Das sicherste passive Einkommen: (Fast) Ohne Dividenden?!

Wie baut man sich das sicherste passive Einkommen auf? Meine erste Reaktion ist eigentlich immer, dass man qualitative Dividendenaktien kaufen sollte. Zeitlose Geschäftsmodelle, starke Dividendenhistorien. Im Grunde genommen beinhaltet der Ansatz alles, was zum Beispiel Coca-Cola mitbringt.
Dividende und ein passives Einkommen gehen dabei Hand in Hand. Mittlerweile überlege ich jedoch, ob ein anderer Ansatz noch nachhaltiger sein könnte.
Er funktioniert fast ohne Dividenden. Wobei Aktien in Summe dazu neigen, stets etwas auszuzahlen. Lass uns heute einmal die Vor- und Nachteile dieses Ansatzes durchdenken. Möglicherweise stelle ich meinen persönlichen Ansatz zumindest in Teilen in Zukunft um.
Passives Einkommen: Ohne Dividende funktioniert das so!
Die Idee hinter dem Ansatz ist alles andere als neu. Ein passives Einkommen ohne Dividende kann man sich aufbauen, indem man eine Aktie kauft und sie zu höheren Kursen wieder verkauft. Die Wertsteigerung lässt man sich quasi auszahlen. Ein gängiger Kritikpunkt: In einem diversifizierten Portfolio kann man kaum kleine Positionen verkaufen, ohne an Substanz und Qualität einzubüßen. Die Einschätzung teile ich.
Ein ETF auf den S&P 500 verändert die Situation grundlegend. Wer einen höheren Betrag von beispielsweise 100.000 Euro für den Ruhestand investiert, kann einfacher eine Position abbauen. Man verkauft auch hier den Wertzuwachs. Bei einer durchschnittlichen Rendite pro Jahr von 8 % könnte man relativ einfach und nachhaltig 3,5 bis 4,0 % abbauen. Das funktioniert vielleicht nicht in jedem Jahr. Korrekturen oder Crashs können den Ansatz erschweren. Aber wer seine Positionen ein wenig aktiver begleitet, der könnte in einer Phase der hohen Bewertungen (zum Beispiel jetzt) einen Teil der Position abbauen, um sich dadurch ein passives Einkommen für zwei, drei Jahre zu sichern.
Natürlich besitzt der S&P 500 auch eine Dividende. Momentan gibt es rund 1,1 %. Diese Mittel kann man sich entweder zusätzlich auszahlen per ausschüttendem ETF. Oder man hat einen thesaurierenden Fonds. Dann könnte man die neuen Anteile verkaufen, um ein passives Einkommen zu erzielen. Eine große, marktbreite Position ist womöglich eine gute Basis. Die Dividende wäre nicht so hoch gewichtet.
Ein Ansatz mit mehreren Vorteilen
Ich sehe jedenfalls mehrere Vorteile in genau diesem Ansatz. Der erste und womöglich größte Vorteil ist, dass man eine marktübliche Rendite mitnimmt. Die Chance des Marktes ist vorhanden. Risiken begrenzt man ebenfalls auf die marktüblichen Faktoren. Keine Einzelrisiken. Es besteht auch nicht das Problem, dass eine Aktie die Dividende kürzt und man plötzlich weniger passives Einkommen hat. Mit der Rendite des Marktes muss man einfach ein wenig planen, ohne, dass man Einzelschicksale erlebt.
Der zweite Vorteil ist eine geringere Konzentration auf die Dividende. Viele Investoren verzichten auf Kursgewinne, um ein passives Einkommen zu erhalten. Ein REIT mit 5 % scheint da beispielsweise attraktiver, als eine Wachstumsaktie, die vielleicht 12 % Kurssteigerung pro Jahr bietet, ohne ein Einkommen zu ermöglichen. Der ETF-Ansatz kombiniert beides. Legt aber auch einen Schwerpunkt auf den allgemeinen Wertzuwachs. Die Gesamtrendite des Index bildet das Fundament für die Rendite und durch Teilverkäufe auch für ein passives Einkommen. Nicht bloß die Dividende.
Zu guter Letzt ist man mit einem ETF auf den S&P 500 zugleich in die starken US-Einzelwerte investiert. Wer zum Beispiel vor einigen Jahren investiert hätte, der profitiert bis heute von der starken Wertsteigerung von Nvidia und den anderen Halbleiter-Aktien. Diese Wertgewinne tragen jetzt zu einem passiven Einkommen bei. Nur eben ohne eine Dividende. Oder eine nennenswerte Dividende.
In der nächsten Korrektur: Passives Einkommen ohne Dividende steht bei mir im Vordergrund!
Ich habe lange darüber nachgedacht, aber mein Entschluss steht fest: Neben meinen Dividendenaktien baue ich mir in der nächsten Korrektur ein Fundament für ein passives Einkommen ohne Dividende auf. Der S&P 500 ist mein Mittel der Wahl. In den kommenden Jahren oder eher Jahrzehnten möchte ich eine sechsstellige ETF-Position aufbauen. Am Anfang steht der einfache Wertzuwachs im Vordergrund. Später ein Teilverkauf zwischen 3,5 und 4,0 % pro Jahr, um Einkommen zu generieren.
Die Position soll ein Anker in meinem Depot sein, der stabil von der Wertentwicklung des breiten US-Marktes profitiert. Dabei soll die Kernposition langfristig sogar weiterwachsen. Mit geringen Teilverkäufen schöpfe ich dann lediglich einen Teil des Wertzuwachses ab. Ein wenig aktives Management, um in einer Korrektur nicht verkaufen zu müssen, gehört dann natürlich dazu. Meine Überzeugung ist jedoch: Ein ETF auf den S&P 500 ist mit dem Quäntchen aktivem Management sicherer, als sich darauf verlassen zu müssen, dass jedes Einzelteil im Depot niemals die Dividende senkt.
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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
