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Die Siemens-Aktie ist seit dem Crashtief 86,5 % gestiegen: Jetzt ein Kauf?

Im Bild: Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG.
Quelle: www.siemens.com/presse

Die Aktie von Siemens (WKN: 723610) konnte seit dem Tiefpunkt im Corona-Crash inzwischen wieder deutlich zulegen. Unterm Strich kletterten die Anteilsscheine des Mischkonzerns aus dem DAX von 59,99 Euro auf das derzeitige Niveau von 111,90 Euro (17.07.2020, maßgeblich für alle Kurse). Das entspricht einem Kursplus von ca. 86,5 %.

Immerhin: Damit notiert Siemens fast da, wo man vor dem Crash gestartet ist. Zum Jahresanfang notierte der DAX-Mischkonzern noch auf einem Kursniveau von 118,56 Euro. Damit liegt die Aktie lediglich noch knapp 5,5 % unter diesem Wert.

Foolishe Investoren dürfte daher jetzt vor allem eine Frage beschäftigen: Ist die Aktie jetzt noch ein Kauf? Eine Frage, der wir im Folgenden einmal etwas näher auf den Grund gehen wollen.

Die Bewertung im Blick!

Relevant dürfte zur Beantwortung dieser Frage jedenfalls die aktuelle Bewertung sein. Mit dem Ansteigen des Aktienkurses hat sich jedenfalls auch die Bewertung zumindest teilweise wieder verteuert. Es steht die Frage im Raum: Ist diese jetzt noch moderat? Oder womöglich teuer?

Gemessen an einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 6,41 Euro beliefe sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis jedenfalls auf 17,45. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt gemessen an einem Umsatz je Aktie in Höhe von 106,13 Euro bei ca. 1,05. Beides Werte, die zunächst auf eine moderate Bewertung hindeuten könnten.

Dreh- und Angelpunkt für viele Investoren ist und bleibt jedoch die auch historisch starke Dividende. Der DAX-Mischkonzern zahlt schließlich seit deutlich mehr als zwei Jahrzehnten zumindest stets eine Ausschüttung auf Vorjahresniveau aus. Zuletzt sind dabei 3,90 Euro je Aktie ausgezahlt worden, die jetzt einer Dividendenrendite in Höhe von 3,48 % entsprechen würden.

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Fest steht daher unterm Strich: Eine wirklich preiswerte Bewertung besitzt die Aktie von Siemens nicht mehr. Möglicherweise allerdings noch eine moderate. Zumindest, wenn die derzeitige operative Stärke aufrechtgehalten werden kann. Oder die Perspektive besteht, mittelfristig zu dieser zurückzufinden. Ein Blickwinkel, der uns jetzt im zweiten Teil etwas näher beschäftigen soll.

Die aktuelle, operative Verfassung im Blick!

Wie wir mit Blick auf die Halbjahreszahlen von Siemens jedenfalls feststellen können, hinterlässt jetzt das Coronavirus einen deutlichen Einfluss auf das Zahlenwerk. Innerhalb des letzten Quartals stagnierten die Umsätze zwar bei 14,2 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau. Ergebnisseitig spricht das Management jedoch von einem erheblichen Rückgang.

So sank das angepasste EBITDA beispielsweise im Jahresvergleich im letzten Quartal um 18 % auf 1,592 Mrd. Euro. Der Gewinn nach Steuern brach sogar signifikant auf 697 Mio. Euro ein. Ein Einbruch um 64 % im Jahresvergleich, der Gewinn je Aktie lag so ebenfalls mit 0,80 Euro 64 % unter dem Vorjahresniveau. Der freie Cashflow korrigierte sogar um 72 % auf 134 Mio. Euro. Damit zeigt sich: Das Geschäftsjahr 2020 dürfte durchwachsen ausfallen. Und die Bewertung sich entsprechend verteuern.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2020 traut sich das Management auf Basis dieser schwächeren Zahlen zunächst keine Prognose für das Ergebnis zu. Es gilt, das zweite Quartal abzuwarten, um zu sehen, wie sich das Coronavirus weiter ausgewirkt hat. Beziehungsweise wie schnell das Management mit einer Erholung und einer Rückkehr zur operativen Normalität rechnet.

Mein Fazit: Keine Eile!

Wenn du mich fragst, müssen Investoren bei der Aktie von Siemens jetzt daher nicht hektisch werden. Die Bewertung ist moderat bis möglicherweise teuer. Vor allem in Anbetracht des Coronavirus und der ergebnisseitigen Auswirkungen.

Zumindest das zweite Quartal gilt es abzuwarten und auch, wie das Management in die Zukunft blickt. Sollte die Aktie hingegen nachgeben, so könnte sich durchaus eine günstige Einstiegsgelegenheit ergeben. Vor allem für Foolishe Dividendenjäger, die auf die weiterhin historisch starke und vermutlich auch künftig stabile Dividende setzen möchten.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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