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Fährt Rocket Internet gerade sein Rückkaufprogramm hoch?

Foto: Rocket Internet

Langfristige Aktionäre von Rocket Internet (WKN:A12UKK) dürften mit der Kursentwicklung der Aktie nicht übermäßig glücklich sein. Wer zu Beginn eingestiegen ist, dessen Kapital hat die Hälfte oder mehr an Wert verloren.

Der Unternehmenschef und Gründer Oliver Samwer und seine Führungsriege sind aber zuversichtlich, dass langfristig sowohl das Unternehmen als auch seine Aktie noch eine Menge Potential haben.

Eine kürzlich veröffentlichte Kapitalmarktmeldung lässt vermuten, dass gerade das Aktienrückkaufprogramm hochgefahren wird.

Selbst Oliver Samwer findet die Aktie günstig

Oliver Samwer besitzt mit seinen zwei Brüdern zusammen über die Beteiligungsgesellschaft Global Founders Capital ohnehin einen großen Anteil an Rocket Internet. Erst kürzlich schien er aber den Preis der Rocket Internet-Aktie so unwiderstehlich gefunden zu haben, dass er im großen Stil eigene Aktien gekauft hat.

Anfang Dezember kaufte er Aktien im Wert 33,8 Millionen Euro zu je 20,50 Euro je Anteil, was zu dem Zeitpunkt ungefähr 1 % der ausstehenden Aktien entsprach. Da Oliver Samwer normalerweise hohe Ansprüche an seine Investments hat, dürfte er mit einer langfristig hervorragenden Aktienkursentwicklung rechnen.

100 Millionen für den Aktienrückkauf

Im August verharrte die Rocket Internet-Aktie unter der 20 Euro-Marke und damals schien sich das Management einig zu sein, dass die gigantischen liquiden Mittel zumindest teilweise in einem Aktienrückkaufprogramm gut aufgehoben wären.


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Am 14. August wurde ein Aktienrückkaufprogramm gestartet, in dem bis zu 3,03 % des ausstehenden Aktienkapitals gekauft werden können, wobei die Gesamtsumme auf 100 Millionen Euro begrenzt wurde. Das Aktienrückkaufprogramm läuft noch bis Ende April 2018. Es ist geplant, die Aktien nach Kauf auch zu vernichten, anstatt sie als strategische Reserve zu behalten. So verteilen sich die Gewinne auf weniger ausstehende Aktien.

Bis Ende 2017 hat Rocket Internet 1.039.658 Stückaktien zurückgekauft. Nehmen wir vereinfacht einen durchschnittlichen Kurs von 20 Euro je Aktie an, würde das heißen, dass fast 21 Millionen Euro des maximalen Aktienrückkaufprogramms genutzt wurden. Es bleiben aber nach dieser Rechnung noch immer über 79 % des bereitgestellten Kapitals und nicht einmal mehr die Hälfte der Zeit.

Es könnte also durchaus sein, dass Rocket Internet sein Rückkaufprogramm jetzt beschleunigt. Ende Dezember hat man zumindest sichtlich aufs Gaspedal getreten:

aggregiertes Volumen, in Eurogewichteter
Durchschnittskurs, in Euro
27.1214.952,0021,0000
28.12.50.964,1520,9729
29.12.84.668,8120,9732

Quelle: DGAP-Kapitalmarktinformation

Strategie oder Opportunismus

Wie man sieht, wurde in der letzten Handelswoche des Jahres das Aktienrückkaufprogramm plötzlich hochgefahren. An sich könnte das durchaus bedeuten, dass Rocket Internet mit mehr Kauflaune ins neue Jahr startet. Immerhin wurde bisher wahrscheinlich gerade mal ungefähr ein Fünftel des Aktienrückkaufprogramms auch umgesetzt.

Auf der anderen Seite sind die Summen, die Ende Dezember zurückgekauft wurden, auch nicht besonders groß. Es könnte sich also um puren Opportunismus handeln, und man hat einfach gekauft, was der Markt gerade zu vernünftigen Preisen hergegeben hat.

Beides würde durchaus Sinn machen. Es wird spannend, die nächsten Kapitalmarktinformationen zu analysieren, um herauszufinden, wie das Management von Rocket Internet die verfügbaren Summen noch nutzen will, bis das Aktienrückkaufprogramm Ende April ausläuft.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Rocket Internet. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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