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DAX-40: Wie kann man als Anleger von der Indexerweiterung profitieren?

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Foto: Getty Images

Die Zeiten des bekannten Bluechip-Index DAX-30 sind gezählt. Denn ab 20. September umfasst der deutsche Leitindex 40 statt 30 Werte. Eine Änderung, die von vielen Anlegern positiv bewertet wird.

Doch wie kann man als Anleger von der Erweiterung profitieren? Zahlt es sich noch aus, nun auf die Aktien der DAX-Neulinge zu setzen?

Höhere Rendite bei besserer Diversifikation?

Eines ist klar, mit einer Investition in den DAX-30 hätte man absolut betrachtet in den letzten fünf Jahren eine attraktive Rendite von annähernd 50 % erzielt (Stand: 27.08.2021, maßgeblich für alle Kennzahlen). Vergleicht man die Entwicklung des deutschen Leitindex mit bekannten US-amerikanischen Indizes wird jedoch schnell klar, wo das Geld in den letzten Jahren verdient wurde.

So liegen der breit gestreute S&P 500 mit 107,89 % sowie der Dow Jones mit 92,74 % klar vorn. Ein wesentlicher Unterschied besteht hierbei in der Ausrichtung der jeweiligen Indizes. Denn selbst der traditionsreiche Dow Jones hat mit Microsoft, Apple und Salesforce starke Technologiewerte im Depot.

Keine Frage, vergleichbare Unternehmen dieser Größe gibt es in Deutschland derzeit nicht. Wirft man jedoch einen Blick in die zweite oder dritte Reihe, dann erkennt man, dass Deutschland sehr wohl IT-affine Unternehmen mit Potenzial aufweist. Diese könnten von einer stärkeren Präsenz an der Börse profitieren.

Damit muss sich jedoch das Risiko für DAX-Investoren nicht erhöhen. Denn durch eine zunehmende Aufnahme von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen diversifizierten sich die Risiken. Damit könnten DAX-Anleger im Idealfall von einer höheren Rendite bei gleichzeitig geringerem Risiko profitieren.


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Aktien der DAX-Neulinge kaufen?

Keine Frage, die Aktien der neuen DAX-Werte werden einen spürbaren Anstieg der Liquidität verzeichnen können. Nichtsdestotrotz sollte man im Hinblick auf die Rendite keine Wunder erwarten. Es stimmt zwar, dass eine Vielzahl von aktiv und passiv gemanagten Fonds die Aktien erwerben müssen, um den DAX korrekt abbilden zu können. In der Regel finden aber diese Käufe bereits im Vorfeld statt.

Denn die Finanzmärkte reagieren auf Nachrichten meist deutlich schneller, als dies Privatanleger tun könnten. So sind die Kursanstiege meist bereits gelaufen, wenn die Privatanleger zu spekulieren beginnen. Dies zeigt auch die Entwicklung der potenziellen DAX-Neulinge in den letzten Monaten, die den DAX deutlich schlagen konnten.

Wert3 Monate1 Jahr
DAX-302,88 %21,03 %
Airbus7,95 %60,95 %
Zalando7,15 %28,89 %
Siemens Healthineers30,15 %56,18 %
Hellofresh28,41 %113,06 %
Porsche Automobil Holding-4,88 %65,17 %
Sartorius39,77 %59,41 %
Puma14,14 %51,01 %

Somit würde ich als Anleger nicht darauf spekulieren, dass einzelne Aktien kurz nach der DAX-Aufnahme starke Kursgewinne verzeichnen können. Ganz im Gegenteil, oftmals stagnieren die Kurse nach der Aufnahme in einen größeren Index.

Ausblick

Aus meiner Sicht ist die Erweiterung des DAX positiv zu beurteilen. Denn dadurch erreicht er eine zunehmende Diversifikation. Die ist vor allem notwendig, da der DAX derzeit einen zu großen Fokus auf den Automobilsektor hat. Etwaige Krisen in diesem Sektor wie der Dieselskandal konnten in der Vergangenheit dazu führen, dass der gesamte DAX-Index nach unten gezogen wurden.

Dass eine zunehmende Diversifikation nicht zwangsläufig zu einer schlechteren Rendite führt, zeigen zum Beispiel ETFs (Exchange Traded Funds) auf den gleichgewichteten S&P-500-Index wie der Xtrackers S&P 500 Equal Weight UCITS ETF. Denn dieser ETF konnte im Vergleich zu den Pendants auf den DAX-30 sowohl eine höhere Rendite als auch eine niedrigere Volatilität erzielen.

Somit bleibt aus meiner Sicht die beste Möglichkeit, um an der DAX-Erweiterung zu partizipieren, der Erwerb eines ETFs auf den DAX. Denn sämtliche anderen Spekulationen sind nicht besonders erfolgsversprechend.

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