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Was du vom Dot-Com-Crash lernen solltest

Die Dot-Com-Blase hat aus vielen quasi über Nacht Millionäre gemacht, allerdings haben andere wiederum ganze Vermögen in den Sand gesetzt, als sie zu Spekulanten wurden. Wie kann man sich bei Spekulationen vor Verlusten schützen?

Die Dot-Com- bzw. Internetblase begann im Jahr 1997. Die Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell nah am Internet war oder komplett auf dem Internet gründete, fingen an, höher und höher gehandelt zu werden, weil man sich für die Zukunft enorme Profite erhoffte. Je höher der Aktienpreis ging, desto stärker war das Vertrauen des Markts in diese Unternehmen.

So wurde z.B. Cisco Systems (WKN:878841) im Januar 1997 noch bei 8 US-Dollar pro Aktie gehandelt, im März 2000 allerdings, kurz vor dem Platzen der Blase, plötzlich bei bis zu 77 US-Dollar pro Aktie.

In der kurzen Zeit von nur drei Jahren also stieg Ciscos Aktienwert 860 % in die Höhe. Andererseits stieg die Aktienrendite in derselben Zeit um gerade mal 130 %. Bei 77 US-Dollar wurde Cisco bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 160 gehandelt! Es dauerte noch einmal sechs Jahre nach dem Platzen der Blase und dem anschließenden Aktien-Crash bis Ciscos Einnahmen endlich zum Aktienpreis aufschließen konnte.

Was kann man daraus lernen?

Konzentriere dich auf die Gegenwart

Viele Leute sprangen auf den Zug auf, weil sie mitbekamen, dass ihre Nachbarn scheinbar über Nacht Vermögen verdienten. Diese allerdings basierten auf Spekulation und der Hoffnung, dass die Aktienpreise weiter steigen würden. Allerdings gab es kein solides Fundament, auf dem diese lächerlich hohen Bewertungen basierten. Es gab keinen vernünftigen Grund, warum Cisco plötzlich 800 % mehr wert war, wenn doch die Einnahmen gerade einmal etwa 100 % wuchsen.


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Darum: Anstatt sich auf zukünftige Profite zu verlassen, von denen man nicht weiß, ob das Unternehmen sie je erwirtschaften wird, konzentriere dich lieber auf die fundamentalen Zahlen von heute.

Was nimmt ein Unternehmen heute ein? Wie viel ist die Aktie jetzt wert? Im Jahr 2015 war die Aktienrendite von Cisco bei 2,21 US-Dollar, die Prognose für 2016 ist bei 2,30 US-Dollar, was ein Wachstum vom 4 % bedeutet. Das Unternehmen wird bei 28 US-Dollar pro Aktie gehandelt zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,2.

Die Bewertung

Bezahl niemals zu viel für ein Unternehmen. Das Beispiel von Cisco zeigt, dass Spekulationen kurzfristig Aktien auf astronomische Level hochschießen können. Nur, damit der Markt anschließend wieder zur Vernunft kommt. Regel: Je größer die Blase wird, desto schmerzvoller wird das Platzen. Hätte jemand beim Peak von 77 US-Dollar zugeschlagen, hätte er etwa 80 % seines Investments verloren. Autsch!

Ein Multiplikator von 12 ist eine vernünftige Bewertung, um bei Cisco einzusteigen. Es handelt sich bei Cisco um eine erstklassige Aktie, ein Unternehmen, dem S&P ein Credit-Rating von AA- verliehen hat. Das Schuldenverhältnis ist vernünftig, liegt bei 25 % und zahlt eine Dividende von 3,7 % bei einer Auszahlungsquote von unter 50 %.

Abschließende Gedanken

Wenn du vernichtende Verluste vermeiden willst, dann geh Spekulationen besser aus dem Weg. Konzentriere dich auf die Fundamente eines Unternehmens heute, bezahle niemals zu viel – nicht einmal für die attraktivsten und solidesten Unternehmen. Auch wenn es branchenspezifische Eigenheiten gibt, so ist doch ein Unternehmen als Faustregel dann vernünftig bewertet, wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 15 und seine Einnahmen bei einem bescheidenen Wachstum von 7 % liegt.

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The Motley Fool hält keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Kay Ng erschien am 13.4.2016 auf Fool.ca. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.



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