Die Volkswagen-Überraschung: War das erst der Anfang?

Es passiert nicht alle Tage, dass ein arrivierter DAX-Konzern wie Volkswagen (WKN: 766403) einen Handelstag mit einem Kursgewinn von über 10 % beendet. Nichtsdestotrotz verwundert mich der Kurssprung keineswegs. Denn aus meiner Sicht ist die Aktie des Autobauers aus Wolfsburg seit längerer Zeit unterbewertet.
Denn selbst nach einem Kurssprung von über 10 % halte ich die Aktie für deutlich unterbewertet. Doch welche Gründe sprechen für diese These? Und wie könnte es in den nächsten Wochen und Monaten mit der Aktie weitergehen?
Volkswagen fundamental unterbewertet?
Am vergangenen Freitag veröffentlichte Volkswagen die finalen Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres. So stieg der Gewinn um 3 % auf 15,8 Mrd. Euro an. Dies ergibt ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 31,5 Euro. Somit beträgt das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) 4,5 (Stand: 03.03.2023, maßgeblich für alle Kennzahlen).
Aus meiner Sicht war jedoch der Jahresgewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr nicht der Grund für den Kurssprung. Was den Aktienmarkt wirklich überrascht hat, war die Ankündigung, dass die Umsatzerlöse im laufenden Geschäftsjahr um 10 bis 15 % zulegen sollten. Analystenkommentaren zufolge wurde hier lediglich ein Zuwachs von etwas über einem Prozent erwartet.
Des Weiteren rundete der Dividendenvorschlag von 8,76 Euro je Vorzugsaktie die Überraschung perfekt ab. In Anbetracht des aktuellen Kursniveaus ergibt dies eine Dividendenrendite von 6,1 %.
Analysteneinschätzung nicht nachvollziehbar
Ungeachtet der niedrigen Unternehmensbewertung in Bezug auf das KGV und der prognostizierten Wachstumsrate des nächsten Geschäftsjahres gibt es auch kritische Analystenstimmen. Wenngleich ich die Meinung nicht teile, sollte man sich als Anleger auch stes mit Kritik bzw. zweifelnden Stimmen auseinandersetzen, um ein umfassendes Bild zu bekommen.
So hat das Analysehaus Jeffries nach den jüngsten Ergebnissen ein Kursziel von 115 Euro je VW-Vorzugsaktie ausgegeben. Die Begründung für die pessimistische Einschätzung ist jedoch kaum nachvollziehbar. Denn der Analyst gibt zu, dass er vom starken Ergebnis überrascht wurde und nun von steigenden Konsensschätzungen ausgeht.
Wenngleich die Argumentation von Jeffries mehr Fragen als Antworten liefert, sollte man trotz optimistischen Aussichten die Aktien eines Unternehmens niemals zu sehr übergewichten. Für mich persönlich habe ich eine absolute Obergrenze von 5 % je Aktie festgelegt.
Fazit
Aus meiner Sicht ist die Aktie von Volkswagen eine der aussichtsreichsten Wertpapiere aus dem deutschen Aktienindex. Denn ein Unternehmen mit einem KGV von unter 5, einer Dividendenrendite von über 6 %, einem prognostizierten Umsatzwachstum von 10 bis 15 % und stabilen Margen findet man nicht alle Tage.
Nichtsdestotrotz bleiben auch die Risiken in der Automobilindustrie immanent. Wenngleich ich davon ausgehe, dass der Volkswagen-Konzern Herausforderungen wie die Digitalisierung und Elektrifizierung gut meistern wird, werden diese Themen viel Kapital verschlingen. Alles in allem bleibe ich jedoch dabei, dass die Volkswagen-Aktie ein Kandidat für einen nachhaltigen Turnaround sein könnte.
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Michael besitzt Aktien von Volkswagen. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
