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MTU Aero Engines-Aktie: Schnäppchen oder Anlegerfalle?

Hund mit Fragezeichen
Foto: Getty Images

Die Luftfahrtbranche hat einen beispiellosen Absturz hinter sich. Nach dem Höhenflug über die letzten Jahre kam die Branche quasi über Nacht zum Stillstand. Daraufhin musste sich ein Großteil der Airlines weltweit Geld von den jeweiligen Staaten leihen, um der Insolvenz zu entgehen.

Zulieferer wie MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT) haben sich aber trotz der Probleme der Kunden als äußerst robust erwiesen. Könnte die MTU-Aktie jetzt also ein Schnäppchen sein?

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MTU profitiert von breitem Kundenspektrum

Die Fluggesellschaften ächzen noch immer unter der Belastung durch die Pandemie. Einige Airlines haben den Flugbetrieb wieder deutlich hochgefahren und riskieren damit hohe Verluste, falls die Nachfrage gering sein sollte. Mit einer kompletten Erholung des Marktes wird erst in einigen Jahren gerechnet. Bis dahin dürfte die Zahl der Flüge deutlich unterhalb des Vorkrisenniveaus liegen. Und erst wenn auch die Passagierzahlen wieder das Vorkrisenniveau erreichen, werden die Airlines weltweit wieder ähnlich profitabel arbeiten können wie in den letzten Jahren.

MTU dagegen wird wohl schon deutlich früher zu alter Stärke zurückfinden. Die Krise hat MTU von Anfang an deutlich weniger hart getroffen als die Airlines. In der ersten Jahreshälfte ist der Umsatz beispielsweise lediglich um 8,7 % gegenüber dem Vorjahreswert gefallen. Zwar ist der Gewinn um 54 % eingebrochen, aber das ist im Vergleich noch ein Luxusproblem.

Das liegt einerseits daran, dass MTU nicht nur Airlines als Kunden hat, sondern auch Kunden aus dem Militärbereich. Ein wichtiger Pfeiler waren in dieser Krise aber die Betreiber von Transportflugzeugen. Deren Geschäft boomt sei der Krise wie nie zuvor. Daher steigt die Nachfrage nach Wartungsservices in dieser Branche rasant an und gleicht zumindest einen Teil des verlorenen Geschäfts wieder aus.

Flugbetrieb normalisiert sich langsam wieder

Da inzwischen einige Airlines die Zahl der Flüge wieder deutlich gesteigert haben, ist davon auszugehen, dass MTU in den kommenden Quartalen steigende Umsätze im Bereich der Wartung und Ersatzteile verbuchen kann. Denn wenn die Flugzeuge wieder in der Luft sind, sind auch wieder vermehrt Wartungsarbeiten und Inspektionen notwendig, die MTU anbietet.

Im Neugeschäft wird allerdings auch MTU noch lange niedrigere Umsätze erwirtschaften. Denn die großen Flugzeughersteller Boeing (WKN: 850471) und Airbus (WKN: 938914) haben die Produktionszahlen aufgrund der niedrigen Nachfrage deutlich gesenkt. Das hat in der ersten Jahreshälfte bereits zu sinkenden Umsätzen geführt und dürfte sich noch über Jahre in dieser Form fortsetzen.

Schwache Prognose für den Rest des Jahres

Daher wird für das Gesamtjahr aktuell ein Umsatzrückgang von bis zu 15 % erwartet. Zwischen 4 und 4,4 Mrd. Euro wird sich der Umsatz voraussichtlich bewegen. Die Gewinnmarge wird voraussichtlich auch deutlich auf 9 bis 10 % sinken. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 16 %. MTU erwartet also im Rest des Jahres weiter ein schwieriges Umfeld. Angesichts dessen ist davon auszugehen, dass der Gewinn je Aktie deutlich fallen wird.

Auf Basis des Ergebnisses je Aktie von 8,46 Euro, das im letzten Geschäftsjahr erreicht wurde, liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 18,7, basierend auf dem aktuellen Aktienkurs von 158,50 Euro (Stand: 02.09.2020). Damit ist die Aktie derzeit schon sehr hoch bewertet, aber möchte man auf eine Erholung der Branche setzen, ist ein Unternehmen wie MTU, das an der Wartung der Maschinen verdient, die beste Wahl. Denn die steigende Zahl an Flugstunden manifestiert sich sofort in den Umsatzzahlen des Unternehmens.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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