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Drei Dinge, auf die Investoren beim Quartalsbericht von Aixtron am Mittwoch genau achten sollten

Aixtron (ETR:AIXA) (FRA:AIXA) veröffentlicht diesen Mittwoch seine Quartalsergebnisse. In den vergangenen Monaten und Jahren haben das Unternehmen und seine Anleger einiges durchgemacht. Und das zweite Quartal kann entscheidend dafür sein, in welche Richtung es weitergeht. Auf drei Punkte sollten Investoren aber besonders achten, um das zu bewerten.

Auftragseingänge und Umsätze

Die Nachfrage nach LED Chips zeigte Anfang des Jahres einen Aufwärtstrend, vor allem getrieben durch die steigende Verwendung von LEDs in Lampen und Bildschirmen. Aixtron stellt diese Produkte zwar nicht selbst her, aber das Unternehmen entwickelt und produziert Maschinen, die Hersteller dieser Produkte benötigen.

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Diese Hersteller hatten allerdings bisher noch ausreichend Produktionskapazitäten, um die Nachfrage zu bedienen, weshalb sie bisher noch zaghaft waren, ihre Kapazitäten zu erweitern. Hauptsächlich aus diesem Grund sind sowohl Auftragseingang als auch Umsatz von AIXTRON im ersten Quartal zurückgegangen.

Q1 2015 Q4 2014 Veränderung
Umsatz in Mio. EUR 40,3 43,9 – 8 %
Auftragseingang in Mio. EUR 48,9 49,5 – 1 %

Das Management erwartet allerdings, dass die Hersteller ihre Zurückhaltung im Laufe des Jahres 2015 langsam aufgeben und AIXTRON wieder höhere Zahlen berichten kann. Damit könnte das Management recht haben: Am 19. Mai gab das Unternehmen bekannt, dass es eine größere Bestellung für sein neu entwickeltes AIX R6 MOCVD erhalten hat.

Allerdings wird diese Bestellung nicht gleich durchschlagen, da man erst einmal eine Anlaufphase durchläuft, bis das System effizient produziert und installiert werden kann. Auch die große Bestellung des chinesischen Unternehmens San’an Optoelectronics über 50 MOVCD Tools Ende des letzten Jahres soll sich eher in der zweiten Jahreshälfte 2015 und bis in 2016 hinein auswirken.

Als “sehr wichtiges Jahr” bezeichnet AIXTRON-CEO Martin Goetzeler das Jahr 2015 für Anwendungen der Halbleitertechnologie ALD. Er verspricht sich davon, neue Kunden zu gewinnen.

Insgesamt erwartet AIXTRON also mehr Geschäft in der zweiten Jahreshälfte. Aber es wird interessant sein, zu sehen, ob das zweite Quartal diese Entwicklung andeutet. Und das werden wir in erster Linie an den Auftragseingängen und Umsätzen sehen — von beiden Zahlen würde ich daher erwarten, dass sie wieder ansteigen.

Kosteneinsparungen

Als einen der drei großen Meilensteine sieht Goetzeler die Anstrengungen von AIXTRON, Kosten einzusparen. Im ersten Quartal sah man die Auswirkungen davon, als die operativen Kosten trotz Umsatzrückgangs im Vergleich zu Q4 2014 von 20,9 Mio. EUR auf 17,6 Mio. EUR gesunken sind. Auf diese Zahl würde ich in Q2 daher ebenfalls wieder genauer schauen, um zu bewerten, ob diese Einsparungen nachhaltig sind.

Zusätzlich bekräftigte CEO Goetzeler in der Analystenkonferenz zum ersten Quartal, dass man Vertriebskosten ebenfalls unter Kontrolle halten möchte und dass diese weiterhin auf dem Level des ersten Quartals bleiben sollten.

Im Laufe des Jahres sollten sich zusätzlich die Bruttomargen (Bruttogewinn im Verhältnis zum Umsatz) verbessern, sobald man von der oben erwähnten Anlaufphase immer mehr in Richtung effiziente Produktion geht.

Anhand der Entwicklung dieser drei Kennzahlen (operative Kosten, Vertriebs- und Gemeinkosten, Bruttomarge) werden wir also bewerten können, ob sich das Unternehmen kostenseitig ebenfalls in die richtige Richtung bewegt.

Fortschritte in der Forschung und Entwicklung

Umsatz- und Kostenentwicklungen werden uns eine Indikation geben, ob das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist, den Turnaround bereits kurz- bis mittelfristig einzuleiten. Um mittel- bis langfristig wieder profitabel zu werden, sind aber Erfolge in Schlüsseltechnologien notwendig.

Insbesondere arbeitet AIXTRON an einer Demonstration, mit der man zeigen möchte, dass man mit seiner patentierten OCPD-Technologie OLED-Bildschirme in bisher nicht möglichen Größen herstellen kann — das Unternehmen spricht bei der Demonstration von einer Größe von 2,3 x 2,5 Metern (das ist größer als dein Kingsize-Bett zu Hause).

Der Demonstrator soll Ende des zweiten Quartals in Betrieb gegangen sein. Die Ergebnisse aus der Demonstration könnten sich langfristig positiv auf AIXTRON auswirken. Denn auch wenn du dir einen so großen Fernseher wahrscheinlich weniger in dein Wohnzimmer stellen würdest, erhofft sich das Unternehmen ab Mitte 2016 die ersten „merklichen Bestellungen“.

Es wird spannend

Das zweite Quartal wird uns zeigen, ob sich die höhere Nachfrage nach LED-Produkten auch positiv auf AIXTRON auswirken wird, oder ob sich Hersteller weiterhin zögerlich zeigen werden. AIXTRON kann das selbst nur bedingt beeinflussen.

Was AIXTRON hingegen direkt beeinflussen kann, ist die Kostenentwicklung. Daran werden wir sehen, ob und wie sich die Restrukturierungsmaßnahmen auf die Gewinn- und Verlustrechnung auswirken.

Und wir können auch versuchen, das mittelfristige Potential des Unternehmens anhand der OLED-Demonstrationen besser zu verstehen.

Investoren erwartet in diesem Quartal also das volle Paket.

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Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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