Stellantis Weg zur Spitze: Wachstum, Wandel und Widerstandsfähigkeit

Ein oranger Oldtimer der Stellantis-Marke Opel auf einem Parkplatz
Foto: Markus Spiske via Pexels

Siehst du dich nach einer spannenden Investitionsmöglichkeit im Automobilsektor um? Dann könnte Stellantis (WKN: A2QL01) genau das Richtige für dich sein. Lass mich dir erklären, warum diese Aktie gerade jetzt besonders interessant ist.

Stellantis, entstanden aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles und der PSA-Gruppe, ist ein wahrer Gigant im Automobilsektor. Mit bekannten Marken wie Jeep, Ram, Peugeot und Alfa Romeo verfügt das Unternehmen über eine starke Präsenz auf dem nordamerikanischen und europäischen Markt. Doch was macht Stellantis gerade jetzt so interessant?

Stellantis ist finanziell ziemlich stark

Die Zahlen von Stellantis sind beeindruckend: Ein Umsatz von 193 Mrd. Euro und ein Nettogewinn von 19,8 Mrd. Euro. Die Bilanz weist eine Nettoliquidität von 29 Mrd. Euro aus. Besonders bemerkenswert ist der konstante Free Cash Flow von 14 Mrd. Euro in den vergangenen zwölf Monaten.

Die langfristige Betrachtung zeigt, dass Stellantis seine Finanzkraft und Wachstumsfähigkeit über die Jahre erfolgreich ausgebaut und gefestigt hat. Zwischen 2014 und 2022 stieg der Umsatz von 51 auf beeindruckende 179 Mrd. Euro. Besonders bemerkenswert ist der sprunghafte Anstieg des Umsatzes im Jahr 2021 auf 149,3 Mrd. Euro, was einem enormen Anstieg von 213,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Im Jahr 2020, das von der COVID-19-Pandemie geprägt war, verzeichnete Stellantis einen deutlichen Umsatzrückgang auf 47,6 Mrd. Euro, was einem Minus von 19,2 % entspricht. Trotz des Einbruchs erholte sich das Unternehmen schnell und erreichte 2022 einen Rekordumsatz.

Die jährlichen Wachstumsraten zeigen ein schwankendes Muster mit Jahren des Wachstums und Jahren des Rückgangs. Im Jahr 2015 wurde etwa ein Wachstum von 6 % verzeichnet, gefolgt von einem leichten Rückgang um 1,2 % im Jahr 2016. In den Jahren 2017 und 2018 verzeichnete Stellantis deutliche Wachstumsraten von 15,2 % und 18,9 %.

Mit einer negativen Nettoverschuldung und hohen EBITDA-Margen hebt sich Stellantis von seinen Wettbewerbern ab. Zudem lockt das Unternehmen mit einer attraktiven Dividende – die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 6,3 %, die Payout Ratio bei weniger als 30 %. Prädikat: verlockend gesund.

Trotz Herausforderungen wie der COVID-19-Pandemie und den dynamischen Veränderungen in der Automobilindustrie konnte Stellantis ein beeindruckendes Wachstum erzielen. Die Finanzdaten deuten auf eine hohe Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an externe Veränderungen und Marktbedingungen hin.

Herausforderung Elektrifizierung

Stellantis hat hier Nachholbedarf, will aber aufholen. Geplant sind Investitionen in Höhe von 50 Mrd. Euro, um bis Ende 2024 insgesamt 47 Elektrofahrzeugmodelle auf den Markt zu bringen – eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance.

Ein wesentlicher Bestandteil der EV-Strategie von Stellantis sind Partnerschaften und Akquisitionen. Ein Schlüsselelement ist die 1,6 Mrd. Euro schwere Beteiligung an dem chinesischen EV-Startup Leapmotor. Durch diese Partnerschaft erhält Stellantis Zugang zu kostengünstigen Elektrofahrzeugen, was besonders für den europäischen Markt wichtig ist.

Stellantis muss sich gegen Branchengrößen wie Tesla und chinesische Konkurrenten wie BYD und NIO behaupten, die kostengünstige EVs anbieten. Eine Herausforderung, aber auch eine Chance für Stellantis, seine Strategie und Marktpositionierung zu überdenken.

Interessanterweise ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Nordamerika und Europa rückläufig. Dies könnte Stellantis etwas Zeit verschaffen, um sich auf E-Fuels oder synthetische Kraftstoffe zu konzentrieren, die die herkömmlichen Verbrennungsmotoren umweltfreundlicher machen.

Bewertung und Risiken bei Stellantis

Trotz der Herausforderungen und Unsicherheiten ist die Aktie bemerkenswert günstig bewertet. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 3,8 und einem Verhältnis von Enterprise Value zu Free Cash Flow von 2,5 erscheint die Aktie unterbewertet. Erreicht Stellantis seine Ziele, könnte sich der Aktienkurs nach meiner DCF-Analyse womöglich sogar verdoppeln.

Die Automobilindustrie ist zyklisch und anfällig für Konjunkturabschwünge. Technologische Veränderungen, insbesondere im Bereich der Elektrofahrzeuge, stellen sowohl Chancen als auch Herausforderungen dar. Stellantis muss sich diesen Veränderungen anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fazit

Stellantis bietet eine faszinierende, wenn auch risikoreiche Investitionsmöglichkeit. Die Aktie ist derzeit preiswert bewertet und das Unternehmen hat das Potenzial für eine starke Performance. Mit einem erfahrenen CEO wie Carlos Tavares an der Spitze könnte Stellantis die Herausforderungen meistern und erfolgreich sein. Für langfristig orientierte Anleger, die bereit sind, gewisse Risiken einzugehen, könnte Stellantis eine lohnende Investition sein.

Merke: Trotz aller Herausforderungen und Risiken scheint Stellantis ein starkes Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten zu sein. Die aktuelle Unterbewertung könnte auf eine Kombination aus Misstrauen gegenüber der langfristigen Relevanz in einer von EVs dominierten Zukunft und aktuellen makroökonomischen Bedenken zurückzuführen sein. Das makroökonomische Umfeld verbessert sich jedoch, und die Furcht vor steigenden Zinsen nimmt ab.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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