Wozu braucht Bombardier noch mehr Geld?
Erst im Dezember hatte Bombardier (WKN:866671) um eine Milliarde kanadische Dollar von der kanadischen Regierung gebeten, was in dem Land für eine hitzige Debatte sorgte. Aber den Aussagen eines ranghohen Managers zufolge klingt es ganz so, als brauche das Unternehmen das Geld überhaupt nicht.
Bombardiers Vice President Rob Dewar, der dem CSeries-Projekt vorsteht, sagte in der Schweiz: „Wir brauchen keinen Backup-Plan, weil wir bereits mehr haben als wir brauchen.“
Was also geht hier vor sich? Braucht Bombardier die Unterstützung oder nicht? Und falls nicht, wieso hat man dann damals um Hilfe gebeten?
Die nackten Zahlen
Bombardier schloss das Jahr 2015 mit 4 Milliarden US-Dollar Liquidität ab, davon 2,7 Milliarden in Cash und 1,3 Milliarden in ungenutzten Krediten. Darüber hinaus soll Bombardier 1 Milliarde kanadische Dollar von der Regierung der Provinz Quebec erhalten, außerdem 1,5 Milliarden von der größten Pensionskasse der Provinz. Damit steht man bei einer Liquidität von 6,5 Milliarden US-Dollar, was kurzfristig ein sehr angenehmes Kissen ist.
Aussagen aus der Vergangenheit zufolge sollte das ausreichen. So sagte CEO Alain Bellemare beispielsweise beim Investor’s Day im vergangenen November: „Wir werden flüssig genug sein, um unsere Pläne umzusetzen.“ CFO John di Bert klang damals ganz ähnlich: „Ich erwarte, dass wir die notwendigen finanziellen Möglichkeiten haben werden, um die betrieblichen Änderungen vorzunehmen, die wir anstreben.“
Genauer gesagt, erwartet Bombardier, dass sie in der zweiten Jahreshälfte 2018 positiven Cashflow generieren werden. 6,5 Milliarden US-Dollar sollten das Unternehmen bis dahin über Wasser halten können. Warum also wandte man sich an die Regierung?
Vertrauen ist alles
Ein Flugzeug kauft man nicht einfach mal so wie eine neue Zahnbürste. Wenn eine Fluglinie sich ein neues Flugzeug besorgt, dann verlangen sie, dass der Hersteller der Serie treu bleibt. Ebenfalls wichtig für die Fluglinie: dass der Hersteller finanziell solide aufgestellt ist. Sonst besteht das Risiko, dass man sich ein sogenanntes „Orphan Plane“ (etwa: „Waisen-Flieger“) ans Bein bindet.
Und so eines bringt einen alles andere als voran. So müssen die Piloten ein gesondertes Training absolvieren. Außerdem gehen die Flugzeuge gebraucht zu einem viel geringeren Preis über den Tisch, was das Budget der Airlines durcheinander bringen kann.
Sicher: Bombardier ist nicht gerade toll finanziell aufgestellt. Und das belastet die Verkäufe. So kann das Unternehmen seit September 2014 keine Bestellung einer CSeries mehr verzeichnen. Das ideale Szenario sähe so aus, dass die Finanzspritze der Regierung das nötige Vertrauen in das Unternehmen aufbaut, was wieder zu mehr Bestellungen der CSeries führt – ein Tugendkreis eben. Das ist für Aktionäre die beste Aussicht – wenn es zu keinem Takeover kommt.
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Dieser Artikel von Benjamin Sinclair erschien am 1.4.2016 auf Fool.ca. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.
