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Ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt, um bei Gazprom einzusteigen?

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Foto: Getty Images

Die Gazprom (WKN: 903276)-Aktie polarisiert, so wie viele andere Aktien aus dem weiten Feld der Erdöl- und Erdgasbranche. Beinahe täglich gibt es neue Meldungen, die entweder für eine kurze Entspannung sorgen, oder aber die Aktie des Unternehmens auf eine Talfahrt schicken.

Aber wie sollen Investoren die russische Aktie nun bewerten? Ist der jüngste Kursverfall möglicherweise die Gelegenheit, um ein wahres Schnäppchen zu machen?

Schauen wir mal, was die Aktie zuletzt bewegt hat und welche Chancen und Risiken Investoren auf dem Schirm haben sollten.

Die Problemfelder zuerst

Zunächst einmal wollen wir uns den Risiken der Gazprom-Aktie widmen. Leider ist das Unternehmen momentan einigen Problemfeldern ausgesetzt, die in regelmäßigen Abständen für Unruhe im Chartverlauf sorgen.

Zum einen sind da generelle Sorgen um die russische Wirtschaft. Die Politik des Landes bemüht sich zwar, nach außen hin ein stabiles Bild zu zeichnen, wenn man sich die einprägsamen Schlagzeilen der letzten Jahre anschaut, dürften einige Investoren dem Ganzen allerdings nicht so trauen. Vor allem der niedrige Ölpreis belastete zuletzt. Nichtsdestotrotz sehen einige Ökonomen wieder Licht am Ende des Abschwungtunnels.

Zum anderen gibt es politische Risiken, die vor allem die Gazprom-Aktie als Staatsunternehmen vehement treffen könnten. Erst kürzlich hat der US-Senat in einer fast einstimmigen Entschlossenheit darüber abgestimmt, dass die Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland ausgeweitet werden könnten. Das könnte den Bau und die Finanzierung der Nord Stream 2-Pipeline erheblich erschweren und ein großes Fragezeichen für das Projekt bedeuten.

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Außerdem prangert ein unkalkulierbarer Präsident Trump über allem, der vor allem weiteres Öl in die bereits aufgehitzte politische Beziehung zwischen Russland und den USA gießen könnte. Auch hier schlummert möglicherweise gerade für einen russischen Staats- und Erdgaskonzern ein erhebliches Risiko.

Die Chancen

Chancen bieten sich natürlich in erster Linie, wenn man sich den Preis der Aktie genauer anschaut. Im Vergleich zum Januar (4,98 Euro je Aktie, 04.01.) wird die Aktie mittlerweile mit einem Discount von fast einem Drittel gehandelt (3,53 Euro je Aktie, 16.06.). Möglicherweise Grund genug, für Value-Investoren und Contrarians auf den Plan zu treten.

Weitere Chancen ergeben sich, wenn man Anzeichen für eine Reduktion der Risiken sehen möchte. Wichtig hierfür ist stets, den Öl- und damit einhergehend, den Gaspreis im Auge zu behalten. Eine künftige Stabilisierung würde sicherlich ein wenig Ruhe reinbringen.

Als zweites sollten interessierte Investoren aber auch die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und den USA im Auge behalten. Und natürlich den Tölpel-Präsidenten Donald Trump selbst. Ich glaube, erst wenn hier wieder nachhaltige Entspannung eintritt, dürfte sich die Aktie signifikant erholen. Aber wer weiß schon, wann das, und ob dies unter einem Präsidenten Trump überhaupt je der Fall sein wird.

Wie abgezockt bist du?

Sicherlich, angesichts eines Preisverfalls von fast einem Drittel wirkt die Gazprom-Aktie optisch wirklich wie ein Schnäppchen. Dennoch solltest du dabei stets die Größe der Risiken im Auge behalten. Sollten sich die Fronten zwischen dem Westen und Russland verhärten, könnte ein großer Kundenkreis wegbrechen und Gazprom vor ernsten Problemen stehen.

Meiner Meinung nach eignet sich die Gazprom-Aktie daher wirklich nur für abgezockte Contrarians. Aber ich könnte auch verstehen, wenn selbst diesen das Papier momentan zu heiß erscheint.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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