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Warren Buffetts großartiges Geschenk von der US-Regierung

Nahaufnahme des weltbekannten Investors Warren Buffett
Foto: The Motley Fool

Die Anleger wissen, dass die Steuerreform im vergangenen Jahr eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Unternehmen gespielt hat, deren Aktien sie besitzen. Auch wenn die Anleger erst jetzt sehen, wie viel Geld sie nach den neuen Steuergesetzen gespart haben – oder ob sie tatsächlich mehr Steuern schulden –, sind die Auswirkungen der Körperschaftsteuersenkungen seit mehr als einem Jahr klar.

Doch manchmal braucht es eine einfache Erklärung, um zu verdeutlichen, wie wichtig etwas für ein Unternehmen ist. Berkshire Hathaways (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2) CEO Warren Buffett liebt es, seinen Investoren jedes Jahr im Aktionärsbrief einfache Erklärungen zu wichtigen Konzepten zu geben. In diesem Jahr bemerkte er unter anderem, wie wichtig die Steuerreform für das Gesamtergebnis des Versicherungsriesen war – und für dessen langfristigen inneren Wert.

Wie Steuern dazu beitrugen, das Gewinnwachstum von Berkshire zu verdoppeln

Berkshire Hathaway ist stark auf sein Nicht-Versicherungsgeschäft als beste Wachstumschance angewiesen und 2018 war ein starkes Jahr für die Unternehmen, in die Buffett investiert hat. Insgesamt erwirtschafteten die Unternehmen von Berkshire, die nicht zum Versicherungsgeschäft zählen, im vergangenen Jahr einen Gewinn vor Steuern von 20,8 Mrd. US-Dollar. Das entsprach einer beträchtlichen Wachstumsrate von 24 %, wobei Übernahmen einen vernachlässigbaren Einfluss hatten. Mit anderen Worten: Fast der gesamte Anstieg um 24 % resultierte aus dem organischen Wachstum der bestehenden Gruppe von Unternehmen, die die von Buffett geführte Holding besitzt.

Wenn man sich jedoch die Auswirkungen der Steuerreform ansieht, wird man feststellen, dass die Wachstumsrate von Berkshire viel höher war, wenn man sie auf Nachsteuerbasis ansieht. Buffett meldete im Aktionärsbrief, dass die Gewinne nach Steuern aus dem Nicht-Versicherungsgeschäft von Berkshire im Jahr 2018 um 47 % gestiegen sind. Das ist im Ergebnis fast das Doppelte des Wachstums vor Steuern.


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Uncle Sams Beteiligung an Berkshire

Um zu erklären, was passiert ist, verwendete Buffett eine Analogie, die jeder Aktionär verstehen sollte. Der Berkshire-CEO bezeichnete die Bundesregierung als „Eigentümer“ einer Beteiligung am Gewinn von Berkshire. Wie er es beschrieb, berechtigen die Anteile, die der Staat hat, ihn zu „Dividenden“ – also Steuerzahlungen – proportional zum aktuellen Körperschaftsteuersatz.

Als der Körperschaftsteuersatz 35 % betrug, war der Wert der Beteiligung der Regierung an den Gewinnen von Berkshire relativ hoch. Selbst mit Bemühungen, die Steuerrechnung zu minimieren, zahlte Berkshire dennoch jedes Jahr Milliarden von Dollar an den IRS als Steuern.

Als der Gesetzgeber jedoch den Körperschaftsteuersatz von 35 auf 21 % senkte, reduzierte er den Wert des Anspruchs der Bundesregierung an den Einnahmen von Berkshire. Die Reduzierung um 14 Prozentpunkte machte 40 % Steuersenkung aus, was bedeutet, dass 40 % weniger von Berkshires Einnahmen in Form von Steuern an die Regierung gingen. Umgekehrt blieb ein viel größerer Anteil übrig.

Zusätzliche Auswirkungen

Allerdings konnten die Aktionäre von Berkshire nicht alle Vorteile der Steuerreform beibehalten. Buffett bemerkte einige Ausnahmen:

  • Berkshire erhielt bereits eine steuerliche Vorzugsbehandlung für die Dividendeneinnahmen, die es von vielen seiner inländischen Investitionen erhalten hat, und die Steuerreform hat diese Behandlung nicht wesentlich geändert.
  • Berkshire hält beträchtliche Investitionen in Versorgungsunternehmen und die Regulierungsbehörden haben dies berücksichtigt, indem sie die Versorgungsunternehmen zwangen, die Ersparnisse aus niedrigeren Steuern an ihre Kunden weiterzugeben.

Selbst mit diesen Aufrechnungen war der Gesamtnutzen für Berkshire beträchtlich. Doch Buffett sprach lieber über etwas noch Wertvolleres: den langfristigen Nutzen für die Aktionäre.

Steigerung des Wertes von Berkshire

Da die Senkung der Körperschaftsteuer ein permanenter Schritt war, half die Steuerreform Berkshire nicht nur für ein einziges Jahr. Künftig werden die Steuern auf diesem Niveau bleiben, es sei denn, sie werden in Zukunft vom Gesetzgeber geändert.

Das wiederum steigerte den inneren Wert der Berkshire-Aktie, da ein geringerer Anteil der zukünftigen Erträge an den Bund gehen wird. Wie Buffett seine Aktionäre erinnerte, erhöht es auch den inneren Wert aller Aktien, die Berkshire hält – was die Gesamtaussichten weiter verbessert.

Für viele Anleger zeigte sich der Wert der Steuerreform in den kurzfristigen Gewinnsteigerungen ihrer Aktien. Aber für Buffett und Berkshire Hathaway war der wahre Segen der Steuerreform die langfristige positive Auswirkung auf den inneren Wert. Das ist eine Lektion, die nicht nur für die Aktionäre von Berkshire gilt, sondern auch für Aktieninvestoren von US-Unternehmen auf dem gesamten Markt.

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Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 26.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt diese.



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