Warum ein hoher Aktienkurs mehr über Qualität aussagt, als man denkt!

Ein Mann zeichnet einen aufsteigenden Chart auf ein Whiteboard
Foto: Malte Luk via Pexels

Der Aktienmarkt ist oft von einer Vielzahl von Zahlen und Indikatoren geprägt, die Anleger bei ihren Entscheidungen berücksichtigen. Eines der am häufigsten diskutierten Themen ist jedoch der Aktienkurs und seine langfristige Entwicklung. 

Dabei fällt vor allem auf, dass einige Aktien einen niedrigen Kurs aufweisen, andere hingegen einen sehr hohen. Letztlich hängt dies natürlich mit der Anzahl der ausstehenden Aktien zusammen. Denn: Je mehr Aktien ein Unternehmen ausgibt, desto niedriger ist der absolute Preis einer Aktie.

Doch was sagt ein hoher Aktienkurs wirklich über die Qualität eines Unternehmens aus? Die Antwort mag überraschen, kann aber mehr über die fundamentale Stärke eines Unternehmens aussagen, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Vor allem Aktien mit hohen Kursen entpuppen sich dabei als wahre Renditeperlen.

Ein Blick auf Unternehmen wie Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2), Lindt & Sprüngli (WKN: A0YJQ2) oder Lotus Bakeries (WKN: 877480) bestätigt dies und offenbart gleichzeitig ein gemeinsames Merkmal – hohe absolute Aktienkurse. Nehmen wir Berkshire Hathaway, deren A-Aktie zuletzt für 541.000 US-Dollar gehandelt wurde. Günstiger war Lindt & Sprüngli zu haben. Der Preis von 103.200 Schweizer Franken stellt aber weiterhin für Kleinanleger eine enorme Hürde dar. Die belgische Bäckereikette Lotus Bakeries schließlich kommt auf einen Preis von 8.060 Euro je Aktie (Stand: 22.12.23).

Doch warum sind diese Unternehmen so hoch bepreist? Eine Antwort findet man oft in der Qualität des Geschäftsmodells, des Managements und natürlich den langfristigen Perspektiven. Vor allem aber ist die Entscheidung des Managements, die eigene Aktienzahl gering zu halten, ein wesentlicher Treiber. Ein wachsendes Kerngeschäft sorgt dann für den entsprechenden Auftrieb der Aktie.

Berkshire Hathaway: Keine Aktie ist teurer als diese

Berkshire Hathaway unter der Leitung von Warren Buffett ist ein Paradebeispiel für ein Unternehmen mit hohem Aktienkurs. Das Orakel von Omaha gilt als äußerst cleverer Geschäftsmann. Das zeigt nicht nur die langfristige Rendite von fast 20 % pro Jahr, die er für seine Aktionäre über Jahrzehnte erwirtschaftet hat. 

Vor allem aber zeichnet ihn ein grundlegendes Verständnis für wertschaffendes Handeln aus. So sieht Warren Buffett Aktiensplits vor allem als Kostenfaktor für das eigene Unternehmen. Zudem würde ein niedriger Aktienkurs wohl auch eine andere Aktionärsklientel anziehen, die er sich vom Leib halten möchte. Auch kann eine erhöhte Volatilität der Aktie durch zusätzliche Aktionäre die Bewertungsmultiplikatoren verzerren.

Wie auch immer: Das Geschäftsmodell von Berkshire Hathaway, in qualitativ hochwertige Unternehmen zu investieren und langfristig zu denken, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Der hohe Aktienkurs ist dabei das Ergebnis eines stark gewachsenen Geschäfts, das nicht durch die Ausgabe neuer Aktien oder Aktiensplits verwässert wurde. Ganz im Gegenteil: Durch die letzten Aktienrückkäufe verringerte sich sogar die Aktienanzahl.

Lindt und Lotus Bakeries: Ein wachsendes und zugleich hoch profitables Geschäft auf kleiner Aktienbasis

Kommen wir zu Lindt und Lotus Bakeries. Beide Unternehmen sind für ihre berühmten Schokoladenprodukte bzw. köstlichen Backwaren bekannt. Aber sie teilen ähnliche Eigenschaften wie der Versicherungskonzern Berkshire Hathaway.

So haben sich beide Unternehmen z.B. auf die Herstellung hochwertiger Produkte konzentriert und damit eine starke Marke aufgebaut. Die Verbraucher sind dabei oft bereit, für diese Qualitätsprodukte einen höheren Preis zu zahlen, was letztlich zu einem hohen Return on Assets bzw. Return on Equity führt. Nicht zuletzt ist ihr Geschäft stark gewachsen.

Ein hoher Aktienkurs ist an der Börse oft als Qualitätsmerkmal zu verstehen

Ein hoher Aktienkurs kann somit ein Zeichen für das Vertrauen der Anleger in das Management eines Unternehmens sein. Effizient geführte Unternehmen haben dabei häufig einen höheren Aktienkurs, da die Anleger davon ausgehen, dass das Management in der Lage ist, Wert zu schaffen und die Unternehmensziele zu erreichen. Oft ist hier auch die Bewertung etwas höher.

Es ist aber wichtig zu betonen, dass ein hoher Aktienkurs allein nicht ausreicht, um die Qualität eines Unternehmens zu beurteilen. Eine umfassende Analyse der Fundamentaldaten, der Wachstumsaussichten und anderer Finanzkennzahlen ist ebenfalls erforderlich, um potenzielle Renditeperlen zu identifizieren. Dennoch sollte die Höhe des absoluten Aktienkurses nicht unterschätzt werden, da er häufig ein Indikator für die Qualität des Unternehmens sein kann.

Ein Blick auf Unternehmen mit hohen Aktienkursen wie Berkshire Hathaway, Lindt und Lotus Bakeries zeigt am Ende, dass ein hoher Aktienkurs mehr über die Qualität und Stärke eines Unternehmens aussagen kann, als es auf den ersten Blick scheint. Auch wenn die Höhe des Aktienkurses keine bewertungsrelevante Komponente darstellt, lohnt es sich, diesen Aspekt in die Analyse einzubeziehen.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.



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