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Sind wir überheblich, weil wir Aktien einzelner Unternehmen kaufen?

Fiverr-Aktie
Foto: Getty Images

Investoren, die Aktien einzelner Unternehmen kaufen, sind im Grunde überheblich. So etwas hört man nicht nur von Menschen außerhalb der Aktienkultur, sondern neuerdings auch von namhaften Fondsmanagern.

Es soll doch bitte jeder nur ETFs kaufen. Am besten gleich jene der super marktbreiten Sorte.

Nur so steht man nicht im Verdacht, sich irgendeine Art von Wissen anzumaßen, das man in Wahrheit nicht besitzt. Denn nur wer gar nichts auswählt, hat genau richtig ausgewählt. Alles andere ist arrogant und überheblich.

Ich kann diesen Standpunkt verstehen. Die Börse ist ein raues Pflaster. Vorhersagen sind so gut wie unmöglich und die maximale Defensive im Nachhinein betrachtet oft die beste Entscheidung.

In diesem Sinne wäre eine Investition in den Quantencomputerexperten IonQ (WKN: A3C4QT) absolut überheblich. Oder einfach ein kalkuliertes Risiko mit gigantischen Chancen.

Eine Technologie, mit der man die bekannte Welt auf den Kopf stellen kann

Eine Aktie, die erst seit 1,5 Jahren an der Börse und praktisch mit einem Umsatz von null gestartet ist. Und dann noch mit einem Thema, das nur absolute Experten ihres Fachs verstehen. Zumal auch das beste Verständnis nichts darüber verrät, ob die Technologie irgendwann einmal einen Massenmarkt erobern kann.

Wer eine solche Aktie kauft, muss maximal überheblich sein. Oder Hellseher. Oder Zeitreisender.


va-Q-tec
+216,96%
The Trade Desk
+347,60%
ATOSS Software
+125,44%
MercadoLibre
+1679,24%
Cloudflare
+322,79%


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Doch hinter jeder großen Chance steht zunächst eine Idee. In diesem Fall die Idee einer Technologie, die ein Fragezeichen hinter den Großteil der modernen IT-Infrastruktur setzen könnte. Ich rede von E-Mail, von Internet, von Online-Banking, von praktisch allem, was die IT in den vergangenen zwei Jahrzehnten hervorgebracht hat.

Diese Rechnung ist ganz und gar nicht überheblich

Mit dieser Idee im Hinterkopf wäre es ganz und gar nicht überheblich, sich vorzustellen, wie die beste Version von IonQ in zehn Jahren aussehen könnte. Und meine Erwartungen sind hoch!

Eine Netto-Marge von 25 % wäre absolut spitze. Zudem nicht so unrealistisch, wie man zunächst glaubt. Einige der besten Unternehmen schaffen solche Margen durchaus.

Zuvor darf das Unternehmen aber gerne noch zehn Jahre Umsatzwachstum einplanen. Die 2,1 Mio. US-Dollar aus dem Jahr 2021 könnte IonQ in diesem Jahr leicht vervierfachen. Wahrlich keine Kunst bei einem derart niedrigen Startwert.

Nach zehn Jahren sollte ein Umsatz von 20 Mrd. US-Dollar auf dem Zettel stehen. Dazu ist ein sportliches Umsatzwachstum von 150 % im Jahr erforderlich. Überheblich oder nicht: IonQ könnte genau dieses Unternehmen sein. Und der zukünftige, regelkonform abgezinste Cashflow wäre mir Stand heute gute 20 US-Dollar wert. Mit einer Sicherheitsmarge von 50 % würde ich die Aktie auch noch für 10 US-Dollar nehmen.

Wie es der Zufall so will, kostet die IonQ-Aktie derzeit nur rund 8 US-Dollar (Stand: 19.08.2022). Warum auch nicht? Schließlich haben andere Investoren noch härtere Standards als ich.

Nun muss man allerdings verstehen, dass weder ich noch irgendein anderer Investor überheblich auf irgendjemanden herabschaut, der nicht in diese eine Aktie investiert. Wir investieren schlicht und einfach in unser zukünftiges Traum-IonQ, das es vielleicht geben wird, aber vielleicht auch nicht.

Das mag riskant sein. Vielleicht auch ein wenig zu optimistisch. Aber überheblich?

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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