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Noch mehr Datenkontrolle: Facebooks Währung Libra!

Meta Platforms
Foto: The Motley Fool

Facebook (WKN: A1JWVX) möchte im Jahr 2020 die neue Internetwährung Libra einführen. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg bewirbt Libra als eine Lösung für Menschen, die in Schwellenländern leben und keinen (guten) Zugang zum Bankenwesen haben und somit oftmals kein eigenes Konto besitzen.

Mit der neuen Kryptowährung, die auf einer Blockchain-Technologie basiert, sollen zukünftig Transaktionen schnell und unkompliziert vonstatten gehen. So könnten beispielsweise Migranten ohne großen Aufwand und Kosten Geld an Angehörige in ihren Heimatländern transferieren.

Das klingt alles schön und gut, doch sollte man sich etwas mit möglichen Negativaspekten der geplanten Facebook-Währung beschäftigen. Sehen wir uns nachfolgend an, was genau ich damit meine.

Vertrauen in Facebook?

Nachdem vergangenes Jahr Millionen von Daten von Facebook-Nutzern unerlaubt an das Datenanalyseunternehmen Cambridge Analytica geraten sind, sollte eine gewisse Grundskepsis gegenüber dem sozialen Netzwerk herrschen.

Nahezu ironisch ist es, dass Facebook kurze Zeit später sein Vorhaben bezüglich der neuen Währung Libra veröffentlicht hat. Soll man nun einem Unternehmen, das offenkundig nicht verhindern konnte, dass millionenfach persönliche Daten an Dritte gelangt sind, auch noch sensible Zahlungsinformationen zur Verfügung stellen?


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Facebook verfügt zweifelsohne über eine riesige Ansammlung von personenbezogenen Daten, die sie bereits erfolgreich dazu nutzen, Unternehmen maßgeschneiderte Werbemöglichkeiten anzubieten. Sollte das Unternehmen zukünftig mit Libra das Zahlungsverhalten seiner Nutzer besser nachvollziehen können, wäre man somit ein noch offeneres Buch für das soziale Netzwerk, als man es ohnehin schon heute ist.

Dass es so kommen könnte, zeichnet sich schon ab. Es ist nicht allzu lange her, da wurde Instagram Shopping (Instagram gehört zu Facebook) vorgestellt. Damit können Unternehmen künftig direkt in der App Instagram Produkte zum Kauf anbieten. Es würde mich sehr wundern, wenn Benutzer dort nicht auch zukünftig mit Libra zahlen dürfen, natürlich nur, um ein reibungsloses Einkaufserlebnis zu haben.

Nicht nur Facebook könnte alles wissen

Es ist auch beängstigend, dass, zumindest nach aktuellem Stand, offen bleibt, ob zukünftig auch Aufsichtsbehörden der Zugang zu der neuen Kryptowährung gewährt wird. Dadurch würde eine staatliche Einrichtung gezielte Informationen über bestimmte Verhaltensweisen von Libra-Nutzern und möglicherweise auch Zugang zu weiteren personenbezogenen Informationen erhalten.

Ob und in welcher Form so etwas passieren könnte, ist noch völlig offen. Es ist jedoch wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass man mit der Nutzung von Libra erneut ein Stück mehr zu einem gläsernen Menschen wird. Aus Sicht eines Investors klingt das wohl spannend, jedoch aus der Sicht eines Konsumenten eher bedrohlich.

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Randi Zuckerberg, ehemalige Direktorin für Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook und Schwester von dessen CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook. Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien.



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