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Alibaba & Tencent: So kauft man die Giganten aus China mit Rabatt!

Industrie 4.0
Foto: Getty Images

Hoch kapitalisierte China-Aktien wie Alibaba (WKN: A117ME) oder Tencent (WKN: A1138D) haben harte Jahre hinter sich. Doch durch die Kursverluste der vergangenen Monate könnte man die Aktien nun mit einem Rabatt erwerben. Jedoch geht es noch günstiger.

Denn die beiden Aktien befinden sich auch im Portfolio großer Beteiligungsgesellschaften. Diese notieren am Kapitalmarkt oftmals mit einem Abschlag zu ihrem NAV (Net Asset Value). Der NAV entspricht dem Portfolio der Beteiligungsgesellschaft abzüglich Fremdkapital. Erwirbt man nun Aktien der Beteiligungsgesellschaften, ist man indirekt auch an der Entwicklung von Alibaba und Tencent beteiligt. Aufgrund des Abschlags erhält man jedoch für das gleiche Kapital mehr Anteile.

Alibaba-Investor aus Japan

Interessiert man sich für die Aktie von Alibaba, würde sich die Beteiligungsgesellschaft Softbank Group (WKN: 891624) anbieten. Denn neben mehreren Beteiligungen aus dem Technologiesektor besteht ein großer Teil des Portfolios aus Anteilen an Alibaba.

Bei der letzten Veröffentlichung des NAV zum 30. Juni 2022 betrug dieser stolze 84,53 Euro je Aktie. Gehandelt werden die Anteile der Softbank Group jedoch aktuell zu 41,80 Euro (Stand: 19.08.2022, maßgeblich für sämtliche Kennzahlen). Demnach beträgt der Abschlag vom NAV zum Börsenkurs mehr als 50 %.

Ein möglicher Grund für einen Abschlag dieser Größenordnung besteht in der intransparenten Geschäftsführung der Softbank Group. Demnach ist auch eine Investition in einen Beteiligungskonzern nicht frei von Risiken. 


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Niederländischer Beteiligungsgigant

Eine vergleichbare Situation hinsichtlich des Abschlags vom NAV ergibt sich bei einer Investition in den niederländischen Beteiligungskonzern Prosus (WKN: A2PRDK). Da der Konzern seinen zugrunde liegenden NAV öfters als die Softbank Group veröffentlicht, stammt der Wert vom 18. August 2022.

Demnach betrug der NAV zu diesem Stichtag 102,70 Euro je Anteilsschein. Gehandelt wird die Aktie jedoch zu einem Kurs von ca. 64 Euro. Folglich beträgt der Abschlag vom NAV über 38,70 Euro bzw. 37,7 %.

Die größte Position im Portfolio von Prosus ist mit einer Gewichtung von 75 % die Aktie von Tencent. Daher sollte man sich bei einer Investition in Prosus bewusst sein, dass damit kaum eine Portfoliodiversifikation erreicht wird. Denn der Aktienkurs wird voraussichtlich stark mit dem Kurs von Tencent korrelieren.

Für Auftrieb könnte jedoch die Anhebung des Kursziels durch die US-amerikanische Investmentbank JPMorgan sorgen. Denn der Analyst hob nach den jüngsten Zahlen von Tencent das Kursziel für Prosus von 84 auf nun 93,5 Euro an.

Fazit

Aus meiner Sicht eignen sich die vorgestellten Beteiligungsunternehmen nur für Anleger, die grundsätzlich mit einem Investment in Alibaba oder Tencent liebäugeln. Denn zum heutigen Stand ist es mehr eine Glaubensfrage, ob man in China-Aktien investiert oder nicht.

Denn die Risiken einer Verschärfung des Konfliktes mit Taiwan und den USA bleiben bestehen und könnten ungeahnte Folgen für die Kapitalmärkte haben. Nichtsdestotrotz gehe ich davon aus, dass selbst in diesem Fall eine Investition in einen der beiden Beteiligungskonzerne vorteilhafter als ein direktes Investment in Alibaba oder Tencent wäre.

Denn sollte die chinesische Regierung ausländische Aktionäre enteignen wollen, ist davon auszugehen, dass die Softbank Group und Prosus spezialisierte Anwälte in Position bringen würden. Als direkter Kleinanleger von Alibaba oder Tencent hätte man vermutlich schlechtere Karten.

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Michael besitzt Aktien von Alibaba und Prosus. JP Morgan Chase ist ein Werbepartner von The Ascent, einem Unternehmen von Motley Fool. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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