Was du erwarten kannst, wenn du jetzt 1.000 Euro in die Fresenius-Aktie investierst

Über der Zentrale von Fresenius scheint die Sonne.
Foto: Fresenius SE & Co. KGaA

Bei Fresenius (WKN: 578560) wird aus dem Turnaround zunehmend ein verlässlicher Wachstumskurs. CEO Michael Sen hat den Gesundheitskonzern in den vergangenen Jahren verschlankt und den operativen Fokus auf die beiden Kernbereiche Kabi und Helios gelegt. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 zeigt erneut, warum uns diese Strategie gefällt: Fresenius wächst moderat, steigert den Gewinn überproportional und verbessert gleichzeitig die Bilanz. Genau diese Kombination haben wir uns von unserer Kaufempfehlung für die Fresenius-Aktie erhofft.

Fresenius-Aktie: Gute Umsatz- und Gewinnentwicklung

Der Umsatz erhöhte sich im ersten Quartal organisch um 5 % auf 5,74 Mrd. Euro. Aufgrund negativer Wechselkurseffekte lag das nominale Wachstum zwar lediglich bei 2 %. Operativ stimmt die Entwicklung jedoch. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs währungsbereinigt um 6 % auf 678 Mio. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 11,6 % auf 11,8 %. Das ist zunächst kein gewaltiger Sprung. Fresenius zeigt damit aber erneut, dass das Ergebnis schneller als der Umsatz wachsen kann.

Noch deutlicher erkennen wir den operativen Fortschritt beim Gewinn je Fresenius-Aktie. Das sogenannte Core-Ergebnis, bei dem unter anderem die Beiträge von Fresenius Medical Care und Vitrea ausgeklammert werden, stieg währungsbereinigt um 13 % auf 460 Mio. Euro. Je Aktie entspricht das einem Ergebnis von 0,82 Euro, ebenfalls 13 % mehr als im Vorjahresquartal. Neben dem operativen Wachstum halfen niedrigere Zinskosten und eine geringere Steuerquote. Die Nettozinsaufwendungen sanken von 81 Mio. Euro auf 68 Mio. Euro, während sich die bereinigte Steuerquote von 25,0 % auf 23,2 % verringerte. Fresenius profitiert damit nicht nur von einem besseren Geschäft, sondern auch von seiner verbesserten finanziellen Struktur.

Fresenius Kabi: Auf den ersten Blick unspektakulär

Der Umsatz stagnierte aufgrund von Währungseffekten bei 2,15 Mrd. Euro. Organisch wuchs das Geschäft jedoch um 6 %. Das bereinigte EBIT lag mit 358 Mio. Euro ebenfalls ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres, erhöhte sich währungsbereinigt aber um 4 %. Die EBIT-Marge blieb mit 16,7 % nahezu stabil. Dabei investierte Kabi gezielt mehr in Forschung und Entwicklung, insbesondere im Biopharma-Geschäft. Zusätzlich belasteten US-Zölle und ein Ausschreibungsverfahren für das Ernährungsprodukt Ketosteril in China. Vor diesem Hintergrund finden wir die stabile Marge absolut solide.

Das eigentliche Wachstum entsteht bei Kabi immer stärker in den Zukunftsfeldern Biopharma, Medizintechnik und klinische Ernährung. Diese sogenannten Wachstumsvektoren steigerten ihren Umsatz organisch um 8 % auf 1,24 Mrd. Euro. Das dazugehörige EBIT wuchs währungsbereinigt sogar um 14 % auf 195 Mio. Euro. Die Marge verbesserte sich von 15,3 % auf 15,7 %. Besonders dynamisch entwickelte sich erneut das Biopharma-Geschäft. Der Umsatz legte organisch um 34 % auf 238 Mio. Euro zu. Wachstumstreiber waren vor allem das Biosimilar Tyenne in den USA und Europa sowie die Einführung von Denosumab-Biosimilars in den Vereinigten Staaten.

Biosimilars sind Nachahmerprodukte komplexer biologischer Arzneimittel. Sie lassen sich nicht so einfach kopieren wie klassische Generika, weshalb Entwicklung und Zulassung aufwendiger sind. Dafür bietet der Markt Fresenius die Chance auf höhere Wachstumsraten und attraktive Margen. Im traditionellen Pharma-Geschäft mit intravenös verabreichten Medikamenten und Flüssigkeiten sank der Umsatz nominal hingegen um 4 % auf 911 Mio. Euro. Organisch wuchs der Bereich immerhin um 3 %. Das EBIT verringerte sich währungsbereinigt um 3 % auf 194 Mio. Euro. Mit einer Marge von 21,3 % bleibt dieses Geschäft dennoch hochprofitabel und finanziert einen Teil der Investitionen in die neuen Wachstumsfelder.

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Helios übertrumpft Kabi

Noch stärker entwickelte sich im ersten Quartal Fresenius Helios. Der Umsatz der Krankenhaussparte wuchs organisch um 4 % auf 3,50 Mrd. Euro. Das EBIT legte um 10 % auf 368 Mio. Euro zu. Dadurch verbesserte sich die EBIT-Marge deutlich von 9,8 % auf 10,5 %. Helios erreichte damit bereits im ersten Quartal das obere Ende der für das Gesamtjahr angestrebten Margenspanne. Geholfen haben höhere Preise, steigende Patientenzahlen, weitere Kosteneinsparungen und Zuschläge auf Rechnungen für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten in Deutschland.

Helios Deutschland steigerte den Umsatz um 2 % auf 2,09 Mrd. Euro. Organisch betrug das Wachstum 3 %. Das EBIT erhöhte sich um 10 % auf 173 Mio. Euro, wodurch die Marge von 7,7 % auf 8,3 % stieg. Helios Spanien wuchs ebenfalls: Der Umsatz legte um 5 % auf 1,41 Mrd. Euro zu. Das EBIT erhöhte sich um 11 % auf 195 Mio. Euro. Wir sehen hier den Vorteil des Helios-Geschäftsmodells. Kliniken sind zwar reguliert und von politischen Entscheidungen abhängig. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach medizinischen Leistungen vergleichsweise stabil und kaum von klassischen Konjunkturzyklen abhängig.

Cashflow, Bilanz und mehr

Besonders zufrieden sind wir mit dem Cashflow. Der operative Cashflow vervierfachte sich nahezu von 95 Mio. Euro auf 389 Mio. Euro. Die operative Cashflow-Marge verbesserte sich dadurch von 1,7 % auf 6,8 %. Neben der stärkeren operativen Entwicklung profitierte Fresenius von einem besseren Working-Capital-Management bei Kabi und zeitlichen Zahlungseffekten bei Helios. Der freie Cashflow nach Übernahmen, Dividenden und Leasingverbindlichkeiten erreichte 366 Mio. Euro. Im Vorjahresquartal hatte Fresenius an dieser Stelle noch einen Mittelabfluss von 13 Mio. Euro ausgewiesen.

Der starke Cashflow sorgt auch für weitere Fortschritte in der Bilanz. Die Nettoverschuldung sank innerhalb von drei Monaten von 10,35 Mrd. Euro auf 9,85 Mrd. Euro. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA verbesserte sich dadurch von 2,7 auf 2,6. Fresenius befindet sich damit am unteren Ende des selbst gesteckten Zielkorridors von 2,5 bis 3,0. Gleichzeitig stieg der Bestand an liquiden Mitteln von 1,59 Mrd. Euro auf 2,06 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich leicht von 47,8 % auf 48,3 %. Die Bilanz, die über viele Jahre eine der größten Schwachstellen des Konzerns war, entwickelt sich damit immer stärker zu einer soliden Basis.

Fresenius-Aktie: Keine Prognoseanhebung, aber das soll uns recht sein

Das Management bestätigte nach dem guten Jahresauftakt seine Prognose für 2026. Der Umsatz soll organisch um 4 % bis 7 % wachsen. Beim Core-Ergebnis je Fresenius-Aktie erwartet Fresenius währungsbereinigt ein Plus von 5 % bis 10 %. Die Konzernmarge dürfte ungefähr 11,5 % erreichen. Kabi soll im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen und eine EBIT-Marge von 16,5 % bis 17,0 % erzielen. Bei Helios erwartet das Management ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Marge zwischen 10,0 % und 10,5 %.

Dass die Prognose trotz des zweistelligen Gewinnwachstums nicht angehoben wurde, stört uns nicht. Fresenius verweist auf geopolitische Unsicherheiten, Wechselkurse, US-Zölle und mögliche regulatorische Veränderungen. Etwas Vorsicht erscheint daher angebracht. Gleichzeitig liefert das erste Quartal eine gute Grundlage, um mindestens die bestehende Prognose zu erreichen. Fresenius wächst in seinen Zukunftsbereichen, steigert die Profitabilität bei Helios und baut die Verschuldung weiter ab.

Unser Fazit zur Fresenius-Aktie

Wir sehen daher erneut: Der Konzernumbau funktioniert. Fresenius ist heute fokussierter, profitabler und finanziell stabiler als noch vor wenigen Jahren. Der Gesundheitskonzern ist zwar noch keine dynamische Wachstumsmaschine. Aber er entwickelt sich zunehmend zu genau dem soliden und moderat wachsenden Qualitätsunternehmen, das wir uns beim Kauf der Fresenius-Aktie erhofft haben.

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