Value oder Wachstum? Auf diese Aktien werde ich in den nächsten 10 Jahren setzen!

Das vergangene Jahrzehnt war eindeutig eines der Wachstumsaktien. Große Growth-Titel erzielten von Ende 2010 bis Ende 2020 eine Rendite, die 147 Prozentpunkte über jener von großen Value-Aktien lag. Im Segment der mittelgroßen und kleinen Werte war die Differenz etwas kleiner, aber ebenso eklatant. Noch weiter lag die Performance von Wert und Wachstum nur im Jahr 1999 auseinander – mit allseits bekannten Konsequenzen in den Folgejahren.
Dennoch setze ich zum aktuellen Zeitpunkt so gut wie ausschließlich auf Wachstumsaktien. Und als langfristiger Investor plane ich, daran in den nächsten Jahren auch nichts zu ändern.
Warum ich auf Wachstumsaktien statt auf Value-Aktien setze
Die oben erwähnte Overperformance von Wachstumsaktien kam vor allem aufgrund immer höher steigender Bewertungen für Unternehmen mit hohem Umsatzwachstum zustande. Höheres Gewinnwachstum? Fehlanzeige – zumindest bisher.
Ich denke, dass viele Unternehmen mit großen Wachstumsversprechen in den nächsten Jahren den Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen und anschließend ein starkes Gewinnwachstum hinlegen werden. Das könnte den Wachstumsaktien helfen, auch in den kommenden Jahren besser abzuschneiden als Value-Aktien.
Weiterhin fühle ich mich wohler bei dem Gedanken, auf der Seite der Angreifer zu investieren als auf der Seite der etablierten Konzerne, die mit Burggräben ihre Marktstellungen in schrumpfenden Märkten zu verteidigen versuchen. Deshalb investiere ich lieber in Tesla als in BMW und lieber in Square als in die Deutsche Bank.
Die nächsten Jahre werden, getrieben von den verschiedensten digitalen Trends, für große Umbrüche in der Weltwirtschaft sorgen. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Wachstumsaktien in solchen Phasen gut abschneiden. Als vor rund 100 Jahren die Massenfertigung des Autos und zugehöriger Komponenten die Weltwirtschaft aufmischte, waren Unternehmen aus genau diesen Branchen die allseits beliebten Wachstumsaktien – und sie deklassierten die Value-Aktien ähnlich wie heute.
Wachstum nicht zu jedem Preis
Die Outperformance der Wachstumsaktien gegenüber den Value-Aktien endete erst, als sich die Massenfertigung zunehmend etablierte. Ich rechne damit, dass das in der laufenden digitalen Revolution genauso sein wird.
Dennoch kaufe ich nicht einfach jede Wachstumsaktie, die mir über den Weg läuft. Denn an der Börse gibt es bekanntlich kein „Free Lunch“ – also nichts für lau. Wenn es so einfach wäre, den Markt zu schlagen, dann wären andere vor mir bereits auf den Gedanken gekommen.
Entscheidend ist, diejenigen Wachstumsaktien auszuwählen, die eine realistische Aussicht darauf haben, in ihre Bewertung hineinzuwachsen und auch danach immer wertvoller zu werden. Um genau diese Wachstumsaktien zu finden, muss man tief graben und sich mit den Unternehmen und ihren Potenzialen genau beschäftigen. Aber genauso erarbeitet man sich letztendlich einen Informationsvorteil, der einem dabei helfen kann, auf lange Sicht die Durchschnittsrendite des breiten Marktes zu übertreffen.
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Christoph Gössel besitzt Aktien von Square und Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Square und Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW.
