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Disney+: Warum 50 Millionen Abonnenten erst der Anfang dieser Wachstumsgeschichte sind

Walt Disney Shop Disney-Aktie
Foto: The Motley Fool

Disney (WKN: 855686) überraschte seine Investoren, als es verkündete, 50 Millionen Disney+-Abonnenten zu haben. Der Dienst startete erst vor fünf Monaten in den USA, in Westeuropa und Indien ist er erst einige Tage verfügbar.

Es ist nun sehr klar, dass Disneys Fünfjahresausblick, in dieser Zeit auf 60 bis 90 Millionen globale Abonnenten kommen zu wollen, zu konservativ war. Da die Marktstarts in Japan, Osteuropa und Lateinamerika noch bevorstehen, hat Disney+ noch viel Wachstum vor sich.

Doch abgesehen davon gibt es noch einige andere wichtige Details für Disney-Investoren, die sich der Mitteilung entnehmen lassen. Es gibt Gründe für die Annahme, dass sich das zukünftige Wachstum von Disney erheblich verlangsamen wird.

Wo kommen die 50 Millionen her?

Disney teilte seinen Investoren Anfang Februar bei der Analystenkonferenz zum ersten Quartal mit, dass der Streamingdienst 28,6 Millionen Kunden habe, von denen die meisten aus den USA stammten. Das sei ein Anstieg gegenüber den 26,5 Millionen von Ende 2019. Auch in den darauffolgenden Wochen und Monaten ist die US-Zuschauerbasis von Disney+ wahrscheinlich gewachsen, unter anderem aufgrund der Ausgangssperren zur Eindämmung des Coronavirus.

In seiner aktuellen Mitteilung sagte Disney, dass der indische Markt bisher 8 Millionen Abonnenten eingebracht habe. Dabei machte sich der Konzern seine bestehende Nutzerbasis bei Hotstar zunutze: Bestehende Hotstar-Konten wurden automatisch in Disney+-Hotstar-Konten umgewandelt. Sobald die alten Verträge auslaufen (was einige Monate dauern kann), gilt für die Kunden die neue Preisstruktur. Es ist unklar, wie viele der 8 Millionen Kunden tatsächlich Neukunden für Disney sind.

Bleiben noch rund 12 Millionen Abonnenten aus westeuropäischen Ländern. Disney+ startete am 24. März in Großbritannien, Irland, Italien, der Schweiz, Spanien, Deutschland und Österreich, am 7. April kam Frankreich hinzu. Die Preisstruktur ist hier identisch mit der in den USA, und es handelt sich zu 100 % um Neugeschäft, das die Umsätze steigen lässt.

Es steht noch mehr Wachstum an

Die westeuropäischen Länder, in denen Disney seinen Streamingdienst nun gelauncht hat, haben eine ähnliche Vorliebe für Disneys Franchises wie die allerersten Märkte, in denen Disney+ startete. Wenn Disney nun in Westeuropa dieselben Marktdurchdringungsraten erreichen kann wie in seinen frühen Märkten, könnten bis Ende Juni weitere 12 Millionen Abonnenten aus diesen Ländern folgen.

Damit hätte das Unternehmen den Zielkorridor für 2024 schon einmal erreicht.

Außerdem wird Disney+ demnächst in Japan starten, wo es ebenfalls sehr beliebt ist. Tatsächlich startete das Unternehmen dort schon letztes Jahr einen Streamingdienst namens Disney Deluxe, der die Disney-, Pixar-, Marvel- und Star Wars-Franchises beinhaltete und pro Monat 700 Yen (etwa 6 Euro) kostete. Es ist möglich, dass Disney diese Nutzer in Disney+-Nutzer umwandeln wird, so wie es das in Indien mit Hotstar getan hat.

Zusätzlich befinden sich noch mehrere europäische und lateinamerikanische Länder in den Startlöchern.

Investoren können erwarten, dass Disney in diesen Märkten weitere Millionen neue Abonnenten gewinnt, wodurch sich das Unternehmen der oberen Grenze seines Ausblicks von 60 bis 90 Millionen Nutzern annähern oder diese sogar überschreiten könnte.

Langsameres Wachstum in Zukunft?

Disney hat nun zwar einige Starts von Disney+ erfolgreich hinter sich gebracht, doch die große Herausforderung wird nun sein, all diese neuen Abonnenten zu halten.

Disneys Content-Bibliothek ist im Vergleich zu anderen Streamingplattformen wie Netflix (WKN: 552484) dünner. Wenn die Maßnahmen gegen das Coronavirus noch weiter anhalten, könnte es außerdem zu Verzögerungen in der Produktion kommen. Netflix sagte, dass es genug Inhalte auf Lager hat, um die Produktion für einige Monate auszusetzen, doch selbst der Weltmarktführer könnte eine lange Eiszeit an Neuheiten erleben, wenn die Filmproduktion nicht bald wieder aufgenommen werden kann.

Disney hat noch einige Seriendebüts für das Jahr in der Pipeline. Dazu zählen zwei Marvel-Produktionen und die zweite Staffel von The Mandolarian. Beides dürfte viele neue Abonnenten anziehen und bestehende Abonnenten bei der Stange halten. Verzögerungen würden es jedoch schwieriger machen, die Abonnenten zu halten. Besonders, da die ersten Abonnenten im November und Dezember ihre einjährigen Mindestvertragslaufzeiten erreichen.

Disney hat es hervorragend verstanden, Abonnenten für Disney+ zu gewinnen. Nun muss es beweisen, dass es diese auch halten kann.

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Adam Levy besitzt Aktien von Walt Disney. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix und Walt Disney und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 60 $ Calls auf Walt Disney und Short April 2020 135 $ Calls auf Walt Disney.

Dieser Artikel erschien am 11. April 2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.



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