Coca-Cola vs. 100 Mrd. US-Dollar: Ist die Wahl wirklich so einfach?

Zwei Getränkedosen von Coca-Cola und zwei Limonadengläser auf einem Tisch
Foto: Pixabay via Pexels

Lieber Aktiensegler,

Warren Buffett hat einmal gesagt, dass er selbst mit 100 Mrd. US-Dollar nicht gegen Coca-Cola (WKN: 850663) antreten würde. Sein Wortlaut war sinngemäß, dass er ein Angebot in Höhe dieses Geldbetrags ausschlagen würde, wenn es das Ziel sei, den Getränkekonzern von seiner führenden Wettbewerbsposition zu verdrängen. Das bedeutet: Er würde sogar 100 Mrd. US-Dollar ausschlagen, da er das nicht bewerkstelligen könne.

Die Aussage ist bemerkenswert. Sie unterstreicht, welchen Wert das Orakel von Omaha im Wert der Marke und ihrer Wettbewerbsposition sieht. Aber ist die Wahl wirklich so einfach? Denken wir ein wenig über die Optionen mit 100 Mrd. US-Dollar nach.

100 Mrd. US-Dollar gegen Coca-Cola: Es wäre schwierig

Ehrlich gesagt: Ich kann Warren Buffett in Teilen verstehen. Wenn wir als angehender Unternehmer 100 Mrd. US-Dollar erhalten könnten, so wäre das attraktiv. Es würde die Aufgabe eines Unternehmens definitiv erleichtern und wäre ein gigantisches Startkapital. Aber es würde lediglich bedingt helfen, einen Wettbewerber wie Coca-Cola vom Thron zu stoßen.

Mit dem Geld könnten wir versuchen, ein ähnliches Vertriebsnetz aufzubauen. Es wäre möglich, in Abfüller zu investieren. Oder auch in Partnerschaften, ins Marketing und in ein globales Netz an Vertriebs- und Produktionsstandorten. Zudem könnten wir sehr viel Branding betreiben, um unsere eigenen Limonaden mit einem Gefühl und einer Message zu kombinieren. Aber würde das reichen?

Die Kehrseite ist: Wir können nicht 100 Mrd. US-Dollar investieren, um Coca-Cola irgendwie seine Wettbewerbsposition streitig zu machen. Coca-Cola wird selbst weiterhin investieren, um seine Marktposition zu sichern und gegen Wettbewerber wie PepsiCo, aber auch gegen unser hypothetisches Unternehmen zu verteidigen. Bloß, dass sich diese Limonaden seit Jahrzehnten in die Verbrauchergewohnheiten eingeprägt haben. Gegen so etwas können wir mit Geld kaum etwas bewirken.

Ein fiktives Beispiel, aber ein sehr gutes

Wir werden vermutlich niemals in die Situation kommen, dass uns jemand 100 Mrd. US-Dollar bietet, um Coca-Cola vom Getränke-Thron zu stoßen. Aber es ist ein gutes Beispiel dafür, wonach wir als Investoren suchen sollten: Nach Unternehmen, die bereits viel Zeit mit einer starken Marke überdauert haben. Genau diese Unternehmen bieten uns viel Sicherheit und die Aussicht auf relativ sichere Umsätze, Ergebnisse, freie Cashflows und auch Dividenden.

Es sind diese Art unüberwindbarer Hürden für Wettbewerber, die eine besondere Stärke darstellen. Ja, sogar ein zeitloses Geschäftsmodell verbriefen, an das sich kaum jemand herantraut. Zugegebenermaßen besitzt Coca-Cola sogar mit PepsiCo einen in etwa gleichrangigen Wettbewerber. Aber auch gegen den würde Warren Buffett vermutlich kaum antreten wollen.

Außerdem zeigen solche Gedankenbeispiele, welche Märkte eher semi-offen für neue Konkurrenten sind. Als Investoren können wir von der Aussage von Warren Buffett sehr viel lernen. Vielleicht sogar weniger über Coca-Cola, aber vor allem darüber, was das erfolgreiche Investieren in Aktien mit Wettbewerbsvorteilen ausmacht. Der US-Getränkekonzern ist hier möglicherweise einzigartig. Aber auch in anderen Segmenten warten ähnliche Unternehmen mit so starken Marktpositionen.

Auf solide Renditen mit starken Unternehmen,

Vincent Uhr

Chefredakteur Aktienwelt360

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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola und PepsiCo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PepsiCo.



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