienmarkt im Eiltempo.

Das letzte Mal haben wir das im Corona-Crash gesehen. Es gab bereits Meldungen über Infektionen und deren pandemische Ausbreitung. Es dauerte trotzdem noch Wochen, ehe der Aktienmarkt die Auswirkungen gesehen hat. Das Skript lässt sich womöglich auch auf andere Sachverhalte übertragen.

Ich sehe jedenfalls drei mögliche Gründe, die am Horizont aufziehen. Ob sie sich zu einem Schwarzen Schwan entwickeln und hieraus ein Crash erwächst, das bleibt natürlich eine andere Frage. Ich glaube aber, dass du dich frühzeitig mit den möglichen Auswirkungen beschäftigen solltest.

Die Straße von Hormus: Crash möglich? Der Schwarze Schwan wird jedenfalls hinausgezögert

Wir alle kennen mittlerweile die Straße von Hormus. Die Blockade durch den Iran. Sowie die neuen Pläne von US-Präsident Trump, die Meerenge zu sichern. Aus der Befreiungsaktion der USA wird ein erpresserischer Versuch, nun zukünftig am Transit zu verdienen. Er will 20 % auf die Waren erheben.

Der springende Punkt ist: Das Thema der Straße von Hormus ist wirklich nicht neu. Der Aktienmarkt unterschätzt aber womöglich vollständig die Folgen. Seit dem 28. Februar ist der Verkehr dort quasi zum Erliegen gekommen. Schätzungsweise fehlen 15 Mio. Barrel Öl pro Tag, die eigentlich die Meerenge passierten. Aber wo ist hier der Schwarze Schwan für einen möglichen Crash?

Eine mögliche These ist, dass der Markt die Folgen noch nicht in Gänze sieht. In Anbetracht des Angebotsschocks haben die USA und Länder wie Deutschland, Japan und Südkorea angekündigt, die eigene strategische Reserve zu öffnen. Jeden Tag fließen etwa 4 Mio. Barrel pro Tag aus den eigenen Speichern in den Markt, um den Schock zu vermeiden. Saudi-Arabien und die VAE lassen Öl hingegen so gut es geht über Pipelines fließen. Das stützt den Markt ebenfalls mit bis zu 5 Mio. Barrel pro Tag.

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Die strategischen Reserven dürften aber in einigen Monaten an ihre Grenzen stoßen. Wenn der Krieg im Iran anhält und die Straße von Hormus dicht bleibt, könnte das noch einen verspäteten Energieschock auslösen. Möglich ist, dass die Verzögerungstaktik das große Problem verschleiert. Vor allem mit Blick auf den nahenden Winter und die kommende Heizperiode halte ich eine Reaktion des Marktes und einen Crash aufgrund einer Energiekrise für nicht ausgeschlossen.

Die Verschuldung der USA ist extrem

Ein zweiter Schwarzer Schwan könnte in Form einer neuen Schuldenkrise lauern. Insbesondere die USA gelten als hoch verschuldet. US-Präsident Trump reagiert womöglich nicht umsonst mit abstrusen Plänen wie in der Straße von Hormus. Er ist in seiner Politik vielleicht sogar verzweifelt und muss dringend neue Einnahmequellen suchen. Zu den Fakten: Die Schulden der USA belaufen sich auf 39,2 Billionen (!) US-Dollar. Pro Jahr werden damit Zinsen von über einer Billion US-Dollar fällig.

Das große Problem ist auch hier: Der Zinseszinseffekt lässt die Verschuldung eskalieren. Gleichzeitig verspielen die USA derzeit massiv Vertrauen. Das führt nicht unbedingt dazu, dass die Geldgeber bereitwillig ihr Geld in den USA investieren möchten. Offizielle Schätzungen gehen davon aus, dass im späten Jahresverlauf 2026 erneut ein Schuldenlimit erreicht sein könnte.

China und Japan reduzieren gerade aktiv ihr Engagement in den USA. Das bedeutet, dass die zukünftige Finanzierung womöglich immer wackeliger werden könnte. Es muss keinen Schwarzen Schwan geben. Gewiss auch keinen Crash. Aber ich halte es für wichtig, dass du das Problem und die Tragweite bei den aktuellen Marktbedingungen kennst.

Schwarzer Schwan & Crash: Hohe Erwartungen an das Gewinnwachstum

Ein dritter Schwarzer Schwan könnte meiner Meinung nach in sehr hohen Erwartungen liegen, die die zukünftigen Gewinnerwartungen betreffen. Das wiederum hat auch etwas mit der Halbleiterbranche zu tun. Wie ich kürzlich las, rechnen einige Analysten für das Jahr 2025 mit einer Gewinnwachstumsrate von knapp über 25 % für den S&P 500. Für das Jahr 2027 wird mit einem Wachstum von über 16 % im Jahresvergleich gerechnet. Für den gesamten Index. Für die Summe der Einzelteile dieser 500 börsennotierten Unternehmen.

Was passiert, wenn das nicht eintritt? Gute Frage. Das Shiller-KGV ist mit einem Wert von über 40 jedenfalls so hoch, dass es fast schon ein solches Wachstum voraussetzt. Der Buffett-Indikator liegt bei 220. Wir sehen daher, dass ein Verfehlen von Prognosen eigentlich keine Option ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Themenfelder wie Künstliche Intelligenz oder das gesamte Tech-Segment Geschäftsbereiche wie Lebensmittel und andere, eher kaum wachsende Geschäftsbereiche kompensieren müssen. Eine wichtige Frage lautet daher: Hältst du solche Prognosen für plausibel? Ist der Markt hier noch rational? Oder könnte ein Schwarzer Schwan ausgebrütet werden, der zum nächsten Crash führt? Meine ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht. Aber zumindest wollte ich dich auf alle drei Themenkomplexe hinweisen.

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