Mit Wirkung zum 29. Dezember 2022 hat The Motley Fool seine Geschäftsanteile an Fool.de an Aktienwelt360 verkauft. Ab diesem Zeitpunkt trägt Aktienwelt360 die alleinige Verantwortung und Kontrolle für alle neuen Inhalte auf Aktienwelt360.de.

Umsatz +165,62 % und die Gewinnzone erreicht! Warum diese deutsche Aktie für mich dennoch kein Kauf ist!

Lufthansa-Aktie
Quelle: Thomas Brantl

Durch die Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal 2022 konnte die Aktie der Deutsche Lufthansa (WKN: 823212) stark profitieren. Doch es dauerte nur wenige Tage, bis die Aktie wieder auf dem Boden der Realität angekommen ist.

Denn in der zweiten Wochenhälfte wurde die stark gebeutelte Aktie einmal mehr verkauft. Was sind die Gründe für den erneuten Abverkauf? Warum können die starken Quartalszahlen keinen nachhaltigen Auftrieb geben?

Lufthansa im zweiten Quartal

Das zweite Quartal 2022 verlief für die Deutsche Lufthansa offensichtlich deutlich besser, als dies von Analysten prognostiziert wurde. Denn mit Umsatzerlösen in Höhe von 8,5 Mrd. Euro hat sich der Umsatz um 165,62 % im Vergleich zum Vorjahresquartal (3,2 Mrd. Euro) erhöht.

Doch der Kranich-Konzern konnte nicht nur auf der Umsatzseite überraschen. Denn auch ertragsseitig verliefen die Geschäfte besser als „befürchtet“. So wird erwartet, dass das bereinigte EBIT im zweiten Quartal innerhalb der Bandbreite von 350 bis 400 Mio. Euro liegt. Demgegenüber steht das Vorjahr mit einem Verlust in Höhe von 827 Mio. Euro.

Dennoch sollte meiner Meinung nach ein Umsatzanstieg von 165,62 % aufgrund der niedrigen Vorjahresbasis nicht überbewertet werden. Denn das zweite Quartal 2021 war einmal mehr von harten Coronamaßnahmen geprägt, sodass die Reiselaune äußerst gedämpft war.


The Trade Desk
+371,20%
ATOSS Software
+136,68%
Cloudflare
+361,55%
va-Q-tec
+216,96%
MercadoLibre
+1668,66%


va-Q-tec
+216,96%
MercadoLibre
+1668,66%
ATOSS Software
+136,68%
Cloudflare
+361,55%
The Trade Desk
+371,20%

Gewinnmargen im Hoch

Des Weiteren profitiert die Deutsche Lufthansa aktuell von einem massiven Nachfrageüberschuss. Denn während Konsumenten nach den weltweiten Lockerungen der Corona-Maßnahmen die Lust am Reisen wiederentdeckt haben, sinkt das Angebot aktuell massiv. So vergeht keine Woche, in der nicht unzählige Flüge aufgrund massiven Personalmangels gestrichen werden müssen.

Somit ist es kein Wunder, dass tatsächlich stattfindende Flüge zum einen ausgebucht sind und zum anderen hohe Margen abwerfen. Denn aktuell verfügen Fluglinien aufgrund der hohen Nachfrage und des geringen Angebots über eine hohe Preissetzungsmacht. Wenn sich Konsumenten zwischen keinem Urlaub und einem teuren Urlaub entscheiden müssen, wählen wohl viele die zweite Variante. Somit sollte es keine Überraschung sein, dass die Deutsche Lufthansa aktuell profitiert. Die Frage ist nur, wie lange?

Nachhaltige Entwicklung?

Wenngleich die aktuelle Marktlage die Aussichten der Lufthansa stärkt, sollte bezweifelt werden, ob es sich dabei um eine nachhaltige Entwicklung handelt. Denn genau diese für mich nicht vorhandene Langfristigkeit hält mich aktuell von einer Investition ab.

So gehe ich davon aus, dass die Lufthansa in den nächsten Quartalen wieder Gegenwind durch mehrere Faktoren erhält. Denn zum einen ist davon auszugehen, dass sich die Situation beim Luft- und Bodenpersonal deutlich verbessert. Dies wird jedoch nur der Fall sein, wenn das Personal besser entlohnt wird. Somit erwarte ich steigende Personalkosten.

Des Weiteren wird die weitere Entwicklung der Inflation darüber entscheiden, wie hoch die Reisebereitschaft der Privatkunden in der Zukunft sein wird. Sollte die Inflation auf hohem Niveau verharren, muss man davon ausgehen, dass Kunden die aktuellen Flugpreise nicht langfristig bezahlen können. Somit bleibt die Ausgangsposition der Lufthansa schwierig und die Aktie für mich kein Kauf.

Nicht zittern – handeln! Der Bärenmarkt-Überlebensguide für Börsenkrisen

Der Aktienmarkt ist derzeit wieder höheren Risiken ausgesetzt. Droht vielleicht sogar ein Bärenmarkt? Vielleicht – aber steck jetzt bloß nicht den Kopf in den Sand!

Wenn die Märkte schwanken und die Nerven flattern – genau dann zählt es, wie du dich als Anleger verhältst. Unser Bärenmarkt-Überlebensguide zeigt dir in vier Schritten, wie du klug, ruhig und strategisch durch jede Korrektur kommst – und sie vielleicht sogar zu deiner größten Chance machst.

Jetzt lesen und vorbereitet sein, wenn andere in Panik verfallen!

Michael besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



Das könnte dich auch interessieren ...