100 % Kursplus in diesem Monat! Was ist denn bei Upstart Holdings los?!

Ein grüner Aktien-Chart auf einem Tablet nebst Stift und Papier
Foto: Burak The Weekender via Pexels

Die Aktie des Fintechs Upstart Holdings (WKN: A2QJL7) explodierte im Mai. Seit Beginn des Monats stieg der Aktienkurs um rund 100 % auf knapp 28 US-Dollar (Stand aller Angaben: 22.05.23). Wir schauen auf mögliche Gründe für diesen Kurssprung sowie die weiteren Aussichten des Unternehmens.

Was bisher geschah

Upstart ging Ende 2020 zu einem Aktienpreis von 20 US-Dollar an die Börse. Von dort aus kannte der Aktienkurs zunächst nur eine Richtung: aufwärts. Mitte Oktober 2021 notierte die Aktie schließlich bei 390 US-Dollar. Innerhalb eines Zeitraums von weniger als einem Jahr hatte sich der Kurs also beinahe verzwanzigfacht!

Um zu erklären, wie das passieren konnte, lohnt sich ein Blick auf das Geschäftsmodell von Upstart. Das US-Unternehmen verarbeitet unterschiedlichste Daten mit Hilfe künstlicher Intelligenz, um bessere und schnellere Kreditentscheidungen im Vergleich zu traditionellen Verfahren, wie der Schufa in Deutschland, zu ermöglichen. Diese Informationen stellt Upstart Banken in den USA gegen eine Gebühr zur Verfügung.

In Zeiten niedriger Zinsen und eines hohen Risikoappetits lief dieses Geschäft außerordentlich gut. Getrieben durch eine hohe Nachfrage nach Krediten, eine überlegene Funktionsweise des eigenen Modells sowie eine stetig steigende Anzahl an Partnerbanken stieg der Umsatz im Jahr 2021 um 264 %. Anders als viele andere Highflyer erzielte Upstart echte, stark steigende Gewinne. Im Jahr 2021 wurde ein Gewinn von 1,43 US-Dollar je Aktie erzielt.

Im Jahr 2022 folgte schließlich die Ernüchterung. Steigende Zinsen und Rezessionssorgen führten zu einer geringeren Kreditnachfrage auf der Seite der Kreditgeber. Upstart trat infolgedessen nicht mehr nur als Marktplatz auf, sondern nahm Kredite in die eigene Bilanz auf – mit entsprechenden Auswirkungen auf das Risikoprofil des Unternehmens. Der Umsatz sank im letzten Quartal des Jahres um 52 %. Nachdem im Vorjahr noch Gewinne anfielen, stand nun ein dicker Verlust unter dem Strich. Der Aktienkurs stürzte allein im Jahr 2022 um sagenhafte 91 % ab.

Mögliche Gründe für den aktuellen Kursanstieg

Damit sind wir schon direkt bei einem naheliegenden Grund für den Kursanstieg der letzten Wochen. Die Aktien waren zuvor einfach sehr stark gefallen. In Kombination mit einer hohen Quote von Shortsellern (laut MarketBeat waren Ende April 33 % der Aktien von Upstart Holdings leerverkauft) reichen dann oft schon kleine gute Neuigkeiten für eine Kursexplosion aus.

Und diese positiven Neuigkeiten gab es. Anfang Mai wurden die Zahlen für das erste Quartal 2023 verkündet. Der Umsatz fiel um 67 %, der Deckungsbeitrag verbesserte sich, während ein negatives EBITDA anfiel. Dies mag nicht sonderlich positiv klingen, dies waren jedoch bessere Ergebnisse als von Analysten zuvor erwartet. Zudem stellte das Management rund um den Gründer und CEO Dave Girouard bessere Zahlen für das zweite Quartal 2023 in Aussicht. Im Vergleich zum ersten Quartal soll der Umsatz steigen. Zudem sollen Kosteneinsparungen dazu beitragen, dass das angepasste EBITDA nicht mehr negativ ist.

Fast wichtiger scheint mir jedoch die Meldung, dass Upstart langfristige Finanzierungen mit einem Volumen von bis zu 4 Mrd. US-Dollar über die nächsten Quartale sichern konnte. Ein Asset Manager wird Upstart einen Bestand an Konsumentenkrediten abkaufen sowie Kapital zur Vergabe von zukünftigen Krediten bereitstellen. Damit kann Upstart hoffentlich wieder vermehrt als Marktplatz (und nicht selbst als Kreditgeber) auftreten und das zukünftige Geschäft antreiben.

Wie könnte es nun mit der Upstart-Aktie weitergehen?

Meiner Einschätzung nach haben sich die Aussichten von Upstart damit stark verbessert. Ich sehe nun gute Chancen, dass das Unternehmen die aktuelle Schwächephase im Kreditmarkt überlebt und gestärkt aus dieser hervorgehen könnte. Denn das Modell zur Beurteilung von Kreditentscheidungen funktioniert nach wie vor deutlich besser als Ansätze der Konkurrenz. Bei gleicher Vergaberate fallen 53 % weniger Kredite aus. Der Cashbestand von 452 Mio. US-Dollar zum Ende des letzten Quartals gibt etwas Sicherheit.

Darüber hinaus erweitert Upstart sein Netzwerk an Partnerbanken stetig. Die Anzahl der Kreditpartner stieg innerhalb des letzten Jahres von 50 auf 99. Dazu trägt auch die Ausweitung des Geschäfts auf Autofinanzierungen bei.

Somit sehe ich Upstart gut positioniert, wenn die Nachfrage nach Krediten wieder anzieht. Rezessionssorgen und steigende Zinsen werden schließlich irgendwann enden. Der KI-gestützte Algorithmus dürfte durch die unzähligen Datenpunkte der aktuellen Zeit nur noch besser werden und könnte Upstart zu einer führenden Rolle bei der Beurteilung von Ausfallrisiken im billionenschweren Kreditmarkt verhelfen. Gemessen daran scheint mir die Marktkapitalisierung von 2 Mrd. US-Dollar auch nach dem Kursanstieg der letzten Wochen gering. Allerdings empfinde ich das Risiko bei der Upstart-Aktie aufgrund der unklaren Aussichten weiterhin als hoch. Ich halte meine Position.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Upstart Holdings. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Upstart Holdings.



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