Teqnion-Aktie: Plus 52 % bei dieser entscheidenden Kennzahl!

So stellen wir uns die Entwicklung von Gewinnen und Aktienkursen an der Börse vor.
Foto: PublicDomainPictures via Pixabay

Teqnion (WKN: A2PHEY) gehört zu den Serial Acquirern. Das sind Unternehmen, die wie Zinseszins-Maschinen mit sehr profitablen Wachstumsraten alle fünf Jahre ihren Gewinn je Aktie verdoppeln wollen. Dieses große Ziel ist jedoch nur erreichbar, wenn eine starke Unternehmenskultur geschaffen wird, die Dezentralisierung bei den Tochterunternehmen gelebt wird und bei Unternehmenskäufen diszipliniert vorgegangen wird. Bei der Teqnion-Aktie lief in den letzten Jahren nicht alles wie am Schnürchen: Es kam zu Abschreibungen bei Unternehmenskäufen, wodurch das Unternehmen die Ziellinie der Gewinnverdopplung alle fünf Jahre verfehlte.

Das ist ein Grund, genauer hinzusehen, ob Teqnion daraus gelernt hat und jetzt wieder voll Fahrt aufnimmt.

Teqnion-Aktie: Das operative Geschäft brummt wieder

Die Neuausrichtung spiegelt sich in den Zahlen wider: So hat sich der bereinigte Vorsteuergewinn der Tochtergesellschaften im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Der bereinigte Gewinn vor Steuern kletterte von 26 Mio. schwedischen Kronen auf 64 Mio. Kronen.  Aufgrund von IFRS-Leasingeffekten, Neubewertungen von Earn-outs und Holdingkosten kam es bei den Sondereffekten zu Verschiebungen zwischen dem organischen und dem gemeldeten EBITA. Dadurch stieg das gemeldete EBITA unterproportional. Es stieg um 36 % auf 72,9 Mio. Kronen, während das organische EBITA-Wachstum beeindruckende 52 % betrug – eine deutliche Steigerung gegenüber der operativen Marge des Vorjahres, obwohl der Umsatz nur um 9 % gestiegen ist.

Auf Segmentebene nähert sich Teqnion North, das zuvor strukturelle Probleme hatte, mit einer EBITA-Marge von 11,2 % historischen Höchstständen bei Gewinn und Marge, während das neuere Segment Teqnion West seine langfristige Robustheit noch unter Beweis stellen muss. Hier liegt die EBITA-Marge aber schon bei beeindruckenden 25,1 %.  Ein echtes operatives Highlight fernab der nackten Zahlen ist die erfolgreiche Einführung eines internen Best-Practice-Modells: Erfahrene CEOs von Tochtergesellschaften unterstützen nun aktiv die Aufsichtsräte anderer Konzerntöchter, um das kollektive Wissen zu nutzen.

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Bei den letzten Übernahmen lag der Fokus deutlich mehr auf Marge

Der primäre Wachstumstreiber war die exzellente Performance der im Jahr 2025/26 erworbenen Unternehmen, die sich als deutlich profitabler und autonomer erweisen als frühere Zukäufe. Der Auftragsbestand verbesserte sich auf breiter Front, angeführt von drei Konzerntöchtern mit herausragendem Ordereingang. Er stieg um 30,4 % auf 682 Mio. Kronen. Als Wachstumsbremse wirkten hingegen die bewusste, kontinuierliche Einstellung unrentabler Altgeschäfte sowie die fehlende Preismacht einiger Lohnfertiger im Portfolio, die als reine Preisnehmer agieren.

Für das Management bleibt der Gewinn je Aktie (EPS) im Vergleich zum Vorjahr die wichtigste Kennzahl, während der Free Cashflow je Aktie im letzten Quartal durch temporäre Working-Capital-Abflüsse geprägt war. Diese dürften sich jedoch im Zuge des Wachstums wieder normalisieren. Der Gewinn je Teqnion-Aktie stieg um 11 % auf 2,45 Kronen.

Der M&A Prozess hinter der Teqnion-Aktie wurde verändert

Teqnion möchte sich einen Vorsprung durch Effizienz erarbeiten. Dank KI-Unterstützung bewältigt eine einzige M&A-Vollzeitstelle rund neun Akquisitionen pro Jahr. Diese Zahl möchte man beibehalten. Die operative Entscheidungskompetenz liegt nun vollständig beim Management, wodurch sich die Prozesse erheblich beschleunigen.

Hinzu kommt eine Verschärfung der Akquisitionskriterien. So wurde die Umsatz-Untergrenze für Zukäufe angehoben und die geforderte Profitabilitätsmarge von 10 % auf 15 % erhöht. Das Management zieht es vor, „bessere“, robustere Unternehmen zu fairen Multiples zuzukaufen, anstatt sich mit aufwendigen Turnarounds zu belasten.

Teqnion-Aktie: Risiken und unser Fazit

Das größte Risiko für die Teqnion-Aktie bleibt die Nachfolgeplanung beim Zukauf von Privatfirmen sowie die Gefahr, bei zu hohen Kaufpreisen Fehlallokationen zu tätigen. Die Bilanz- und Schuldenkomponente wird konservativ kontrolliert – Stabilität und das Sichern des Überlebens („Hygienefaktoren“) haben intern höchste Priorität, bevor finanzielle Risiken eingegangen werden.

Langfristig hält Teqnion an seiner „Drei-Stufen-Strategie“ fest, deren oberstes Ziel die Verdopplung des Gewinns je Teqnion-Aktie (EPS) alle fünf Jahre ist. Der Ausblick ist positiv: Mit vollen Auftragsbüchern (teilweise bis 2027) und einer gut gefüllten M&A-Pipeline ist das Fundament für nachhaltige Wertschöpfung gelegt.

Wir gehen bei Teqnion weiterhin von stetigem, profitablen Wachstum im zweistelligen Bereich aus. Entsprechend ist die aktuelle Bewertung der Teqnion-Aktie noch attraktiv.

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