Disney am Wendepunkt: Die neuen Chancen im Unterhaltungsimperium

Mickey Maus und Minnie Maus vor einem Schloss
Foto: Bo shou via Pexels

Walt Disney (WKN: 855686), ein Titan der Unterhaltungsindustrie, steht vor einer neuen Herausforderung, aber auch einer neuen Chance in seiner Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen, das seit Langem nicht nur für seine erfolgreichen Filme bekannt ist, kämpft immer noch mit den finanziellen Folgen der Covid-19-Pandemie und den massiven Investitionen in seine Streaming-Plattform Disney+. Inmitten dieser Turbulenzen hat das Management jetzt eine interessante Strategie entwickelt, die für Investoren von großer Bedeutung sein könnte.

Disney und die aktivistischen Investoren

Disney befindet sich derzeit in einer Auseinandersetzung mit dem CEO von Trian Fund Management, Nelson Peltz. Peltz, der für seinen aktivistischen Ansatz bekannt ist, hat sich selbst und ein weiteres Mitglied seines Unternehmens für Positionen im Vorstand von Disney nominiert. Er kritisiert, dass das Unternehmen unter der Führung von CEO Bob Iger zu lange eine unterdurchschnittliche Performance gezeigt habe und führt dies zum Teil auf die enge Verbindung des Boards zu Iger zurück.

Als Reaktion auf diese Herausforderung hat Disney einen bemerkenswerten Schritt unternommen: Das Unternehmen hat mit einem anderen aktivistischen Investor, ValueAct Capital Management, eine Vereinbarung zum Informationsaustausch getroffen. Dieser Schritt ist Teil einer Strategie, die darauf abzielt, die Bedenken der Investoren auszuräumen und gleichzeitig die Unterstützung für Disneys Verwaltungsratskandidaten auf der Jahreshauptversammlung 2024 zu sichern.

Was heißt das für Anleger?

Positives Signal: Disneys Bereitschaft, mit aktivistischen Investoren wie ValueAct zusammenzuarbeiten, könnte ein Zeichen dafür sein, dass das Unternehmen offen für Veränderungen und bereit ist, seine Strategie zu überdenken. Dies könnte langfristig zu einer Verbesserung der Unternehmensperformance führen.

Mögliche Veränderungen im Vorstand: Die Nominierung neuer Vorstandsmitglieder durch Aktivisten wie Peltz und Blackwells Capital deutet darauf hin, dass sich Disney möglicherweise neuen Ideen und Ansätzen öffnet, die das Unternehmen auf einen neuen und potenziell profitableren Weg bringen könnten.

So wurden umfangreiche Kostensenkungen in Höhe von 7,5 Mrd. US-Dollar angekündigt und Pläne zur Wiedereinführung der Dividende geschmiedet. Diese Maßnahmen könnten die Attraktivität der Aktie bald steigern.

Herausforderungen und Chancen: Die Herausforderungen, vor denen Disney steht, insbesondere im Hinblick auf seine Streaming-Plattform Disney+ und die Erholung seines Themenparkgeschäfts, sind nicht zu unterschätzen. Die Bewältigung dieser Herausforderungen bietet jedoch auch Chancen für Wachstum und Erneuerung.

Disney hat einzigartige Stärken im spannenden Markt

Wir befinden uns in einer Phase der Medienkonsolidierung. Große Player wie Warner Bros. Discovery, Netflix und Disney kaufen kleinere Unternehmen auf, um ihre Marktposition zu stärken. Für dich als Investor bedeutet das, dass Unternehmen mit einer starken Streaming-Präsenz, wie Disney, potenziell bessere Wachstumschancen haben.

Ein entscheidender Faktor, der Disney von seinen Wettbewerbern abhebt, ist das beeindruckende Portfolio an Inhalten und sein geistiges Eigentum. Disney unterscheidet sich von seinen Konkurrenten durch sein einzigartiges Angebot. Das Unternehmen verfügt über beliebte Themenparks und ein familienfreundliches Streaming-Angebot, das sich durch besondere Inhalte von anderen Anbietern abhebt.

Diese Stärke gibt Disney einen klaren Vorteil im hart umkämpften Markt. Die strategische Anpassung seiner Streaming-Strategie, hin zu mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit, deutet darauf hin, dass das Unternehmen sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht, sondern aktiv nach Wegen sucht, um seine Position zu stärken und auszubauen.

Starke Marken bedingen finanzielle Stärke

Eine Analyse der Renditekennzahlen verdeutlicht, wie Disney trotz vorübergehender Rückschläge durch die Pandemie seine finanzielle Performance verbessern konnte. Dies führe ich teilweise auch auf die starke Markenbindung und die Fähigkeit von Disney zurück, seine Inhalte effektiv zu monetarisieren.

Nur zwei Beispiele: Filme wie „Frozen“ und Franchises wie das Marvel Cinematic Universe tragen wesentlich zur Steigerung der Rendite bei, indem sie nicht nur direkte Einnahmen aus Filmveröffentlichungen generieren, sondern auch das Merchandising und die Themenparkbesuche ankurbeln.

Schauen wir uns Renditen und Margen genauer an

Return on Assets (ROA): Der ROA fiel von 10 % im Jahr 2016 auf 1,2 % im Jahr 2020, was hauptsächlich auf die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zurückzuführen ist. Seitdem hat sich der ROA jedoch auf 2,9 % im Jahr 2023 erholt.

Return on Capital (ROC): Ähnlich wie beim ROA, sank der ROC von 20,4 % im Jahr 2016 auf 2,3 % im Jahr 2020, erholte sich aber bis 2023 auf 5,5 %.

Return on Equity (ROE): Der ROE zeigte eine dramatischere Veränderung, indem er von 20,4 % im Jahr 2016 auf negative 2,4 % im Jahr 2020 fiel, bevor er sich auf 3,1 % im Jahr 2023 stabilisierte.

Die Bewertung an der Börse

Betrachtet man die finanzielle Situation von Disney genauer, eröffnen sich interessante Perspektiven. Mit einem Forward-KGV von 19,8 handelt die Aktie aktuell auf einem Niveau, das vergleichbar mit dem des S&P 500 Index ist und deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 29,4 liegt. Mit einem EBITDA-Multiple von 16,3 liegt Disney zudem deutlich unter seinem fünfjährigen Durchschnitt von 34. Das alles deutet aus meiner Sicht darauf hin, dass die Aktie momentan unterbewertet sein könnte. Ich prognostiziere einen mittelfristigen Kursanstieg um rund 14 % auf 103 US-Dollar.

Die Bewertungskennzahlen insgesamt zeigen, dass die Disney-Aktie heute im Vergleich zu den letzten Jahren besonders günstig bewertet aussieht. Schlüsselindikatoren wie das EV/Umsatz- und KUV sind deutlich niedriger als in den Vorjahren.

Bewertungsmultiples im Überblick

Unternehmenswert zu Umsatz (EV/Umsatz): Dieses Multiple ist von 3,21 im Jahr 2017 auf 2,34 im Jahr 2022 gesunken und hat sich im Jahr 2024 auf 2,34 gefestigt.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV): Das KUV fiel von 2,77 im Jahr 2017 auf 1,74 im Jahr 2022 und erhöhte sich leicht auf 1,8 im Jahr 2024.

Unternehmenswert zu EBITDA (EV/EBITDA): Dieser Wert ist von 10,45 im Jahr 2017 auf 13,65 im Jahr 2022 gestiegen und hat sich im Jahr 2024 auf 12,05 reduziert.

Unternehmenswert zu EBIT (EV/EBIT): Hier sehen wir einen Anstieg von 11,86 im Jahr 2017 auf 16,17 im Jahr 2022, gefolgt von einer leichten Reduzierung auf 14,47 im Jahr 2024.

Der leichte Anstieg im EV/EBITDA- und EV/EBIT-Verhältnis könnte auf eine Verbesserung der operativen Effizienz oder auf höhere erwartete zukünftige Gewinne hindeuten. Diese Steigerung ist jedoch im Kontext der allgemeinen Bewertungsabnahme zu sehen und spiegelt möglicherweise eine vorsichtigere Markteinschätzung wider.

Insgesamt denke ich, dass die Disney-Aktie auf Basis dieser Multiples attraktiver aussieht als in den Vorjahren. Dies könnte für all jene Anleger eine gute Gelegenheit sein, die auf der Suche nach Value-Investment in etablierte Unternehmen mit starken Marken und langfristigem Potenzial sind.

Bei Disney gibt es aber auch Risiken

Die Medienlandschaft ändert sich schnell, und Streaming-Dienste stehen unter starkem Druck. Es ist wichtig, dass du die Risiken verstehst und deine Investition entsprechend planst.

Betrachte deine Investition in Disney als langfristige Anlage. Kurzfristige Marktschwankungen können vorkommen, aber bei einer langfristigen Perspektive könnte sich deine Investition auszahlen.

Behalte auch regulatorische Änderungen im Auge, die sich auf große Medienunternehmen auswirken könnten.

Fazit

Ich denke, Disney bietet eine interessante Chance. Trotz der aktuellen niedrigen Bewertung hat Disney großes Potenzial für zukünftiges Wachstum. Dies liegt an seiner starken Marke und der Fähigkeit, neue und einzigartige Inhalte zu produzieren.

Die Auseinandersetzung mit den aktivistischen Investoren könnte sich als Katalysator für positive Veränderungen erweisen, die sowohl für das Unternehmen als auch für seine Aktionäre von Vorteil sind.

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Henning Lindhoff besitzt Aktien von Disney. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Netflix und Walt Disney.



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