54 % deines Vermögens entstehen in den letzten 10 von 40 Jahren

Illustration mit Gold- und Silberbarren, Münzstapeln und einem Geldsack vor steigender Kursgrafik, die vom Boom bei Edelmetallen profitiert.
Foto: KI generiert

Lieber Aktiensegler,

wir befinden uns in einer interessanten Marktphase. Gibt es eine Blase durch Künstliche Intelligenz? Wenn ja, platzt sie in Kürze? All das mögen relevante Fragen sein. Sie zielen aber eher auf die kurzfristige Sicht der Investoren ab.

Machen wir heute daher das, was eigentlich zählt. Wir bleiben langfristig-orientiert. Wenn wir einen Zeitraum von 40 Jahren betrachten, sind nämlich die letzten zehn Jahre die entscheidenden. Lass uns das heute einmal quantifizieren. Ich sage es mal so: Mehr als die Hälfte deines zukünftigen Vermögens machst du in eben jenen finalen Jahren.

Warum 54 % erst in den letzten 10 Jahren entstehen

Nehmen wir an, dass wir 10.000 Euro in Aktien oder einen ETF investieren. Wir erhalten eine gute, marktübliche Rendite von 8 % pro Jahr. Was passiert? Nun, das Vermögen wächst in den ersten 30 Jahren bereits auf 100.600 Euro an. Damit hätten wir unseren Einsatz mehr als verzehnfacht. Wenn wir aber zehn weitere Jahre Zeit haben, so liegt das Endvermögen bei rein rechnerisch 217.200 Euro. Damit entstehen 54 % erst in den finalen zehn Jahren. Wobei im letzten Jahr noch rund 7,4 % des gesamten Vermögens entstehen. Wie gesagt: Unter der Voraussetzung, dass wir mit 8 % Rendite in jedem Jahr rechnen, was in der Praxis natürlich kaum real vorkommt.

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Das Gedankenbeispiel zeigt, wie wichtig der Faktor Zeit eigentlich ist. Großes Vermögen entsteht nicht, indem wir versuchen, den Markt vorherzusehen. Prognosen über drei, vier, fünf Monate oder Jahre aufstellen. Sondern einfach, indem wir in Aktien investieren, an ihnen festhalten und möglichst lange nicht die bestehende Position verkaufen.

Aber noch ein zweiter Aspekt ist wichtig. Dass wir möglichst wenig Zeit verpassen. Wir sehen, dass wir bei möglichen 40 Jahren unserer Investmentreise bei einem Verlust von zehn Jahren bereits auf mehr als die Hälfte unserer Möglichkeiten verzichten würden. Das sollte einen jeden von uns animieren, dass wir so früh wie möglich Geld in den Kapitalmarkt investiert haben, um unser Vermögen bestmöglich zum Wachsen zu bringen.

Keine Zeit zu verlieren

Unser heutiges Modellbeispiel verdeutlicht daher sehr gut, wie wichtig die Zeit ist. Einerseits, wenn es darum geht, dass wir unserem Vermögen genügend Spielraum geben, um auch wirklich zu wachsen. Aber die Perspektive zeigt auch, wie weh es tun kann, wenn wir nur fiktiv ein einzelnes Jahr an Rendite auslassen. Übrigens gilt das auch dafür, wenn wir uns zu früh vom Kapitalmarkt verabschieden, um auf Nummer sicher zu gehen.

Trotzdem sei gesagt, dass in der aktuellen Marktlage hohe Bewertungen herrschen. Das kann die zukünftigen Renditen natürlich auch begrenzen. Aber eins erkennen wir anhand der Rechnung: Dass Zeit im Markt wohl stets ein Timing schlagen dürfte.

Auf die Mathematik hinter deinem Vermögensaufbau,

dein

Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360

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