Der Bärenmarkt-Überlebensguide: Wie du mit einer Marktkorrektur umgehst!

Ein Aktienwelt360 Sonderbericht

Der Bärenmarkt-Überlebensguide

Wie du mit einer Marktkorrektur umgehst!

Lieber Anleger,

2020 begann damit, dass der längste Börsenaufschwung in der Geschichte sich fortsetzte. Doch dann wurde der Aufwärtstrend plötzlich gebrochen. Auf einen scharfen Einbruch folgte eine fulminante Rallye, die dann in eine Korrektur der Tech-Aktien im Frühjahr 2021 mündete. Zwar erholte sich der Markt etwas, die während der Corona-Krise hochgeflogenen Tech-Aktien crashten im vergangenen Jahr (manchmal länger, manchmal nicht) jedoch stark.

An all dem war das durch das Coronavirus verursachte Chaos in jedweder Hinsicht schuld, aber es gab und gibt immer noch auch andere Unsicherheiten, die eine Gefahr für den Aktienmarkt darstellen:

  • USA: Handelskrieg mit China ist auch Ende des Jahres 2022 noch nicht vorbei
  • in der Ukraine herrscht ein Krieg innerhalb Europas
  • Deutschlands Industrie schwächelt in Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen besorgniserregend

Das sind ziemlich viele Risiken!

Kein Wunder, dass viele Anleger nervös sind. Das ist eine nachvollziehbare Reaktion. Schließlich mag es niemand, wenn das eigene Portfolio an Wert verliert.

Aber auch wenn Kursrücksetzer und Bärenmärkte beide beängstigende Ereignisse sein können, sind sie nicht das Ende der Welt. Tatsächlich kann man sie sich mit sorgfältiger Vorbereitung sogar zunutze machen!

Hier sind vier Schritte, die man unserer Meinung nach immer vor Augen haben sollte, wenn der Aktienmarkt einen Rücksetzer erlebt:

Schritt 1

Sei bereit, neue Mittel zu investieren

Geldscheine 50 Euro-Scheine

Foto: Getty Images

Wir von der Aktienwelt360 sind der Meinung, dass Aktien das beste Zuhause für deine langfristigen Ersparnisse sind, weil sie auf lange Sicht eine weitaus höhere Rendite als alternative Anlageklassen, insbesondere Bargeld, bieten sollten. Der Schlüsselbegriff dabei ist „auf lange Sicht“. Kurzfristig könnte alles passieren.

Wenn du für 10, 20, 30 Jahre oder länger investierst, dann sollte jeder Kursrücksetzer, auf den du stößt, eines Tages wie eine kaum bemerkbare Delle erscheinen. Falls man sich überhaupt daran erinnert!

Über kurze Zeiträume können die Aktienkurse jedoch sehr volatil sein, wie wir in den letzten Monaten gesehen haben. Das bedeutet, dass man niemals Geld investieren sollte, auf das man in den nächsten ein oder zwei Jahren zurückgreifen muss. Wir sind der Meinung, dass jeder Rücklagen haben sollte, um nicht in kurzfristige Geldnot zu kommen.

Wenn es eine große Ausgabe gibt, die kurz bevorsteht, wie zum Beispiel eine Zahlung für eine Immobilie oder größere Reparaturen, dann sollte man dieses Geld nicht den Schwankungen des Aktienmarkts aussetzen und als Barmittel bereithalten.

Wir glauben, dass der Rest deines langfristigen Vermögens am Aktienmarkt investiert sein sollte. Und ein Bärenmarkt könnte der perfekte Zeitpunkt sein, um es dort zu investieren!

Schritt 2

Verkaufe bitte nicht deine Aktien

Mann sitzt am PC mit erhobenen Armen

Foto: Getty Images

Es ist kein gutes Gefühl, wenn es im eigenen Portfolio rot wird, aber man hat eigentlich noch kein Geld verloren. Das wird nur dann passieren, wenn man Panikverkäufe tätigt, die die Verluste auf Papier zur Realität werden lassen.

Die goldene Regel des Investierens lautet: „Kaufe niedrig und verkaufe hoch.“ Wenn du während einer Korrektur oder eines Bärenmarkts verkaufst, verkaufst du möglicherweise zu einem niedrigen Preis und das will niemand.

Widerstehe der Versuchung, bei einer Marktschwäche Aktien zu verkaufen. Du würdest dich dann ärgern, wenn die Märkte wieder nach oben gehen, was sie letztendlich tun sollten, wenn man genug Geduld mitbringt.

Bei Verkäufen werden außerdem Handelsgebühren und vielleicht auch Steuern fällig, und man verpasst dann oft Dividenden. Und danach wird man vor einer sehr schwierigen Entscheidung stehen: Wann man wieder in den Markt einsteigt.

Bis man sich dazu bereit fühlt, könnten Aktienkurse schon wieder viel teurer sein. Also lass dich nicht in Versuchung führen. Du könntest es bereuen!

Schritt 3

Geh auf Schnäppchentour

Rabattaktion

Foto: Getty Images

Stell dir vor, du stehst an der Kasse mit einem neuen Laptop oder Mobiltelefon, das du unbedingt kaufen willst, und der Kassierer sagt: „Wir bieten Ihnen heute 25 % Rabatt darauf.“ Würdest du in Panik geraten und rauslaufen? Das wäre verrückt. Aber das ist, was die Leute während der Bärenmärkte tatsächlich tun. Die Aktien fallen um 10 % oder 20 %, und die Anleger geraten in Panik und hören auf, sie zu kaufen. Sie warten, bis die Kurse steigen und kaufen dann wieder Aktien.

Erkennst du dieses Verhalten bei dir selbst? Was passiert, ist, dass die Angst die Oberhand gewinnt. Die Anleger sind gelähmt und verpassen ihre Chance. Sie finden ihren Mut erst wieder, wenn alle anderen das auch tun und es für richtige Schnäppchen zu spät ist. Wo lässt man sich sonst Schnäppchen verderben?

Einen Bärenmarkt sollte man als große Rabattaktion betrachten!

Wir können verstehen, dass dies nicht einfach ist, und es besteht natürlich auch die Gefahr, dass die Aktienmärkte noch weiter fallen. Es gibt jedoch einen Weg, diese Gefahr in Grenzen zu halten.

Anstatt das ganze Geld auf einmal zu investieren, kann man dies Stück für Stück tun. Zum Beispiel kann man die Käufe eines monatlichen ETF-Sparplans noch ergänzen, wenn Aktienmärkte gerade ein gutes Stück gefallen sind, auch wenn einem das schwerfällt.

Man sollte nicht davon ausgehen, dass man den genauen Tiefpunkt des Aktienmarktes treffen wird. Das kann niemand. Man sollte sich nur daran erinnern, dass der DAX oder andere Aktienmärkte billiger als vorher sind und man sie mit einem Rabatt kauft. Wenn man vorhat, seine Aktien mindestens für die nächsten 10 bis 15 Jahre zu halten, sollte der Portfoliowert hoffentlich bis dahin viel höher sein.

Lerne also, einen Bärenmarkt zu lieben. Er könnte eine der besten Investitionsmöglichkeiten sein, die du je haben wirst!

Schritt 4

Vergiss nicht, langfristig zu denken

Balancierte Steine am Strand

Foto: Getty Images

Bärenmärkte sind zweifellos beängstigend. Das kann man besonders leicht vergessen, wenn man lange keinen mehr erlebt hat.

Natürlich wäre es schön, wenn Aktienmärkte jedes Jahr geradlinig einfach nach oben gehen würden, so dass man sein Portfolio alle 12 Monate anschauen könnte und satte Kursgewinne sieht.

Leider funktioniert der Aktienmarkt so nicht. Volatilität ist der Preis, den man für das größere langfristige Potenzial von Investitionen in reale Unternehmen, die dem Konjunkturzyklus unterliegen, bezahlt.

Mit Bargeld und Anleihen kann man auf Nummer sicher gehen, aber man wird damit mit ziemlicher Sicherheit weniger Geld verdienen.

Man sollte sich nicht vor Bärenmärkten fürchten. Stattdessen sollte man versuchen, sie zu seinem Vorteil zu nutzen, indem man an bestehenden Investitionen festhält und sich auch ein paar potenzielle Schnäppchen ins Depot holt.

Bei der Schnäppchenjagd kann es aber einen riesigen Unterschied machen, wenn man eine sehr sorgfältige Auswahl trifft.