Das grüne Dilemma: Können nachhaltige Aktien wirklich Rendite bringen?

Nachhaltige Energie: Eine Hand hält eine grüne Blase mit einem Windrad darin
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Nachhaltig Investieren hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen, da immer mehr Anleger ihre finanziellen Ziele mit ihren ethischen und ökologischen Wertvorstellungen in Einklang bringen wollen bzw. müssen. Insbesondere nachhaltige Aktien ziehen viele Anleger an, die nicht nur Rendite erzielen, sondern auch einen positiven Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt ausüben wollen. 

Doch es stellt sich die Frage: Ist es wirklich möglich, mit nachhaltigen Aktien Gewinne zu erzielen, oder handelt es sich um ein grünes Dilemma? Immerhin wird ein Öko-Investment oft als Spinnerei abgetan. Wagen wir heute einen Blick hinter dieses Narrativ.

Ein altes Vorurteil über nachhaltige Aktien muss hinterfragt werden

Zum einen gibt es das oben beschriebene, weit verbreitete Vorurteil, dass nachhaltige Investments zwangsläufig in einer geringeren Renditen münden. Dies wird oft damit begründet, dass nachhaltig agierende Unternehmen unter Umständen deutlich höhere Betriebskosten zu tragen haben oder mit weniger Erträgen auskommen müssen. Nicht zuletzt sind Öko-Investments oft auch stark von staatlicher Förderung abhängig, was das Schwankungsrisiko erhöht.

Die Praxis zeigt jedoch, dass nachhaltige Investments auch aus Investorensicht durchaus Erfolgsgeschichten sein können. Man denke nur an Orsted A/S (WKN: A0NBLH) oder NextEra Energy (WKN: A1CZ4H). Dabei zeigt sich immer mehr, dass Unternehmen mit starken Umwelt-, Sozial- und Governance-Kennzahlen (ESG) langfristig zum Teil sogar eine bessere Kursentwicklung aufweisen als ihre nicht nachhaltigen Pendants.

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Der Grund für den Wandel

Ein Grund für diesen Wandel könnte sein, dass nachhaltig wirtschaftende Unternehmen heute oft effizienter und widerstandsfähiger gegenüber ökologischen und sozialen Risiken sind. Durch ihre verantwortungsvolle Unternehmensführung können sie langfristig stabile Erträge erwirtschaften. Auch werden systemische Risiken gemieden. 

Eine Katastrophe wie die der Ölplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010 ist bei ESG-konformen Unternehmen weniger wahrscheinlich. Zudem werden nachhaltige Produkte und Dienstleistungen bei den Konsumenten immer beliebter, was das Umsatzpotenzial solcher Unternehmen weiter erhöht. Ja, man muss heute sogar nachhaltig sein, um überhaupt noch eine Zukunftsperspektive zu haben. Wer nicht nachhaltig ist, wird vom Kunden abgestraft.

Institutionelle Anleger springen auf den Zug auf

Ein weiterer Aspekt, der für nachhaltige Aktien spricht, ist das wachsende Interesse institutioneller Investoren und Fondsmanager an ESG-Kriterien. Viele dieser Investoren berücksichtigen bei ihren Anlageentscheidungen nicht nur Finanzkennzahlen, sondern auch Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren. 

Dadurch steigt natürlich auch die Nachfrage nach nachhaltigen Aktien, was sich wiederum positiv auf deren Kurse auswirken kann. Aufgrund der noch geringen Auswahl an ESG-Aktien herrscht hier ein absoluter Mangel. 

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es auch bei nachhaltigen Investments Risiken gibt. Nicht jedes Unternehmen, das sich als nachhaltig positioniert, erfüllt tatsächlich die geforderten Standards – Stichwort Greenwashing. Zudem können sich politische oder regulatorische Veränderungen sowie unvorhergesehene Ereignisse negativ auf nachhaltige Aktien auswirken.

Fazit zu den nachhaltigen Aktien

Insgesamt zeigt sich, dass nachhaltige Aktien keineswegs ein ökologisches Dilemma darstellen, sondern vielmehr eine vielversprechende Möglichkeit bieten, Renditen zu erzielen und gleichzeitig positive soziale und ökologische Veränderungen zu unterstützen. 

Mit einer sorgfältigen Auswahl und einem langfristigen Anlagehorizont können Anleger sowohl ihren ethischen Überzeugungen als auch ihren finanziellen Zielen gerecht werden. Dabei kommt es vor allem auf den richtigen grünen Riecher an.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von NextEra Energy.



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