Du könntest es 2035 bereuen, jetzt keine SAP-Aktien zu kaufen

Hinter der SAP-Aktie (WKN: 716460) steckt längst viel mehr als ERP. Im Zuge der Cloud-Transformation ist der Walldorfer Konzern zu einem umfassenden Anbieter von plattformorientierter und KI-gestützter Unternehmenssoftware herangewachsen.
SAP-Aktie: Kursentwicklung und Operatives klaffen auseinander
Obwohl SAP sich auch im Q2 operativ sehr stark entwickelt hat, halbierte sich der Kurs der SAP-Aktie über die vergangenen zwölf Monate. Es wird viel an dem Unternehmen herumgemäkelt. Dabei hat es im ersten Halbjahr 1 Mrd. Euro an freiem Cashflow erwirtschaftet – pro Monat!
Das SAP‑Management hat die Vision konsequent vorangetrieben, SAP zu einem zentralen Enabler für zunehmend autonom operierende Unternehmen zu machen. Dazu gehören gezielte Übernahmen, die sich als klar definierte Bausteine in den technologischen Gesamtstack einfügen. Mit Prior Labs und Dremio können SAP‑Plattformen semantisch angereicherte Daten aus unterschiedlichsten Quellen in einem einheitlichen Modell verarbeiten, während Reltio eine konsistente und qualitativ hochwertige Datenbasis sicherstellt, auf der agentische KI effizient und zuverlässig arbeiten kann.
Kurzum: Dremio bringt die Daten zusammen, Prior Labs macht die Daten verständlich und Reltio macht die Daten sauber. Damit entstehen ideale Arbeitsbedingungen für digitale Kollegen. Die technische Basis steht. Jetzt geht es in Richtung Kommerzialisierung.
Die KI-Fantasie für die SAP-Aktie
Noch ist KI eine Komponente in Abopaketen wie RISE with SAP oder wird als Add-on verkauft. Teilweise erfolgt auch eine ressourcenbasierte Monetarisierung über die Nutzung der Business Data Cloud. Aber so richtig los geht es erst, wenn agentische KI durchstartet. Dann kann SAP für einzelne Agenten und deren einzelne Aktivitäten kassieren.
Hinzu kommt ein Marktplatz für Agenten von Drittanbietern, wo SAP am Umsatz beteiligt wird. All das wird nicht in wenigen Monaten ganz groß werden, da Kunden viel experimentieren und mit Ausrollen zögern. Aber mittel- bis langfristig birgt es riesige Potenziale.
Auch so läuft es unverändert sehr gut:
- +22 % bei den Clouderlösen
- +27 % beim Auftragsbestand
- immerhin +9 % beim Gesamtumsatz
Gleichzeitig dreht SAP weiterhin an der Kostenschraube. Dabei geht es nicht nur um die Reduktion von Stellen, sondern auch um den massiven Einsatz der eigenen Software. Finanzchef Dominik Asam spricht davon, dass SAP bereits große Fortschritte macht, ein autonomes Unternehmen zu werden. Dass diese anhaltenden Transformationsmaßnahmen kurzfristig eher die Margen belasten, ist verständlich. Wenn es allerdings funktioniert, dann könnte SAP einen riesigen Effizienz- und Innovationssprung schaffen, der das Unternehmen und die SAP-Aktie erfolgreich in die Zukunft trägt.
SAP-Aktie: Der Ausblick und unser Fazit
Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Software&Cloud-Umsatz von rund 36,5 Mrd. Euro, bei einem bereinigten Betriebsergebnis von 12 Mrd. Euro und einem freien Cashflow von 10 Mrd. Euro. Beim kurzfristigen Auftragsbestand soll es allerdings etwas langsamer vorangehen wie 2025 (+25 %). Das dürften übliche Schwankungen sein. Solange der Wert über 20 % liegt, können wir sehr zufrieden sein.
Dank der üppigen Geldzuflüsse steht dem Management volle Optionalität zur Verfügung. Und davon macht es Gebrauch. Neben Zukäufen und erhöhten Ausgaben für die Produkt- und Plattformentwicklung hat SAP auch in großem Umfang SAP-Aktien zurückgekauft und bezahlt eine steigende Dividende, die immerhin 2 % bringt. Obwohl SAP viel Geld einsetzt, füllen sich die liquiden Mittel schnell wieder auf und liegen zum 30. Juni bei 11,6 Mrd. Euro. Bei einer Finanzverschuldung von 8,5 Mrd. Euro sprechen wir hier von einer Nettoliquidität von 2,8 Mrd. Euro.
Gut planbare Umsätze, Skalierungseffekte, eine komfortable Bilanzsituation und eine aussichtsreiche Weiterentwicklung der Strategie sprechen dafür, dass die Erfolgsgeschichte der SAP-Aktie weitergeht und das derzeitige Kurstal nur eine Episode darstellt.
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