Die Macht der Analysten: Ist der Aktienmarkt effizient?

Der Bulle und der Bär stehen an der Börse für steigende und fallende Kurse.
Foto: 3D Animation Production Company via Pixabay

Die Deutsche Bank hat bei der Shopify-Aktie ein höheres Kursziel gesehen, die Aktie machte einen Hüpfer. Das ist am Montag dieser Woche passiert und es zeigt: Analysten haben im Aktienmarkt zumindest kurzfristig orientiert ein wenig Macht.

Je nachdem, wer den Daumen hebt oder senkt, kann eine größere Kursbewegung auslösen. Innerhalb eines Handelstages steigt oder fällt dann der Börsenwert um einen höheren prozentualen Anteil, als das an normalen Tagen passiert. Bemerkenswert, oder? Lediglich eine neue Analyse oder eine Kurznotiz kann den Aktienmarkt derart mit sich reißen.

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Das wirft für mich die Frage auf: Ist der Aktienmarkt effizient, wenn selbst ein paar Worte oder eine neue Meinung ihn bewegen können. Ja und nein sind beides logische Reflexe für mich. Entscheidender ist jedoch, wie wir uns das als smarte Investoren nutzbar machen können.

Die Macht der Analysten: Aktienmarkt ist effizient, er reagiert

Zunächst einmal können wir argumentativ ins Feld führen, dass der Aktienmarkt durch die Analysten auch seine Effizienz zeigt. Es gibt eine neue Perspektive und eine Neuigkeit. In der Folge springen die Marktteilnehmer auf die womöglich besseren Aussichten, als zuvor eingepreist war, an. Innerhalb von Minuten steigt dann der Aktienkurs in der Regel.

Es ist genau diese Dynamik, die für viele Investoren unterstreicht: Kurzfristige Events werden direkt eingepreist. Das ist effizient. Wobei wir trotzdem die überaus relevante Frage aufwerfen können: Was hat sich im Vergleich zu vorher verändert? Theoretisch könnten wir auch sagen: Die Ausgangslage ist identisch gewesen. Zumindest aus einem unternehmensorientierten Fokus heraus.

Unsinnige Performance …?

Denken wir das weiter: Das Unternehmen ist in der Minute vor der Veröffentlichung einer solchen Analyse eigentlich das gleiche gewesen. In der Minute nach der Publikation der neuen Einschätzung steigt oder fällt der Börsenwert plötzlich. Was hat sich verändert, außer der Meinung eines Marktbeobachters, der auf die jeweilige Aktie schaut? Eigentlich nichts. Außer der Marktkapitalisierung, die in der Regel bei größeren Unternehmen um mindestens Hunderte Millionen Euro schwankt. Teilweise auch um Milliarden.

Ob das effizient sein kann, das darf man durchaus bezweifeln. Der Aktienmarkt reagiert in solchen Fällen kurzfristig orientiert. Das Unternehmen war vorher das gleiche und ist es auch dananch. Produkte, Dienstleistungen und andere Faktoren haben sich nicht verändert, sie sind eigentlich durch einen Analysten nur noch einmal bewusster präsentiert worden. Wobei sich natürlich auch die Analyse irren kann.

Theoretisch können wir daher auch sagen, dass der Markt in solchen Fällen launisch oder von einer Stimmung getrieben ist. Jede Analyse ist selbstverständlich eine Neuigkeit. Aber sie verändert eben das Unternehmen nicht.

Analysten und der Aktienmarkt: Nutzen wir das!

In Summe kann uns die Frage egal sein, ob Analysten den Aktienmarkt als effizient hervorheben. Oder aber ob deren Einschätzungen lediglich kurzfristige Schwankungen verursachen, die trivial sind. Entscheidend ist, dass wir genau diese Diskrepanzen nutzen können: Ein starkes Unternehmen bleibt ein starkes Unternehmen, bloß, dass der Aktienkurs das hin und wieder nicht sieht.

Entweder wir müssen schneller sein, als ein Analyst, der eine solche Beobachtung aufstellt. Oder wir können es uns leisten, längerfristig orientiert entgegen einer negativen Meinung eines Analysten zu investieren. In beiden Fällen können wir bei hervorragenden Unternehmen eines erreichen: Den Markt zu schlagen. Ob das wiederum auf die Effizienz des Aktienmarktes schließen lässt, das eröffnet ein anderes Kapitel.

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Vincent besitzt Aktien von Shopify. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Shopify.

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