Walt Disney: Plötzlich Dividendenwachstum & Aktienrückkäufe

Das ikonische Schloss von Walt Disney umgeben von zahlreichen Besuchern
Foto: Craig Adderley via Pexels

Walt Disney (WKN: 855686) hat die Investoren in der Breite mit seinen Quartalszahlen überzeugt. Das Management des US-amerikanischen Medien- und Freizeitkonzerns konnte insbesondere mit einem Umsatz in Höhe von 23,5 Mrd. US-Dollar punkten. Sowie mit einem Ergebnis je Aktie, das auf bereinigter Basis bei 1,22 US-Dollar gelegen hätte. Das unterstreicht profitablere Ambitionen.

Im Direct-to-Consumer und somit dem Streaming-Segment wuchs der Umsatz um 15 % im Jahresvergleich auf 5,54 Mrd. US-Dollar. CEO Bob Iger gab daher selbstsicher zu Protokoll: Disney habe den Turnaround im vergangenen Quartal gemeistert.

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Das führt zu einer Besonderheit im Fiskaljahr 2024: Das Management von Walt Disney möchte verstärkt auf Kapitalrückführungen setzen, um den eingetretenen Turnaround-Pfad nun weiterzugehen. Sind diese Maßnahmen effektiv und sinnvoll? Sehen wir sie uns zunächst ein wenig näher an.

Walt Disney: Höhere Dividende und Aktienrückkäufe

Wer das Quartalszahlenwerk von Walt Disney vollständig gelesen hat, der dürfte bereits auf einer der ersten Seiten über die entsprechende Passage gestolpert sein. Hier heißt es sinngemäß: Aufgrund der wieder profitableren Ausgangslage möchte das Management des US-Konzerns die Dividende je Aktie von 0,30 US-Dollar auf 0,45 US-Dollar erhöhen. Zahlbar wird die nun erhöhte Dividende mit der zweiten Auszahlung im Juli des Jahres 2024. Das entspricht einem Dividendenwachstum von 50 %! Zudem sollen im Fiskaljahr 2024 bis zu 3 Mrd. US-Dollar in Aktienrückkäufe investiert werden.

Insgesamt möchte Walt Disney nun also ca. 6 Mrd. US-Dollar in Kapitalrückführungen investieren. Möglich wird das durch einen freien Cashflow, der im Jahre 2024 bei voraussichtlich 8 Mrd. US-Dollar liegen soll. Oder anders gesagt: Rund 75 % der eigenen freien Mittel wird das Management nutzen, um den Investoren nach schwierigen Jahren mal etwas zurückzugeben.

Aber was bewirkt das? Nun. Selbst bei einer Jahresdividende in Höhe von 0,90 US-Dollar läge die Dividendenrendite zur Zeit bei ca. 0,83 %. Das ist und bleibt vergleichsweise wenig. Mit dem investierten Geld in Aktienrückkäufe können bei einer Marktkapitalisierung in Höhe von 202 Mrd. US-Dollar ca. 1,48 % aller ausstehenden Aktien gekauft und (gegebenenfalls) eingezogen werden. Auch dieser Wert erscheint vergleichsweise gering. Die Gesamtrendite der Kapitalrückführungen beläuft sich entsprechend auf ca. 2,31 % im Fiskaljahr 2024.

Andere Prioritäten wären vielleicht besser…

Ehrlich gesagt: Ich verstehe diesen Schritt bei Walt Disney nicht. Das Management nimmt im Fiskaljahr 2024 6 Mrd. US-Dollar in die Hand, um den Investoren bei den aktuellen Kursen eine Kapitalrückführungsrendite in Höhe von 2,31 % zu bescheren. Das ist lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Für die meisten Investoren dürfte die Dividendenrendite selbst gemessen an ihren Kaufkursen ein Witz sein. Immerhin: Die Aktienrückkäufe können bei eingezogenen Anteilsscheinen die Anzahl ausstehender Aktien nachhaltig reduzieren. Zumal die Aktie jetzt wirklich vergleichsweise preiswert erscheint.

Trotzdem ist es nicht unerheblich, dass Walt Disney voraussichtlich 75 % des eigenen freien Cashflows für Kapitalrückführungen verwendet. In einer Zeit, in der bei Disney+ die Abonnenten um 1 % auf 111,3 Mio. aktiver Zuschauer zurückgegangen sind. Und das Wachstum bei Hulu tendenziell eher stagniert. Kapitalrückführungen scheinen daher zur Zeit eine höhere Priorität zu besitzen, als weitere Reinvestitionen in das eigene Geschäft.

Vielleicht möchte sich Bob Iger mit einem steigenden Aktienkurs als CEO in 2024 verabschieden. All das mag sein. Aber erneut kurzfristig-orientierte Entscheidungen zu treffen erscheint mir in der jetzigen Situation wenig sinnvoll. Die ersten nennenswerten operativen Erfolge direkt für Kapitalrückführungen zu verwenden ist jedenfalls eine Strategie, die ich sehr genau im Auge behalten werde. Dividende und Aktienrückkäufe, insbesondere in diesem vergleichsweise „geringen“ Umfang hinsichtlich der Renditen, sind für mich ein alarmierendes Signal.

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Vincent besitzt Aktien von Walt Disney. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Walt Disney.



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