Mit Wirkung zum 29. Dezember 2022 hat The Motley Fool seine Geschäftsanteile an Fool.de an Aktienwelt360 verkauft. Ab diesem Zeitpunkt trägt Aktienwelt360 die alleinige Verantwortung und Kontrolle für alle neuen Inhalte auf Aktienwelt360.de.

Wird Canadian Oil Sands durchkommen?

Heutzutage ist die Ölproduktion viel weniger profitabel als einst. Besonders, wenn man aufwendlige Projekte betreibt, die einen hohen Ölpreis verlangen, damit die Kosten überhaupt wieder reinkommen.

Canadian Oil Sands (TSX:COS) (FRA:CQQ) hat sicherlich Schwierigkeiten gehabt, an politischer wie auch an betrieblicher Front. Und da die Ölpreise gerade im Keller sind, wie sieht da die Zukunft für Investoren aus?

Gekürzte Dividende

Im Januar haben Canadian Oil Sands verkündet, die Dividende zu kürzen – von 0,35 CAD auf 0,05 CAD pro Aktie. Zeitgleich wurde verkündet, dass man im Jahr 2015 bis zu 400 Millionen CAD an Betriebs- und Entwicklungskosten einsparen wolle. Das Unternehmen hat außerdem sein Budget um 20% bzw. knapp über 100 Millionen CAD beschnitten.

Nach dieser Kürzung der Dividende wurden Aktien wie wild verkauft – und das damit reduzierte Kapital hat noch einmal jene laufenden Projekte des Unternehmens belastet, die immer wieder einen Schuss frischen Cashs benötigen um hohen Output zu garantieren.

Immer wieder Projekte mit Schwierigkeiten

Das größte Asset von Canadian Oil Sands sind die 37% Anteile an Syncrude Canada Ltd., dem zweitältesten Ölsand-Unternehmen. Leider sieht sich das alternde Projekt immer wieder Schwierigkeiten ausgesetzt, unter anderem durch beschädigte, nicht mehr zeitgemäße Maschinerie, die immer wieder das Produktionsvolumen dampft.

Allein im letzten Jahr haben die vielen Schwankungen von Syncrude Canadian Oil Sands dazu gezwungen, die Produktionserwartungen drei Mal nach unten zu korrigieren. Beschädigtes Equipment führte im Jahr 2014 zu den geringsten Durchschnittsfördermengen seit 2006.

Diese Betriebsschwierigkeiten sowie sinkende Rohölplreise üben Druck aus auf die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. Da man aber nicht der Hauptanteilseigner ist, hat Canadian Oil Sands noch ein paar Optionen, um Syncrude betreffend das Ruder rumzureißen. Imperial Oil Ltd, das zu Exxon Mobil gehört, hält 25% des Projekts und führt das Tagesgeschäft.

Laut dem CEO handelt es sich um „eine große Anlage mit facettenreichem Betrieb. Wenn man die eine Sache in den Griff bekommt, sieht man sich an anderer Stelle neuen Schwierigkeiten ausgesetzt.“

Neue Regularien sind keine große Hilfe

Diesen Mai hat Kanada erneut bekräftigt, dass man bis zu Jahr 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen um 30% verringern will (gegenüber 2005). Und diese Reduktion dürfte wohl vor allem über die Branchen Öl und Gas greifen. Kanada plant insbesondere, den Methanausstoß der Öl- und Gasindustrie zu verringern, darunter fallen Lecke und lodernde Gasflammen. Obwohl diese neuen Bedingungen zu stemmen sein dürften, führt es doch zu weiteren Kosten und Unsicherheit für Projekte, die bereits jetzt finanziell betrachtet auf tönernen Füßen stehen.

Ziele für 2015 nur schwer zu erreichen

Canadian Oil Sands gehen davon aus, dass Syncrude im Jahr 2015 zwischen 90 und 110 Millionen Barrel Öl fördern kann. Dieses Ziel hat das Unternehmen schon 2014 ausgegeben und musste dann schon schnell das Ziel nach unten korrigieren. Letztlich befand man sich am unteren Ende der Erwartungen. Wenn die Geschichte als Indikator dienen kann, dann wird das Unternehmen große Schwierigkeiten bekommen, die Ziele zu erfüllen.

Zur Prognose des Unternehmens gehört auch, dass der Ölpreis 2015 etwa bei 75 USD pro Barrel liegen wird. Derzeit liegen diese Preise aber 10 bis 15% darunter. Canadian Oil Sands dürfte sich also schon bald gezwungen sehen, die Erwartungen wieder einmal nach unten zu korrigieren. Darüber hinaus steigt der Druck, Grund: geringere Einnahmen, 2,3 Milliarden CAD Schulden und lediglich 120 Millionen CAD verfügbares Cash.

Fazit: Nimm die Beine in die Hand

Es ist selbstverständlich sehr attraktiv, sich Aktien zuzulegen, die derzeit 75% ihres Jahres-Hochs verloren haben. Aber es gibt einfach zu viele Variablen, die bedacht werden wollen. Außerdem gibt es genügend andere Optionen, die gut performen sollten, sobald die Ölpreise wieder steigen – und die weniger Verbindlichkeiten und mehr finanziellen Spielraum haben.

Der Bärenmarkt-Überlebensguide: Wie du mit einer Marktkorrektur umgehst!

Ein erneutes Aufflammen von Corona in China, Krieg innerhalb Europas und eine schwächelnde Industrie in Deutschland in Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen. Das sind ziemlich viele Risiken, die deinem Depot nicht guttun.

Hier sind vier Schritte, die man unserer Meinung nach immer vor Augen haben sollte, wenn der Aktienmarkt einen Rücksetzer erlebt.

Klick hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

The Motley Fool besitzt Aktien von ExxonMobil.

Dieser Artikel erschien am 21.5.2015 auf Fool.ca. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.



Das könnte dich auch interessieren ...