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4 Erkenntnisse aus dem 2019er-Geschäftsbericht der Bayer-Aktie und 1 Risikofaktor

Bayer - Glyphosat
Foto: Bayer AG

Die Bayer (WKN: BAY001)-Aktie konnte in den vergangenen fünf Jahren nicht überzeugen. Grund dafür war in erster Linie die Monsanto-Übernahme, welche mit 63 Mrd. US-Dollar nicht günstig war, die Verschuldung in die Höhe trieb und zu vielen unerwarteten Klagen führte, die Bayer nun Kopfschmerzen bereiten.

Heute (27.02.2020) legte der Konzern seine Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2019 vor. Welche Dinge positiv verliefen und warum dennoch ein weiteres Problem im Raum schwebt, erfährst du jetzt.

1) Operatives Geschäft verläuft positiv

Bayer konnte sich 2019 insgesamt gut behaupten. So stieg der Umsatz mit 18,5 % relativ stark, was jedoch hauptsächlich auf die Monsanto-Übernahme zurückzuführen ist. Bereinigt verbesserte er sich um 3,5 %. Interessanter ist der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn, der ein genaueres Bild über die tatsächliche Entwicklung gibt. Er stieg erfreulicherweise um 27,8 % auf 11,5 Mrd. Euro.

Aber auch mit Sondereffekten wuchs der operative Gewinn um 21,3 % auf 4,19 Mrd. Euro. Aufgrund der Verkäufe von Currenta, Coppertone, Dr. Scholl’s und Derma Rx konnte das Nachsteuerergebnis deutlich von 1,7 auf 4,1 Mrd. Euro gesteigert werden. Zudem wurde der Verkauf der Tiergesundheitssparte an Elanco (WKN: A2N6BH) auf den Weg gebracht, dessen Abschluss Mitte des Jahres 2020 erwartet wird. Bayer wird seine Dividende je Aktie unverändert bei 2,80 Euro beibehalten.

2) Alle Segmente mit stabiler Entwicklung

Abgesehen von vielen Klagen entwickelte sich der Absatz der Crop-Science-Sparte seitwärts. Der bereinigte Umsatz verbesserte sich um 1 % und der Sondereffekte ausschließende operative Gewinn wuchs von 2,65 auf knapp 4,8 Mrd. Euro. In absoluten Zahlen kletterte der Umsatz um 39 %.


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Das Pharmasegment steigerte seinen bereinigten Umsatz um 6 % (in absoluten Zahlen um 7,3 %). Der Absatz zog um 6 % an und das bereinigte operative Ergebnis konnte um 7 % auf 5,98 Mrd. Euro verbessert werden. Hier profitierte Bayer von seinen Mitteln Xarealto und Eylea sowie von einem starken Chinageschäft. Mit seiner Übernahme von BlueRock Therapeutics und mit einer Beteiligung an Century Therapeutics baut Bayer seine Position in der Stammzelltherapie weiter aus.

Die Consumer-Health-Sparte erzielte mit einem Absatzplus von 1 % und über einen Umsatzzuwachs von 3 % leichte Zuwächse. Das bereinigte operative Ergebnis sank hier allerdings, aufgrund einer Portfolioverkleinerung, leicht um 1 %.

3) und 4) Hohe Verschuldung und positive Aussichten

Bayer konnte seine Nettoverschuldung im letzten Jahr leicht von 35,68 auf 34,07 Mrd. Euro senken. Dennoch stehen dem Kassenbestand von 4,05 Mrd. Euro derzeit immer noch langfristige Bankverbindlichkeiten in Höhe von 37,7 Mrd. Euro gegenüber.

Für 2020 geht Bayer von einem leicht um 3 bis 4 % steigenden Umsatz, einem um 9 bis 13 % anziehenden Gewinn je Aktie und einer deutlichen Reduzierung seiner Nettoverschuldung auf etwa 27 Mrd. Euro aus. Dabei wird in allen Segmenten mit einer Verbesserung gerechnet. Bayer arbeitet außerdem an einer weiteren Kostenreduktion.

Dennoch schwebt noch ein Problem über dem Konzern.

1) Glyphosat-Klagen könnten eine unschöne Folge haben

Langfristig arbeitet Bayer schon heute an Glyphosat-Alternativen. Kurzfristig könnten die vielen aktuellen Klagen jedoch zu hohen Sonderbelastungen führen. Deshalb werden nun eine Kapitalerhöhung, die Aufnahme weiterer Schulden oder der Verkauf von Unternehmensteilen zur Finanzierung nicht mehr ausgeschlossen.

Derzeit wird hinter den Kulissen an einem Vergleich gearbeitet, der Bayer schätzungsweise 8 bis 10 Mrd. US-Dollar kosten könnte. Diesen wird der Konzern aber nur dann eingehen, wenn damit weitere Klagen ausgeschlossen sind. Alternativ ist Bayer bereit, sich durch alle Instanzen zu verteidigen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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