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Deutsche Vorstände glauben an steigende Kurse – solltest du das auch?

Quelle: Thomas Brantl

Anders als die US-amerikanischen Börsen wurden die deutschen Indizes in letzter Zeit ein ums andere Mal korrigiert. Die bisherigen Rekordstände scheinen bislang weiterhin passé, ein Ende der turbulenten Zeiten noch nicht in Sicht.

Doch es gibt mindestens eine durchaus nennenswerte Gruppe, die nach wie vor optimistisch auf die Zukunft vieler deutscher Aktiengesellschaften blickt: die Manager und Vorstände der jeweiligen Unternehmen selbst.

Aber was sind die konkreten Gründe oder Auslöser für die gute Stimmung? Schauen wir mal, was hier konkret dran ist und ob auch du einer solchen Argumentation folgen solltest.

Indikator und Kaufverhalten im Check

Wie das Handelsblatt berichtete, seien die Vorstände und Manager nach wie vor optimistisch hinsichtlich der deutschen Börsen gestimmt. Zumindest deute der sogenannte Insiderindikator darauf hin.

Dieser messe alle vierzehn Tage die Stimmung besagter Insider. Auch wenn dieses Barometer leicht gefallen sei, solle ein Wert von 153 Punkten immer noch eine optimistische Grundhaltung verdeutlichen. Aha.

Als zweite argumentative Säule werden die Insiderkäufe der letzten Tage und Wochen genannt. So habe es beispielsweise bei der Deutschen Euroshop (WKN: 748020) Käufe eines Vorstandsmitglieds in Millionenhöhe gegeben. Genauso wie beim Solar- und Windparkbetreiber Encavis (WKN: 609500) sowie einer ganzen Reihe weiterer deutscher Unternehmen.

Allerdings wird fairerweise auch noch daraufhin hingewiesen, dass nicht überall eitel Sonnenschein herrsche. Beispielsweise hätten sich beim Rückversicherer Münchener Rück (WKN: 843002) sowie dem Finanzdienstleister Grenke (WKN: A161N3) in letzter Zeit Vorstände von ihren Aktien getrennt. Jedoch sei bei diesen Unternehmen ein Aktienpaket Teil der Vergütung des Managements gewesen. Es könnte daher durchaus sein, dass diese Kasse gemacht haben, um einen Teil ihres Aktiengehaltes in waschechtes Fiatgeld umzutauschen.


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So weit, so gut. Doch was heißt das jetzt insgesamt für uns Privatanleger? Sollte diese grundsätzlich nach wie vor positive Stimmung auch auf Foolishe Investoren abfärben?

Nein … und ja, aber anders

Um es kurz zu machen: Der Artikel des Handelsblattes drehte sich primär um besagten Insiderindikator. Und wie der Zeitraum von lediglich 14 Tagen verdeutlicht, innerhalb dessen der Anzeiger jeweils neu gebildet wird, handelt es sich hierbei primär um einen kurzfristigen Indikator. Dieser muss nicht zwingend eine Aussagekraft für die langfristige Meinung der Vorstände haben, da sich innerhalb der nächsten zwei Wochen hier das Bild schon wieder signifikant eintrüben könnte. Zumal ein Durchschnittswert generell auch wenig Aussagekraft für eine einzelne Aktie haben dürfte.

Anders sieht es hingegen bei den Aktienkäufen und -verkäufen der Vorstände aus. Grundsätzlich können konkrete Insiderkäufe ein Hinweis darauf sein, welche Aktien in den Augen des Managements langfristig unter- oder überbewertet sind. Allerdings sollte man sich auch hier mit der Motivation und dem Umfang des Kauf- oder Verkaufspakets beschäftigen, um ein besseres Gespür für den Deal zu bekommen. Schließlich sind derartige Kapitalmaßnahmen stets meldepflichtig und können natürlich auch lediglich als beruhigende Signalwirkung (möglicherweise lediglich in kleinerem Umfang) angelegt sein.

Auch wenn ich diesen Indikatoren nicht gänzlich traue, gibt es dennoch einen guten Grund, weshalb man langfristig auch weiterhin optimistisch sein sollte, was die Börse angeht. Denn anders als kurzfristige Indikatoren verdeutlicht ein retrospektiver Langzeitblick, dass Börsen stets dazu neigen, Korrekturen wieder auszugleichen.

Ich denke, dass das insgesamt der beste Indikator ist, um langfristig optimistisch für die Börsen zu bleiben. Wen jucken da schon kurzweilige Stimmungsindikatoren bzw. Käufe oder Verkäufe einzelner Insider?

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Vincent besitzt Aktien der Deutsche Euroshop und Münchener Rück. The Motley Fool empfiehlt Deutsche Euroshop.



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