5,3 % Dividende und Verdopplungs-Chance: Die Mensch und Maschine-Aktie im Porträt

Mensch und Maschine (MuM, WKN: 658080) ist ein führender europäischer Anbieter von CAD-, CAM- und BIM-Software. Das Unternehmen möchte von der zunehmenden Digitalisierung in Fertigung und Bau profitieren und stetig wachsen. Dieses profitable Wachstum soll auch in Form von Dividenden an die Aktionäre weitergegeben werden. Aktuell liegt die Dividendenrendite der Mensch und Maschine-Aktie bei 5,3 %. Wie es weitergeht, erläutern wir jetzt.
Was die Mensch und Maschine-Aktie aktuell bewegt
Die Mensch und Maschine-Aktie hat in den letzten fünf Jahren um 38 % nachgegeben, nachdem sie sich zuvor mehr als verzehnfacht hatte. Die europäische Software- und Bau-/CAD-Branche bewegt sich derzeit in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld. Hohe Zinsen, gestiegene Materialkosten und eine allgemeine Investitionszurückhaltung in der Wohnungsbauwirtschaft sowie im Maschinenbau belasten die Gesamtnachfrage.
In diesem schwierigen Marktumfeld behauptet die Mensch & Maschine SE jedoch eine herausragende Stellung. Als einer der führenden europäischen Anbieter von CAD-, CAM- und BIM-Software und als einer der größten Partner des US-amerikanischen Branchenriesen Autodesk ist das Unternehmen tief in den Entwicklungsprozessen seiner Kunden verankert. MuM vertreibt nicht nur Fremdsoftware, sondern entwickelt seit Jahren sehr erfolgreich eigene, hochprofitable Branchensoftware. Das verleiht dem Unternehmen eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber reinen Handelsunternehmen.
Das Handels- und Beratungssegment kämpft mit Sonderfaktoren
Die Stärke des Geschäftsmodells zeigte sich auch in der operativen Entwicklung im ersten Halbjahr 2026: Der Konzernumsatz stieg um 8,2 % auf 130,75 Mio. Euro (im Vorjahr waren es 120,87 Mio. Euro), der Rohertrag legte um 1,9 % auf 95,09 Mio. Euro zu. Damit stieg der Anteil der MuM-eigenen Wertschöpfung am Rohertrag auf den historischen Rekordwert von rund 83 %.
Bei der Betrachtung der einzelnen Segmente zeigt sich eine deutliche Zweiteilung: Das Segment für die eigene Software entwickelte sich äußerst dynamisch. Der Umsatz stieg um 9,0 % auf 66,09 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) in diesem Bereich kletterte überproportional um 19 % auf 22,17 Mio. Euro (Vorjahr: 18,62 Mio. Euro). Dies unterstreicht die hohe Skalierbarkeit der eigenen Produkte.
Im Handels- und Beratungssegment (auch Digitalisierung genannt) stieg der Umsatz um 7,4 % auf 64,66 Mio. Euro. Das Segment-EBIT fiel jedoch um 27 % auf 5,97 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis im Digitalisierungssegment wurde insbesondere im zweiten Quartal durch einen kalkulierbaren Autodesk-Einmaleffekt (Umstellung der Abrechnungsmodelle, die im Vorjahr zu Vorzugseffekten geführt hatten) temporär belastet. Dies stellt jedoch keine strukturelle Verschlechterung dar.
Ein operatives Highlight zur technischen Auflockerung jenseits der reinen Finanzzahlen lieferte der aktuelle Halbjahresbericht: MuM setzt in seinen eigenen Softwarelösungen zunehmend fortschrittliche Methoden der künstlichen Intelligenz ein. Ein prominentes Anwendungsbeispiel ist der Einsatz von KI-Algorithmen zur Optimierung der Prozessqualität und Energieeffizienz beim Schmelzen von Aluminium. So wurde die Herstellung von Aluminiumfelgen, die oft an Autos sichtbar sind, optimiert.
Mensch und Maschine-Aktie: Das Motto „Kosten-Nulldiät“ trägt Früchte
Der wichtigste interne Wachstumstreiber für die operative Marge war die eiserne Kostendisziplin des Managements. Unter dem Motto „Kosten-Nulldiät“ blieben die operativen Gesamtkosten im Halbjahr nahezu unverändert, während der Rohertrag weiter zulegte. Zudem wirkt sich der kontinuierlich steigende Anteil der hochmargigen Eigensoftware als dauerhafter Ergebnistreiber aus.
Trotz des Dämpfers im Reselling-Bereich blieb die operative Konzernmarge (EBIT-Marge) mit 21,5 % auf einem sehr hohen Niveau. Beim Ergebnis je Aktie (EPS) blieb MuM voll auf Zielkurs: Mit einem Anstieg um 5,0 % auf 111 Cent (Vorjahr: 106 Cent) liegt der Wert genau im Planfenster für das Gesamtjahr (211 bis 226 Cent). Hervorragend entwickelte sich der operative Cashflow, der von 88 Cent je Aktie auf beeindruckende 156 Cent je Mensch und Maschine-Aktie sprang.
Der Vergleich mit dem Konkurrenten Addnode
Im direkten Wettbewerbsvergleich wird die Mensch und Maschine-Aktie häufig mit dem schwedischen Konkurrenten Addnode Group gemessen. Durch den Fokus auf die Eigenentwicklung besitzt MuM einen deutlich höheren Rohertragsanteil aus eigener Wertschöpfung (ca. 83 %). Dies führt zu strukturell höheren operativen Margen und einer im Branchenvergleich überlegenen M&A-Disziplin, da MuM organisches Wachstum bevorzugt und teure, risikoreiche Übernahmen meidet.
Addnode ist dagegen geografisch und sektoral breiter aufgestellt. Während Addnode stark im öffentlichen Sektor und in den nordischen Ländern verankert ist, ist MuM vergleichsweise stark von der Wirtschaftslage im DACH-Raum und dem Bausektor abhängig. Zudem überzeugt uns die höhere Wertschöpfung für Aktionäre bei MuM, was sich auch in der Kapitalrendite von 40,3 % statt 8,9 % bei Addnode widerspiegelt.
Zu den wesentlichen Risiken von MuM (aber auch von Addnode) gehören die Abhängigkeit von den strategischen Entscheidungen des Hauptpartners Autodesk sowie allgemeine Konjunkturrisiken im Maschinenbau und Baugewerbe. Diese Risiken werden jedoch durch eine extrem solide Bilanz abgefedert. MuM wirtschaftet seit Jahren mit einer sehr geringen Nettoverschuldung. Dank des starken operativen Cashflows und der hohen Eigenkapitalquote ist die Finanzlage absolut krisenfest.
Die Kapitalallokation von Mensch und Maschine gilt am Aktienmarkt als Musterbeispiel für Aktionärsfreundlichkeit. Da das Unternehmen aufgrund seines organischen Skalierungsmodells nur sehr geringe Sachinvestitionen benötigt, fließt der Großteil des erwirtschafteten Cashflows direkt an die Anteilseigner zurück. Das Management verfolgt eine Politik der Kontinuität: Für das Geschäftsjahr 2026 ist eine Dividende von 220 bis 240 Cent je Aktie vorgesehen (nach 200 Cent im Vorjahr). Damit ist die Mensch und Maschine-Aktie ein verlässlicher Dividendentitel.
Die Mensch und Maschine-Aktie ist attraktiv bewertet
MuM setzt für die Zukunft auf die konsequente Digitalisierung der Industrie- und Bauprozesse (Building Information Modeling/BIM) sowie auf die schrittweise Anreicherung der eigenen Software-Suite mit KI-Funktionen. Das Management bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 mit einem erwarteten Gewinn je Mensch und Maschine-Aktie zwischen 2,11 und 2,26 Euro. Auch das langfristige Ziel steht fest: Bis zum Jahr 2030 plant das Unternehmen, den Gewinn je Aktie im Vergleich zu heute mehr als zu verdoppeln und die Marke von 3,80 Euro je Aktie zu überschreiten.
Angesichts dieses Ausblicks erscheint das aktuelle KGV der Mensch und Maschine-Aktie von 16,5 attraktiv. Das Unternehmen hat gezeigt, dass es insbesondere im Softwaresegment (+19 % im EBIT) wieder sehr profitabel wachsen kann.
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