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3 DAX-Aktien, die weder teuer sind noch eine Krise fürchten müssen

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Foto: Getty Images

Anleger müssen derzeit scheinbar zwischen Pech und Schwefel wählen. Überteuerte Aktien, Pleitekandidaten, Negativzinsen und Ramschanleihen sowie Gold zu Wucherpreisen bieten sich als Alternativen an. Doch es gibt sie noch: Aktien zu fairen Preisen, die nicht gleich zusammenbrechen, wenn der nächste Sturm über die Finanzmärkte weht.

Man kann sie mit etwas Mühe überall finden. Unter den 30 DAX-Aktien würde ich aktuell am ehesten zu HeidelbergCement (WKN: 604700), Merck KGaA (WKN: 659990) oder der Deutschen Telekom (WKN: 555750) greifen. Hier ist, warum.

HeidelbergCement

Baustoffe werden immer gebraucht. Manchmal treibt der Wohnungsbau den Markt und manchmal der Infrastrukturbau. Es gibt Phasen, wo private Investoren den Markt treiben, und andere, wo öffentliche Investitionen hochschießen. Für Staaten stellt die Bauindustrie die günstigste Möglichkeit dar, um eine möglichst große Zahl an Bürgern in Lohn und Brot zu halten.

Schließlich ist es aus volkswirtschaftlicher Sicht viel besser, nützliche Brücken, Straßen, Gebäude und Schienenwege zu bauen, als Transferleistungen zu verteilen. Zudem wächst die Weltbevölkerung kontinuierlich, sodass ständig neuer Wohnraum samt zugehöriger Straßen usw. gebaut werden müssen. Deshalb halte ich es für unwahrscheinlich, dass der Absatz von HeidelbergCement erheblich einbrechen könnte.

Gleichzeitig hilft die starke Marktposition – bei Zuschlagsstoffen sind die Heidelberger weltweit die Nummer 1 –, die Margen hochzuhalten. Um trotzdem auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, hat das Management im abgelaufenen Quartal umfassende Sparmaßnahmen eingeleitet, sodass trotz der Marktturbulenzen die operative Profitabilität sogar gesteigert werden konnte.

Bei Umsätzen von rund 18 Mrd. Euro und Gewinnen im Bereich von 1 Mrd. Euro über die letzten Jahre wird HeidelbergCement derzeit mit 10 Mrd. Euro bewertet. Das wirkt auf mich fair, zumal die Substanz trotz der kürzlichen milliardenschweren Sonderabschreibung auf den Beteiligungswert noch immer über 13 Mrd. Euro auf die Waage bringt.

Merck KGaA

Beim forschungsstarken Mix aus Pharma, Laborbedarf und Hochleistungswerkstoffen muss man sich am ehesten Sorgen um das Segment Performance Materials machen. Flüssigkristalle, Effektpigmente und Beschichtungen könnten schließlich von einer Konjunkturschwäche stark betroffen sein.

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Doch selbst in diesem Geschäftsbereich gibt es eine große Vielfalt von Zielmärkten, sodass Einbußen zumindest teilweise von anderen Produktlinien aufgefangen werden. Ich denke dabei zum Beispiel an die Lösungen für die Kosmetikindustrie oder erneuerbare Energien. Zu den Highlights des Merck-Portfolios gehören im Moment allerdings vor allem die Process Solutions im Segment Life Science, die im zweiten Quartal um 20 % zulegten.

Das ist jedoch noch nicht alles: Von den weltweit hohen Investitionen in die Laborinfrastruktur dürften zunehmend auch die Research Solutions profitieren. Wegen Vorsichtsmaßnahmen musste das Geschäft noch temporäre Rückgänge hinnehmen. Doch seit Juni geht es wieder aufwärts.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die Chancen bei der Wirkstoffentwicklung gegen COVID-19. Die Merck-Tochter Sigma Aldrich ist ein Lieferant von verschiedenen Interferon-Typen, die immer wieder als Therapiekandidaten genannt werden. Zudem läuft seit Ende Juli eine Phase-2-Studie zu einer mit M5049 bezeichneten Substanz, die eine Überreaktion des Immunsystems von COVID-19-Patienten eindämmen soll. Lebensbedrohliche Komplikationen können damit im Erfolgsfall reduziert werden.

Das Verhältnis von Chancen und Risiken sieht folglich günstig aus. Zwar wirken 1,4 Mrd. Nettogewinn über die letzten vier Quartale hinweg im Vergleich zu den rund 49 Mrd. Euro Börsenwert nicht sonderlich viel. Dafür kann man sich hier als Anleger an einem außergewöhnlich robusten Wissenschaftskonzern beteiligen.

Deutsche Telekom

Ähnlich unverwüstlich ist die Deutsche Telekom. Kommuniziert wird immer und seit der Mobilfunk-Deal in den USA abgeschlossen ist, sind die Bonner auf bestem Wege, nach der Weltspitze zu greifen. Das klassische Festnetz spielt hingegen eine immer geringere Rolle. Es wurde längst auf das Internetprotokoll umgestellt. Dank dieser Investitionen haben sich die Betriebskosten dramatisch verringert.

Dafür steht nun der Ausbau der Glasfasernetze, der 5G-Abdeckung und des Internets der Dinge im Vordergrund. All das wird Milliardeninvestitionen erfordern, aber es bringt auch großartige Wachstumschancen. Je größer die Bandbreite, desto hochwertigere Dienste kann der Konzern vermarkten.

Ich denke dabei auch an Stichworte wie Edge Computing und Augmented Reality, die schon in wenigen Jahren für sichtbare Umsätze sorgen könnten. Bei all diesen Themen agiert die Telekom aus einer Position der Stärke heraus. Wohl kaum ein Konkurrent vereint so viele Kompetenzen unter einem Dach.

Zwar lasten hohe Zinszahlungen und die katastrophale Entwicklung der Beteiligung an der BT Group (WKN: 794796) auf der Bilanz. Doch eine Marktkapitalisierung von 71 Mrd. Euro (24.08.) erscheint angesichts der starken Marktposition und des den Aktionären zustehenden Eigenkapitals in Höhe von 36 Mrd. Euro gut nach unten abgesichert. Das operative Ergebnis in Höhe von 5,6 Mrd. Euro im schwierigen ersten Halbjahr belegt die Finanzkraft des Konzerns.

Aktien, um stressfrei durch den Herbst zu kommen

In wenigen Tagen ist der Sommer zu Ende und der stürmische Herbst setzt ein. Wer jetzt sein Depot aufstocken will, der sollte Aktien wählen, die nichts so schnell umbläst. Ich denke, mit Beton, Laborbedarf und Kommunikation macht man jetzt nichts falsch. Das gilt vor allem, wenn man auf marktführende und solide profitable Konzerne wie HeidelbergCement, Merck und die Telekom setzt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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