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Schock oder Erholung? Was der Ölpreis 2017 für Unternehmen wie Royal Dutch Shell, Total und ExxonMobil bereithält

Mit dem Jahr 2016 endete für die meisten Ölaktien ein erfolgreiches, wenngleich aber auch ein überaus turbulentes Geschäftsjahr. Letztlich konnten Anleger bei den drei Titelunternehmen Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S), Total (WKN: 850727) und Exxon Mobil (WKN: 852549) allerdings hervorragende Kursgewinne einfahren.

Gerade das verunsichert jedoch einige Investoren, da es nun schwammig erscheint, wie es mit den Ölunternehmen und dem Ölpreis, der sie in letzter Zeit maßgeblich beeinflusste, weitergehen könnte.

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Diese Unsicherheit nehme ich mir zum Anlass, um einmal die wesentlichen Aspekte zusammenzufassen, die 2017 für Ölaktien entscheidend werden könnten. Hierbei gehe ich ganz klassisch in den Kategorien Pro- und Contra-Argumente vor.

Die Pro Seite

Gravierend für die Ölaktien spricht natürlich weiterhin die Einigung der OPEC über die Deckelung und damit einhergehend die Reduzierung der Ölfördermenge. Diese Einigung symbolisiert zum einen die nach wie vor vorhandene Handlungsfähigkeit der OPEC selbst und setzt zum anderen zielgerichtet bei der Bekämpfung des Überangebotes an, das bekanntlich ein wesentlicher Auslöser des Ölpreisverfalls gewesen ist.

Da hierbei die Ölmenge der OPEC-Länder insgesamt erheblich gesenkt worden ist und sich auch Russland der Begrenzung angeschlossen hat, schoss in der Folge schon kurz nach besagter Einigung der Ölpreis in die Höhe. Natürlich wird auch einiges an zukünftigen Erwartungen an die OPEC bei jedem generellen Preisanstieg eingepreist, insgesamt scheint es sich jedoch zuweilen um einen noch gesunden Anstieg in Anbetracht der Reichweite der Einigung zu handeln. Zumindest wenn du mich fragst.

Der zweite Aspekt, der für die Ölaktien spricht, hängt mit dem Ölpreisverfall ebenfalls eng zusammen, genauer gesagt ist er ein Resultat dieser Krisenzeit für Ölunternehmen. Denn gerade in Zeiten der niedrigen Ölpreise haben viele dieser Konzerne, wie beispielsweise Royal Dutch Shell kein Stein auf dem anderen gelassen, um wirtschaftlicher, profitabler und kostengünstiger arbeiten zu können. Auch durch die BG-Übernahme durch Royal Dutch Shell haben sich beispielsweise Einsparpotenziale in Höhe von 9 Milliarden US-Dollar ergeben.

Die Pro-Argumente für Ölunternehmen fußen also letztlich auf der vielversprechenden OPEC-Einigung sowie der Anpassungsbereitschaft vieler Unternehmen in Krisenzeiten. Um ein vollständiges Bild in Bezug auf die Aussichten der Ölunternehmen in 2017 zu erhalten, betrachten wir nun auch die Kehrseite.

Contra Ölaktien

Wo viel Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. Nur selten passt dieses Sprichwort so gut wie bei den Ölaktien. Denn leider könnte es sein, dass die OPEC-Einigung einige Faktoren wieder relevant werden lässt, die den Ölpreis auf eine Talfahrt schickt und somit allen Ölunternehmen erneut schaden könnte.

Zum einen ist da ein Präsident Trump, der Amerika Great Again machen möchte. Diesbezüglich kann man aus seinen bisherigen Äußerungen schließen, dass dazu auch gehört, die einheimische Ölproduktion wieder anzukurbeln (und gegebenenfalls zu subventionieren?). Eine solche Maßnahme würde bewirken, dass im Endeffekt wieder mehr Öl auf den Markt gespült wird, was wiederum zu einem Angebotsüberhang und zu sinkenden Preisen führen könnte.

Eine Rückkehr zum Öl in Amerika könnte sich übrigens auch durch das derzeitige Preisniveau ergeben. Bei Ölpreisen von ca. 50 US-Dollar könnte nämlich die magische Schwelle der Kostendeckung überschritten sein, was hieße, dass Fracking in den USA wieder rentabel wird und entsprechende Frackingförderer abermals den Markt erobern wollen.

Amerika ist also ein wesentlicher Kandidat, der den Ölpreisanstieg umkehren könnte. Doch gibt es neben den USA auch einige andere Faktoren, wie Zweifel an dem langfristigen Bindungswillen der OPEC-Mitglieder und Russland an der Förderbegrenzung, die die Preise wieder auf eine Talfahrt schicken könnten. Gerade, wenn Amerika wieder vermehrt am Ölmarkt aktiv wird, könnte sich die OPEC angegriffen fühlen und auch geschlossen auf die Idee kommen, die Frackinganbieter via eigener Ölflut und damit einhergehendem Ölpreisverfall zu vertreiben – natürlich dann auch zum Leidwesen von Ölunternehmen wie Total, Exxon Mobil und Royal Dutch Shell.

Die Lösung dazwischen: Stillstand

Meine persönliche Meinung ist jedoch, dass die Ölpreise in 2017 vermutlich in einer Spanne zwischen 50 und 60 US-Dollar verweilen werden. Denn ich glaube nicht, dass sich Frackingunternehmen beim derzeitigen Niveau wirklich wieder aus der Reserve trauen, nachdem sich zuletzt viele eine Blase gelaufen haben und pleite gehen mussten. Sie werden aus Sicherheitsgründen vermutlich noch auf deutlich höhere Preise lauern, bevor sie wieder aktiv werden. Ein Ölpreisverfall aus Frackinggründen erscheint mir daher unwahrscheinlich.

Das könnte die OPEC verleiten lassen, alles auf dem derzeitigen Niveau zu belassen, um die aktuellen Preise zu stabilisieren. Weitere Kürzungen scheinen gleichsam unwahrscheinlich, in Anbetracht der lauernden Frackingförderer in Amerika. Hoffnungen auf steigende Ölpreise sind daher begrenzt.

Aus Sicht der Titelunternehmen dürfte der aktuelle Ölpreis diesen jedoch deutliche Erholung bescheren. Investoren sollten aber ganz genau im Auge behalten, wie sich die Ergebnisse in den letzten Wochen und Monaten seit der OPEC-Einigung entwickelt haben. Es könnten sich wichtige Tendenzen anhand neuer Quartalszahlen für den weiteren Verlauf in 2017 bei möglicherweise gleichbleibendem Ölpreis erkennen lassen.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von ExxonMobil. The Motley Fool empfiehlt Total.

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